Mein Tagebuch 

Donnerstag und nein, Peter hat keine Lust, mit dem Bollerwagen durch Wind und Regen zu ziehen. Da machen wir es uns lieber gemütlich.
Ich habe meine alte digitale Spiegelreflexkamera wieder betriebsbereit gemacht. Ewig nicht benutzt, aber der Akku lädt noch. Ich möchte nämlich die Ricke mit ihrem Kitz im Garten fotografieren, da reicht das Handy nicht, ich muss dichter ran. Vielleicht bringt es mein 200er Objektiv? Gestern Abend hat das Kitz so lustige Bocksprünge auf der Wiese gemacht, ist jetzt zwei Tage alt ...

Wir beobachten online die Wanderfalken, die jetzt flügge sind und kurz davor, sich von der Burg zu stürzen. Sie werden dann unten in den Anlagen weiter gefüttert, bis sie selbst jagen können.

Mittwoch: Weiter geht es mit Urlaubsvorbereitungen. Komisch, ich kann gut improvisieren, aber genau im Urlaub möchte ich alles perfekt. Dazu gehört ein scharfes Küchenmesser genauso wie meine Malsachen. Möglichst keine unnötigen Kompromisse.
Ich habe ca einhundert Steine grundiert und die Rückseiten schon mal signiert und lackiert. Dazu 30 Lesezeichen zu Ende gemalt. Nun kann mein Malkoffer schon mal gepackt werden.
Peters Tochter im Haus nebenan erwartete eine Ikea- Lieferung und hatte gebeten, die entgegenzunehmen. Zettel mit Telefonnummer an die Tür geklebt. Ich bekam den Auftrag weitergereicht, weil Peter zum Zahnarzt musste. Als er zurückkam, sah er Ikea vor der Tür stehen. Statt ihn anzurufen hatten sie seine Tochter bei der Arbeit angerufen, deren Nummer auf der Rechnung stand. Den Zettel an der Tür konnten sie nicht lesen. Peter hat aufgeschlossen, die begannen mit ausladen, als Peters Tochter im Eiltempo um die Ecke kam. Und wie gut, dieses Missverständnis: Statt des bestellten Schrankes wurde eine ganze Küche ausgeladen!!

Die Transporteure tun mir echt leid, wie unvorbereitet die auf die Kunden losgelassen werden. Das muss frustrierend sein, wenn man arbeiten möchte, alles richtig machen will, aber keine Einweisung, keine Hilfe.
Dieser Bärchenseite folge ich auf Facebook. So niedlich...

Endlich wieder Spaghetti. Ich habe Giersch aus dem Garten mit Zwiebeln und Knobi angebraten und wie Spinat gekocht. Etwas länger vielleicht. Meine Gemüsebolognese war schon fertig im Vorratsglas.


Dienstag: Morgens schickt unsere Nachbarin ein Foto von einem gerade geborenen Rehkitz, das von der Mutter trocken geleckt wird. Direkt vor ihrer Terrasse geboren. Wie süß. Zuerst können wir es seitlich vom Haus nicht sehen, aber nun laufen Mutter und Kind schon durch den Garten. Schade, meine Kamera mit großem Objektiv ist nicht geladen, Akku schwächelt, sonst hätte es schönere Fotos gegeben

Montag: Wir räumen auf, Peter die Werkstatt, ich das Haus - ein bisschen wenigstens. So langsam gehen die Gedanken Richtung Langeoog. Ich habe schon mal Gewürze in kleine Döschen abgefüllt, Steine gewaschen, die ich grundieren und mitnehmen will, Stifte nachgekauft, Koffer aus meiner Wohnung geholt.
Ein Rest Ostseesteine von meinen lieben Sammlern in Warnemünde ...

Nachmittags haben wir zwei Stunden auf der Terrasse gesessen und Pläne für nach unserer Rückkehr gemacht. Ich werde doch wohl mehr Möbel weggeben, aber auch mehr hierher mitnehmen, sodass eine Einlagerung vielleicht gar nicht oder wenig nötig ist.
Spargelzeit: Hier mit veganem Schnitzel.


Wir sind schon vormittags los, bekommen sofort den letzten Parkplatz hinter dem Clubheim. Peter hat Angst, dass die Bratwurst wieder alle ist, wenn wir zu spät mittags kommen. Haha. Er kauft sich gleich zwei und beschwert sich, dass es keine Thüringer sind. Meine Bank vorm Clubheim habe ich vier Stunden nicht verlassen, gute Aussicht auf das Programm, Sitzplatz in der ersten Reihe, wo alle vorbei müssen. Ich habe endlich mal wieder viele Bekannte getroffen. Als ich eine Gruppe Kinder herumtoben sehe, denke ich an unsere Flugplatzkinder von früher. Nun läuft Markus mit seinem Sohn an mir vorbei, Tobis sitzt bei mir, Martin mit zwei Kindern an der Hand, Peter Petrat mit Enkelkind. Es fehlte Bastian mit seinen Töchtern und Melli war auch nicht da. Schade.
Die Antonov und Stearman sind im Dauereinsatz mit Rundflügen, auch die kleineren Vereinsmaschinen und Segelflugzeuge. Es gibt Gewinnspiele, Glücksrad, Rätsel und Beratung. Abends soll es noch Ballonstarts geben, aber mir wird es zu heiß in der Sonne. Ein schöner Tag ...

Abends die schnelle Nummer, überbackenes Baguette und Pudding mit Klötenköm

Sonnabend: Ich wühle wieder einmal kurz in meiner Wohnung, schließe Kartons, werde bei meiner Nachbarin eingeladen und darf abends zu Hause kochen. Sonst nichts los.
Möhrensuppe mit Kürbiskernöl, Bruschetta und Salat

Manchmal bekomme ich einen "Gruß aus der Küche" zum Probieren und manchmal ein Blumensträußchen aus dem Garten

Freitag: Nach vielen Wochen bin ich mal wieder in der City. Markttag und Friseure abgrasen, Roßmann, und den ersten Eiskaffee im Portofino mit Peter genießen.

Ich freue mich immer wieder, in einer übersichtlichen Kreisstadt zu leben. So schön bei Sonne. Es wurden inzwischen kleine Bäume gepflanzt und neue Bänke aufgestellt.
Nachmittags bringe ich meine 7kg Langeoogsteine zur Post und Peter mäht stundenlang den Rasen, um wieder ein bisschen Licht in die Wildnis zu bringen.


Donnerstag: Ich will mich endlich bei meiner Friseurin anmelden nach fast zwei Jahren Haare wachsen lassen. Und nun hat der Laden dicht und ich weiß nicht, wo sie nun arbeitet. Ich stöbere im Intenet auf der Suche nach einer Alternative, Frage dann aber doch lieber eine gute Bekannte, die hier schon lange wohnt. Mist, so kurz vorm Urlaub ...
Der Tag schleppt sich so faul dahin. Ich schaue mittags wieder Küchenschlacht im ZDF. 14:15 Uhr ( manchmal später in der Mediathek). Montags kommen sechs KandidatInnen, kochen ihr Lieblingsgericht, werden von einem Stenekoch/Köchin bewertet und einer fliegt raus - bis Freitag zum Finale die beiden besten übrig bleiben. Das haben Horst und ich fast nie verpasst, immer aufgezeichnet. Die Grundlagen zum Kochen habe ich in der Haushaltungsschule gelernt, aber Ideen und anrichten bei dieser Sendung. Ich habe oft Rezepte in mein eigenes Kochbuch geschrieben und ausprobiert. Schade, Peter kocht zwar gerne, mag aber nur improvisieren.
Manchmal schaffen wir es, gemeinsam zu kochen: vegane Frikadelle mit Zwiebelsoße und Knödeln, dazu gemischter Löwenzahnsalat


Er guckt sowieso im Gegensatz zu mir kaum fernsehen. Gelegentlich einen Krimi, aber sonst nur nebenher, weil auf seinem Laptop Weltnachrichten laufen, bis ihm das Sandmännchen erscheint und er schon mal ein bisschen vorschläft.

Die Wanderfalkenküken bekommen ihr Federkleid ...und schauen schon mal über die Kante

Die Wildnis im Garten wird dichter

Mittwoch: Endlich habe ich meine Einkommensteuer fertig erklärt. ELSTER war perfekt, außer, dass ich es nur auf dem Handy hatte. Alles zu klein, aber ich hatte eh nix auszufüllen glaube ich, Finanzamt weiß alles, nur auf senden drücken. Für Bearbeitung am Laptop muss öfter mal alles neu beantragt werden, weil ich damit keinen QR- Code abscannen kann, die Zertifizierungsdatei sich gelöscht hat, und damit ist kein Login möglich. Alle Jahre wieder ...
Ich verpacke Steine für Langeoog, die ich vorausschicken will. Es sind bisher 7kg. Dazu noch 40 Muscheln, aber die wiegen ja nix.


Was für ein süßes Teddybild, ich glaube, ich muss auch KI lernen ...

Dienstag: In meiner Wohnung will ich den Mülleimer zur Abfuhr morgen voll manchen. Aber es sind überwiegend volle Diakästen und viele CDs, Plastik. Peter will alles lieber zum Bauhof bringen und so bleibt meine Tonne leer. Mehr schaffe ich heute nicht, bin irgendwie lufttechnisch nicht gut drauf heute, liegt vielleicht an der Luftfeuchtigkeit oder ich habe einfach so einen schlechten Tag.
in einer Regenpause gehe ich in den Garten um Giersch zu pflücken. Der wird verarbeitet wie Spinat. Hier eine Tarte, dazu Sauercreme

und ich passe nicht mehr in meinen Mantel, Knöpfe gehen nicht zu ... aber die T-Shirts sitzen noch

Montag: Nach einer Woche Wohnmobil freue ich mich auf eine lange und heiße Dusche. Wir duschen zwar im Womo auch, aber das ist mehr ein zarter Sprühnebel. Haare waschen geht bei meiner Mähne damit nicht, da geht das Shampoo nicht raus.
Ich erledige einige Dinge im Büro, Rechnungen, abheften, bestellen. Fast fertig geworden und dann doch lieber mit Peter lange auf der Terrasse gesessen, bis es Zeit für Abendessen wurde.
Ich wollte schon lange mal Kartoffeln füllen und in einer Muffinform überbacken. Hat gut geklappt, ich hätte nur mehr einfetten müssen, damit die leichter rausgehen. Oder die Schale dran lassen. Das müsste auch als Gästesnack gut ankommen. Peter hat dazu Stinte "satt" gebraten.



Sonntag: Wir brechen relativ früh auf Richtung Heimat. Der Wetterbericht klingt komisch, und wir werden erst abends wissen, dass uns das nicht betrifft. Nach einer Woche haben wir einiges auszupacken. Meinen Malkram hätte ich zu Hause lassen können, nix geschafft. Ist eher etwas für Regen.
Wir freuen uns, wie schön unterwegs alles grünt und blüht, so ein Unterschied zu unserer Anreise letzten Sonntag. Der Mai ist ein toller Monat!
Besonders schön, wenn auch noch etwas spärlich: die Rapsfelder.

Peter erzählt von Opferraps und ich google:

Abends darf ich kochen ... im Womo macht Peter das alleine. Spaghetti mit Bärlauch und Gemüsebolo

Sonnabend: Es ist richtig Sommer an der See. Die Stimmung auf dem Platz ist gut. Alle Kutter stehen im Hafen, also keine Krabben heute. Macht nichts, wir haben noch genug. Ich habe Kontakt zu einer Frau, die eine meiner Muscheln in FeddSiel gefunden hat und fragt in Facebook, ob ich die Steinfee von Langeoog bin. Ich bin auf beiden Seiten des Wattenmeeres berühmt, haha.
Nachmittags steht plötzlich Besuch vor der Tür, die netten Leute von gestern aus der Kneipe. Wir haben nur zwei Stühle und improvisieren: Eine leere Fischkiste mit Sofakissen, Peter auf dem Trittbrett. Wir haben nur noch einen Aperitiv, der wird mit Eiswürfeln und MinWasser serviert, aber das tut der guten Stimmung keinen Abbruch. Wir tauschen die Telefonnummern und das ist eher selten im Womoland. Wir sind es gewohnt, uns nie wieder zu sehen, wenn wir Tschüß und gute Fahrt sagen.
Freitag: Mittags gehen wir zum Hafen, Frühschoppen - und der zieht sich bis 15:00 Uhr. Ups. Der sonst verschlafene Ort ist vollgelaufen mit Touristen aus Bussen, Schiffen, Parkplatz und unzählige Fahrräder sind unterwegs. Wir wollen nach dem zweiten Bier fast schon los, als sich ein nettes Ehepaar an unseren Tisch setzt. Wir kommen ins Gespräch und da sie auch alte Womofahrer sind, werden Ziele in ganz Europa besprochen. Ich kann wenig mitreden, bekomme aber zwei Zigaretten geschenkt... und noch ein Bier ... unnocheins. Zurück im Womo schlafe ich zwei Stunden statt in der Sonne zu sitzen.

Die Idee für alle alten Mädels, die es auch nicht mehr auf den Besen schaffen: Ohrringe

Donnerstag: Der Womoplatz wird voll, das Wetter super und wir haben noch zwei Tage verlängert. Wir gehen im Hafen spazieren, trinken Bier in der Strandbar, sitzen vorm Womo, ich lese oder male, Peter kauft ein und kocht lecker Fisch. Klar hat man bei dem Wetter viel leichter Kontakt zu Nachbarn, alle sitzen draußen ...


Der Leuchtturm Roter Sand zieht wohl bald nach Fedderwardersiel um
Besondere Attraktionen gibt es hier nicht. Flugschüler fliegen weiße Kreise in den Himmel, die Schafe blöken am Deich, eben kommt eine Transall im langsamen Tiefflug übers Wattenmeer und bei unserer Kneipe hält eine Stretchlimousine, 8m lang. Oma 80. Geb. mit Familie steigt aus auf einen Sekt in der Bar und später Treppe rauf zum Hotel. Lustiger Haufen.

Ich sitze auf einer Bank und höre die bekannte Stimme eines Kollegen von früher, mit dem ich vor zwei Wochen erst beim Treffen zusammengesessen habe. Er kommt mit Peter vom Lieferwagen, der Krabben geladen hat. Eigentlich war kein Verkauf, aber die beiden haben je 2 Kg bekommen. Peter geht zum Womo wg. Kühlung und Nils kommt an mir vorbei. Er ist total überrascht als ich ihn rufe. Sich in so einem einsamen Fischerdorf zu treffen, ist schon selten. Seine Frau hat Geburtstag, deshalb der Ausflug. Peter und Nils kennen sich von früher, aber die beiden alten Herren haben sich nicht erkannt am Fischwagen. Erst später, als sie noch einmal an der Strandbar vorbeikommen.
Von einer Lesekreisfreundin bekomme ich ab und zu selbst verfasste Geschichten, die ich gerne lese. Ich habe daher eine neue Seite eröffnet, damit ihr bei Interesse mitlesen könnt. Ganz unten "Monikas Geschichten"
Mittwoch: Gespannt setze ich gleich morgens mein Walwatching fort und siehe da, Timmy ist unterwegs. Gestern haben wir lange geguckt und gewartet, wie der Wal in sein Transportbecken kommt. Aber irgendwann wollten wir los bei dem schönen Wetter.

Auf den Gläsern steht: Männer wissen was gut ist. Heute will ich ein anderes Glas
Es war schon klar, dass genau in dieser Stunde etwas entscheidendes bei dem Wal passieren würde nach 30 Tagen. Das ist so wie beim Fußball gucken. Kaum gehe ich mal kurz zum Klo, fällt ein Tor.
Dienstag: Wir wachen davon auf, dass uns die Sonne an der Nase kitzelt. Es ist allerdings sehr windig und warm anziehen ist angesagt, wenn wir gleich zum Kutterhafen gehen. Auf dem Stellplatz ist es noch übersichtlich, aber zum 1. Mai wird hier der Bär los sein. Die meisten Plätze sind ab da reserviert. Wir haben eh nur einen Kurzaufenthalt geplant.
Unsere mediterrane Fischpfanne aus der Womo-Küche war sooo lecker, das wiederholen wir heute noch einmal. Die Art Minestrone hatte ich zu Hause vorgekocht. Der frische Fisch musste nur etwas darin ziehen



Montag: Mittags soll es losgehen ans Wattenmeer. Ich werde oft gefragt, was dort los ist. Nix, aber das ist gerade das schöne ... Kutterhafen, eine Strandbar und drei Läden.

Ich frage mich manchmal allerdings, was Leute veranlasst, in dem Ferienpark Urlaub zu machen. Der besteht aus vielen Häuschen. Unser Stellplatz ist ganz oben rechts im Bild, hinter dem Parkplatz

Gestern war der letzte Lesekreis bei Gerd in Bremen. Die Stube ist nur noch provisorisch eingerichtet, ein Großteil schon umgezogen in die Seniorenwohnung in Verden. Wenn die für dort bestellten Möbel Mitte Mai geliefert werden, wird er endgültig umziehen. Nun sucht seine Freundin eine kleine Wohnung in Verden ... die ist noch berufstätig in Bremen, aber wenigstens in Bahnhofsnähe.
Nicht nur im Obstbarten, auch neben der Terrasse blüht es
,
Sonntag: Der Tag ist verplant. Vormittags mein persönliches Wellnessprogramm, wie immer sonntags. Und Peter muss auch unters Messer, Frisur und Bart stutzen. Wir wollen nämlich Morgen nach Fedderwardersiel mit dem Womo und dort ist alles etwas eingeschränkt. Bevor ich nachmittags zum Lesekreis nach Bremen fahre, sollte ich alles startklar haben, Klamotten, Malsachen usw.
Die Wanderfalken, deren Nest wir online angucken, werden immer größer und fangen schon an mit den Flügel zu schlagen...

Sonnabend: Gestern hat Peter sein Notebook "zerschossen". Er bekam immer die Meldung, dass er Mozilla Firefox als Browser installieren soll. Ich bin da sehr zufrieden mit, mach doch. Oh je, war erst einmal keine gute Idee. Plötzlich war die gesamte Oberfläche vom Fuchs mit div. Verknüpfungen besetzt und viele Seiten gingen nicht mehr auf. Gesucht, gesucht, Fehler nicht ermittelt. Kein zurück. Ich habe abends noch meinen Abministrator angefunkt und wir konnten mittags zu ihm kommen. Das Norton-Antivirenprogramm war Schuld. War durch die Änderung zur Höchstform aufgelaufen und hat Mauern gebaut, alles für nicht sicher erklärt. Mist.

Irgendwie ein Altherrenprogramm von früher, da hat es vielleicht mal Sinn gemacht. War schon ein "Streitpunkt" zwischen Horst und mir.
Nachdem der Fehler gefunden und das Programm deinstalliert war (selbst dagegen hat Norton sich noch mit letzter Kraft gewehrt), lief alles wieder und Peter war sehr froh. Ich auch, weil ich jemanden hatte, der helfen konnte.
Nachmittags kamen Freunde spontan mit dem Fahrrad vorbei. Wir haben eine Stunde zusammen im Garten in der Sonne gesessen, Peter hat eine Kanne Apfelwein aus dem Keller geholt und ich konnte zwei Zigaretten abstauben, beide Raucher. Habe ich sonst im Bekanntenkreis kaum noch. Sie pflückten noch einen Sack Bärlauch und fuhren dann wieder ab.
Ich war dran mit kochen: Kartoffelklöße mit gerösteten Nüssen und Kräutern, Rosenkohl ...
für Peter mit Lammfleisch ( war schon fertig)

und für mich mit veganen Frikadellen und extra Soße. Trotzdem alles in 30 Minuten fertig.


Freitag: Wir muddeln vor uns hin, Hausarbeit, Womo-Reparatur, das Wasser läuft mit neuer Pumpe. Kann also bald wieder losgehen. Allerdings erst Montag frühestens, habe Sonntag noch einen Termin in Bremen. Trotzdem werde ich alles schon mal startklar machen heute.
Das mit dem Wal wird eine unendliche Geschichte.

Das hat ein Tierarzt gesagt und eigentlich hat er recht. Aber der Wal konnte nun mal nicht einfach im Hafen liegenbleiben - und jetzt in der Hafeneinfahrt auch nicht. Der wird sich kaum freiwillig bewegen, weil offensichtlich sein Navi kaputt ist. Er weiß nicht wo er ist und wohin er soll.
Unser Besuch gestern war sehr angenehm, angeregte Unterhaltung und zack war Abend. Wie schnell manchmal ein paar Stunden bei guten Gesprächen herumgehen. Leider ist mein Pfirsichkuchen matschig geworden und ich musste schnell umdisponieren, aber ich hatte Vorräte.
Donnerstag: Morgens wieder Walwatching online, nix passiert, ist langsam langweilig. Beim Aufräumen hat Peter Fußballmünzen gefunden, war wohl mal zum Sammeln gedacht 1969. Mein Sohn ist zwar Werderfan, kann damit aber nichts anfangen. Kennst du jemanden, der Werderkram sammelt? Wegwerfen ist doof.

Vom heutigen Tag wird es nicht viel zu berichten geben. Wir erwarten Besuch zum Kaffee. Das heißt für uns, mal wieder aufräumen und saugen, haha. Wir sollten öfter einladen ...
Peter hat gestern Fenster geputzt, was hier immer ein ziemlicher Akt ist. Dann wurden die Ränder in der Wildnis gesäubert, damit es nicht ganz wild aussieht. Natürlich mit Schutzkleidung. An der Baumblüte können wir uns kaum sattsehen, sooo schön.


Mittwoch: Ich habe beschlossen, eine Linsensuppe zu kochen. Peter hat mir dafür Suppengrün aufgetaut. Upps, das reicht für zwei Tage Linsensuppe und auch noch für mehrere Portionen Minestrone. Okay, die können wir dann auf der nächsten Fahrt mitnehmen.
Mal in die Suppenpötte geguckt


Der Kuchen für unsere Gäste morgen ist auch fertig. Nur die Streusel sehen nicht so schön aus, hatte nur noch Vollkornmehl. Ich habe so lange in der Küche zu tun, das ich mir mein Tablet mit dem Livestream vom Wal auf den Tresen gestellt habe. Der lebt tatsächlich immer noch. Armes Vieh. Der Abdecker steht schon bereit.

Gestern gab es mal wieder Sauerkraut mit Bärlauch-Kartoffelpüree

Dienstag: Wie schön unsere Wildnis jetzt aussieht:


Rehe sind öfter mal im Garten, der Bock seltener. Ob er an die Magnolie wollte?

Der Wal, die unendliche Geschichte. Der ist vielleicht nur zum Sterben hergekommen und nun so ein Stress und schon wieder hat er sich hingelegt. Die Tierärztin ist wutentbrannt wieder abgereist nach Hawaii, weil ihr Fachwissen in Deutschland nicht gefragt war. Und in den Medien wachsen die Beschimpfungen gegen Politik und vermeintliche Retter und selbst ernannte Fachleute, aber auch gegen die wirklichen ... weil deren Meinung nicht gefällt.


Montag: Nur mal eben gucken, was der Wal macht - und schon hänge ich im Livestream fest. Ich bin seit 1984 Mitglied bei Greenpeace, nicht zuletzt wegen der Wale, die damals noch unbegrenzt bejagt wurden. Auch heute gibt es Länder mit Sondergenehmigung. Natürlich tut mir der Wal leid, aber noch mehr bedaure ich die Rettungsversuche, die ihn am Sterben hindern und voll der Stress sind für das Tier. Und dann das Fischernetz vermutlich mit Reuse im Maul verklemmt. Für den Hype habe ich null Verständnis. Wenn ich die Horde von Klageweibern am Hafen sehe, die alles kommentieren und besser wissen als die Fachleute von Sea Shepherd und Greenpeace, sträuben sich mir die Nackenhaare. Rettung ja wenn möglich, nein, wenn nicht möglich. Guck mal, wo der Wal ganz hin muss, sollte er frei kommen.... 600km bis zur rettenden Nordsee durch viele Meerengen! Ohne sein Lebenselexier: Salzwasser.



Die kleinen Wanderfalken entwickeln sich prima im "Lebensraum Burg". Das Weibchen ist noch etwas irritiert, weil ein Ei nicht fertig wurde. Ab und zu setzt sie sich noch drauf. Den Terzel sehen wir kaum, der scheint sich vom Acker gemacht zu haben, statt Futter zu besorgen. Einmal war er kurz da, ohne was, aber da hat Muddern ihn rausgeschmissen, die Küken waren noch zu klein, die hätte er vielleicht als Snack gemampft.

Sonntag: Wir verzichten auf den verkaufsoffenen Sonntag mit Neuwagenausstellung in der City. Früher war ich da immer gerne, probesitzen, Kaffee trinken, Leute gucken und treffen, Trubel eben. Aber nun möchte ich gar nicht erst in Versuchung kommen, Sachen zu kaufen, die nicht auf dem Zettel stehen. Ich muss mich trennen und nicht mehr neu anschaffen. Und dann macht das nicht wirklich Spaß. So vergeht der regnerische Sonntag in Werkstatt und Malatelier... keine besonderen Vorkommnisse.
Abends schaffen wir es mal, gemeinsam an unserer Gierschquiche zu arbeiten. Wir haben meistens zu verschiedene Vorstellungen, wie ein Gericht zubereitet werden kann und aussehen soll. Streit vermeiden.

Sonnabend: Peter baut neue Regale aus alten Schränken für die Werkstatt. Ich mache mich auf den Weg zu meiner Wohnung. Meine Nachbarin hat heute Geburtstag, habe ein kleines Geschenk für sie.
Ich schaue die Post durch und juhu, meine Reiseunterlagen für Langeoog sind angekommen. Fährticket, Gepäcktransport, Gästekarten. Noch vier Wochen ....

Ich packe mein Teeservice in meinen Trolley, meinen Toaster und Horsts Kaktus. Das einzige Mal, dass Horst eine Topfpflanze gekauft hat. Vor 20 Jahren kam er mit dem kleinen Doppelkaktus von Aldi zurück. Über die Assoziation hat er nicht gesprochen, nur geschmunzelt...Ich glaube, ich habe es trotzdem verstanden.

Das Teeservice ist von Horsts Mutter. Es ist sehr schön handgemalt und vollständig. Ich sollte mich trennen, weil ich es ja voraussichtlich nicht mehr brauche. Geht zur Zeit nicht. Ich habe es viel benutzt. Das Porzellan ist so dünn, dass ich im Winter Lichter in die Kanne und Zubehör stellen kann. Leuchtet schön.

Kaum zurück, kommt Freund Ernst mal eben zu Besuch, für fast drei Stunden. Peter hat anschließend keine Lust mehr, heute groß zu kochen, gibt Gemüsepfanne mit Spiegelei vorm Fernseher. Ich möchte sooo gerne "Zuhause im Glück" zu Ende gucken. Habe früher keine Sendung verpasst mit der Architektin Eva Brenner. Die machen da für jemanden das Haus fertig oder Umbau mit großem Aufgebot in acht Tagen, der es nicht alleine schafft, z. b. wg Todesfall, Brand, Handicaps usw.

Auch Reise-Hamster Idefix hat ein Spiegelei

Vor dem Haus blüht die wilde Hecke
Gestern Ruhetag beschlossen. Ich habe eine große Tasche voller Erinnerungen in Schränke geräumt, die ich vor unserer Kurzreise aus meiner Wohnung mitgebracht hatte. Spannend, was ich da alles vom grauen Führerschein bis zum Poesiealbum meiner Mutter wiedergefunden habe. Da muss ich mir mal Zeit nehmen, das alles zu sichten an einem Regentag.
Peter hat die Werkstatt (Garage) aufgeräumt und ich habe von der Bank vorm Haus gesessen und durch das offene Tor zugeschaut. Später haben wir noch gemeinsam ein Bier getrunken. Man bekommt viel mehr Kontakte zu Nachbarn, wenn man vor und nicht hinter dem Haus sitzt. Es war eine gute Entscheidung, die Gartenbank hierher zu stellen. Die Auflage und die Kissen können Regen ab.

Eine Karavane zog vorbei ... die laufen hier sonst nur sonntags, war wohl eine Sonderführung und alle haben gegrüßt ...

Abends gab es Spaghetti mit "was von gestern übrig war..."


Freitag: Der Alltag hat uns wieder. Die Fahrt über Land gestern war ganz schön. Zwar ist die Rapsblüte noch nicht in Gang gekommen, aber trotzdem sieht die Landschaft schon frühlingsmäßig aus.
An der Fähre Glückstadt-Wischhafen war eine Stunde Wartezeit angesetzt. Kaum hatte ich meinen Malkram aufgebaut, wurde wir aus der Wartereihe gewunken und für die nächste Fähre aufgestellt. Die Ordner gucken dort immer, dass das Verhältnis von Groß- und Kleinfahrzeugen passt. Auf zur Elbkreuzfahrt.

Neben der Autobahn habe ich einen Wolf gesehen. Von weitem dachte ich an ein Reh, aber als wir daran vorbeifuhren, schaute er gerade hoch. Der dicke geplüschte Kopf und das grau-gelbe Fell waren deutlich zu erkennen. Der Wolf stand hinter einem Zaun etwa 10km vor der Raststätte Grundbergsee. Ich finde die Tiere faszinierend, aber hier im dicht besiedelten Deutschland fehl am Platz.
Meine Cousine Birgit war auch unterwegs. Danke für das lustige Foto...

Es war nicht vorgesehen, dass Peter abends noch kocht. Wir hatten schon reichlich Picknick auf der Elbfähre. Aber er überraschte mich mit einer Nordfriesischen Fischpfanne, Stint und Krabben.

Donnerstag: Seit gestern Abend haben wir kein Wasser mehr an Bord. Der Wasserstandsmelder scheint nicht sicher zu arbeiten. Gleich heute Morgen steht Peter als erster auf, um zur Zapfstelle zu fahren. Ich bleibe im Bett, um nicht im Weg zu stehen. Komisches Gefühl im Liegen, wenn der Wagen rumpelt und pumpelt. Wir stehen gleich neben der "Kläranlage", der Duft von Kaffee wäre mir jetzt lieber, aber man kann nicht alles haben.
Zurück am Stellplatz stellt Peter fest, dass die Wasserpumpe defekt ist, vermutlich gestern trocken gelaufen. Ersatz ist an Bord, aber leider passt der Anschluss nicht. Wir könnten jetzt herumfahren, versuchen, ein Teil zu bekommen und einzubauen, aber es lohnt nicht wirklich, war sowieso nur noch eine Übernachtung geplant. Also Richtung Heimat.

Mittwoch: Der Fußweg in die Innenstadt von Rendsburg ist kurz. Markttag. Ich sitze an einem Spring- und Spielbrunnen, während Peter die Stände inspiziert. Viel Zeit, Leute zu gucken. Mir fällt auf, dass die meisten Menschen hier sehr nachlässig gekleidet sind. Das einzige Kaufhaus ist Woolworth, aber auch dort kann man auf Farben und Passformen achten. So stark ist mir das noch nirgends aufgefallen. Und dann sehr viele gebrechliche Leute mit Gehstörungen. Wir sitzen noch bei einem Bier draußen in einer Eckkneipe und beobachten weiter. Diesmal viele Kopftücher, die vorbeikommen. Rendsburg hat 22.000 Einwohner und 37% Zuwanderungen aus 120 Ländern. Viel Leerstand in der City, kaum Tourismus. Ich hatte mir die Stadt anders vorgestellt....

Nachmittags ist Zeit zum Malen für mich. Ich gucke seit zwei Wochen wieder die Küchenschlacht im ZDF, die ich Jahre aus den Augen verloren habe. Horst und ich haben damals alles aufgezeichnet, keine Sendung versäumt. Da habe ich viel gelernt, vor allem appetitlich anrichten.
Peter serviert Salat und geräucherten Heilbutt.



Und bei uns wird er noch einmal mit Öl und Zitrone überspült, bevor er zum Fischfilet auf den Teller kommt. Queller bekommt man meistens nur direkt an der Küste, seltener am Fischwagen auf dem Markt.
Dienstag: Wir verlassen Büsum, halten aber noch einmal kurz bei der Schäferei, ein kleines Urlaubsparadies für Kinder, die reiten möchten. Meine Enkeltöchter waren öfter dort. Gesehen habe ich nicht viel, das Restaurant war gut besucht, kein Parkplatz für unseren dicken Brummer.
Mittags kommen wir in Rendsburg an. Es ist viel frei auf dem Stellplatz. Wir suchen uns einen Platz mit Blick auf einen Teich aus. Mal schauen, ob die vielen Enten abends ruhiger werden. Im Moment genießen sie die Sonne, quak, quak, quaaaaaak.

Peter war vorhin noch mal am Hafen in Büsum vor Abfahrt. Wollte Kutter gucken. Keiner da, aber schon wieder ein Fischstand, diesmal von der "ANDREA" Peter hat sich ein Fischbrötchen gegönnt und seinen Einkauf habe ich noch gar nicht besichtigt. Nur der Kartoffelsalat guckte durch die Tüte.

Büsum: Am Fischereihafen vorbei gehen wir zur Altstadt. Die Einkaufsmeile ist gut belebt, die Gastronomie sieht überall nett und gepflegt aus und die Läden sind nicht nur standard. Wir trinken Kaffee mit Blick in den Park und genießen die Urlaubsstimmung um uns herum.
Wir sitzen auf einer Bank, als uns eine Frau mit einer Regenjacke entgegenkommt, die ich auch gerne hätte. Ich sehe den Schriftzug Schietwetter darauf und stelle fest: Der Laden ist direkt gegenüber. Fünf Minuten später habe ich die Jacke im Sack.
Auf dem Rückweg kauft Peter Rum und Krabben. Wir pulen und dazu gibt es Grog. Die Krabben lassen sich so gut abziehen, dass Peter noch einmal zum Fischladen geht. Er kommt mit einem weiteren Kilo Granat, Fisch und Queller wieder. Gibt noch einen Grog, aber die letzte Mischung war nicht so gut, nun weiß ich, woher der Ausdruck "bin groggi" kommt.

Wie ich unterwegs online bin? Für die Homepage brauche ich mein Tablet, da reicht das Handy nicht. Die meisten Stellplätze bieten WLAN inklusive an. Aber manchmal muss ich auch auf Peters Hotspot zurückgreifen, sobald wir stationär sind.
Windkraft, soweit das Auge reicht

Montag: Wir stehen auf dem Stellplatz in Büsum und werden vom Lärm eines großen Gabelstablers geweckt. Direkt neben uns werden Schiffe aus der Halle gezogen, die zum Kranen sollen.
Der Platz ist ganz schön, nur bei der Anmeldung gab es wie so oft Probleme. Der Ticketautomat wollte nicht rausrücken, was Peter buchen wollte. Irgendwann klappte es, aber die Kurtaxe war nicht drauf. Die hätte nebenan in der Hütte des Touristenvereins bezahlt werden müssen. Peter war bei der abendlichen Kontrolle etwas uneinsichtig. So bin ich lieber zum Nachzahlen gegangen - mit ein paar bemalten Muscheln. Alles gut, mir ist klar, dass die Kurtaxe nicht von privaten Vermietern eingezogen wird. In Zukunft werde ich versuchen, Peter von dem Buchungskram zu entlasten. Alles andere muss er ja eh selbst machen, vom Planen und Fahren bis Strom, Ent- und Versorgung usw.
Wir sind gestern über Land gefahren. Von der erhöhten Position kann man schön in blühende Gärten und Obstplantagen gucken.
In Brunsbüttel waren wir überrascht von den riesigen Industrieanlagen. Es war fast unheimlich, dass wir da fast zehn Minuten als einzige durchgefahren sind. Daran wird wohl das AKW Schuld gewesen sein. Hier möchte wirklich niemand wohnen und sonntags ist alles ausgestorben wie nach einem Atomkrieg.
Wir sind heute gleich zweimal mit der Fähre gefahren. Einmal von Glücksstadt über die Elbe nach Wischhafen. Erstaunlich, wir konnten sofort ohne Wartezeit auf die Fähre. Zeit für Heringssalat und Schiffszwieback an Bord. Hatte ich gestern noch schnell vorbereitet. Mit Apfel, Roter Bete und Nüssen...
Auch die nächste kleinere Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal stand schon bereit. Der Kanal hieß mal Kaiser-Wilhelm-Kanal und der hat beschlossen, dass niemals jemand fürs Übersetzen bezahlen muss. Das gilt noch heute ...
Manche Bilder kommen doppelt; das liegt daran, dass ich die als Collage beim WhatsApp Status gepostet habe, aber die sind ja nach 24 Stunden wieder weg. Und es gucken nicht alle Status UND Homepage ...
Sonntag: Die Magnolie direkt vorm Fenster fängt an zu blühen. Es ist eine späte Sorte, die länger blüht.
Aber wir werden in den nächsten Tagen wenig davon haben. Wir machen uns gerade startklar für die Womotour. Um elf Uhr wollen wir vom Hof rollen. Unsere Planung, Richtung Osten, haben wir gestern aufgegeben. Wir wollten das mit einem Verwandtenbesuch für Peter verbinden, aber das klappt dort gerade aus gesundheitlichen Gründen nicht. Kurz entschlossen geht es nun nach Schleswig Holstein, Büsum, Heide, Rendsburg.
Mal wieder schnelle Senfeier ...

Sonnabend: Wir sitzen lange beim Frühstück mit Blick bei uns zuhause ins "Alte Land". Die Sonne scheint, die Obstbäume blühen, die Magnolie fängt langsam an und die Osterglocken stehen noch. Wir beraten, wohin es morgen oder übermorgen mit dem Wohnmobil gehen soll, aber ich glaube, Peter hat keine rechte Lust, will lieber seinen Garten genießen. Angedacht waren acht Tage Richtung Osten. Aber vielleicht reichen drei Tage Küste mit Fahrrädern, falls ich das Radfahren nicht ganz verlernt habe ...
Gestern habe ich einen Korb voll Bärlauch gepflückt und daraus Pesto, Kräuterbutter und Frischkäsezubereitung gemacht. Ich liebe Spaghetti mit Pesto. Vielleicht mache ich mich heute noch einmal daran. Das Bärlauchfeld fängt an zu blühen, macht aber nichts für die Verarbeitung
Meine Zechprellerin von gestern hat sich gestellt, haha. Sie ist mitten in der Nacht aufgewacht und ihr ist eingefallen, dass sie das Bezahlen im Hotel vergessen hat. Sie ist sofort morgens hingefahren und hat erfahren, dass ich die Rechnung übernommen habe. Ich hatte ihr zwischenzeitlich schon auf den AB gesprochen, ganz vorsichtig. Aber nach Ausschlussverfahren blieb sie als einzige Kandidatin übrig.
Ich habe ja viele Jahre Facebook verweigert, aber nun bin ich fasziniert, wie gut die meinen Geschmack kennen. Leider bekomme ich nur noch Angebote im hochpreisigen Bereich, so Sitzmöbel die ich schön finde ( also nicht in den Farben), alle zwei- bis viertausend Euro.
Was ich mir leisten kann ... Wäschekorb, Stuhl und Lampe (Repliken)

Heute Nachmittag kommt Freund Ernst zu Besuch, der hat bestimmt eine Zigarette für mich. Ich rauche jetzt seit 5 Monaten nicht. Also ich habe keine gekauft. Wenn ich ab und zu mal eine schnorren kann, mache ich das gerne. Aber ich kenne kaum noch Leute, die rauchen ...Ich habe inzwischen 5kg zugenommen, jetzt reicht es wirklich, die ersten Klamotten werden zu eng ...
Freitag: wie gut, dass ich gestern die doppelte Fahrzeit nach Bremen eingeplant habe, so bin ich genau pünktlich angekommen. Ich hasse es, in Bremen Auto zu fahren. Egal wo ich hin will, alles dicht. Als ich noch fußläufig vom Bahnhof wohnte, war der Zug immer eine gute Alternative. Aber nun am Bahnhof einen Parkplatz zu finden, ist nicht gerade einfach.
Mein Treffen war richtig schön. Viele angeregte Gespräche. Selbst die über Achtzigjährigen wirken wie junge Alte ..., sie reden begeistert von Wanderungen und Urlauben, von KI und Hörgeräten.
Mit dem Essen waren alle zufrieden.
Mein veganes Gemüsecurry in der grünen Schüssel war lecker ...mein Nachbar hatte Räucherlachs
Leider hat jemand nicht bezahlt. Das machen wir nacheinander an der Theke, wenn wir gehen, jede zu eine anderen Zeit. Ich habe die Rechnung von 30€ übernommen und mein Foto soweit vergrößert, dass ich sehen kann, wer die Hühnerbrust und Bier hatte, einige ... Aber dazu kam noch ein Ostfriesentee, den hatten nicht viele ...nun gehe ich auf die Suche.
Der Rückweg nachmittags war auch nicht besser, diesmal nicht GVZ, sondern über die Neuenlanderstraße. Ab Arsten erst einmal stehender Verkehr. 1:20 von Bremen nach Verden ....
Grollander Krug - Hotel Robben. So sieht man es, wenn man auf der Hochstraße Richtung Oldenburg fährt.
Donnerstag: Heute findet mein halbjährliches Kollegentreffen mittags in Bremen statt. Immerhin haben von 33 Leuten 17 zugesagt. In der Osterwoche sind doch einige verreist. Wir kennen uns vom Funkübertagungsbetrieb, damals noch Deutsche Post in den 70ern. Nach dem Tod unseres Organisators habe ich das nicht ganz freiwillig übernommen, lege allerdings weniger " Herzblut" da rein, als er ... Wer sich mehrfach nicht meldet, fliegt kommentarlos aus dem Verteiler.
Bei uns im Garten beginnt die Baumblüte ...
Und zu essen gab es Hoppel Poppel, also von gestern mit Nudeln

Mittwoch: Nun kommt wieder eine lange Zeit ohne Qigong, weil ich im Sommer zu oft fehlen würde. Es sind immer Kurse zu je 10 Einheiten. Ab nächste Woche soll es wieder mit dem Wohnmobil losgehen. Und in sechs Wochen geht es für uns schon nach Langeoog.
Das Wetter ist heute wieder sommerlich, aber trotzdem muss ich meiner Wohnung endlich mal weiterkommen mit "Schränke für den Transport ausräumen". Das soll möglichst noch vor Urlaubsbeginn passieren.
Sehr leckeres Rezept für Bärlauch: Hier mit Frischkäse

Wenn Peter kocht, gibt es meistens Fisch auf Ofengemüse .... gelingt immer perfekt.
Dienstag: Es war wirklich nett nachmittags mit dem Besuch meiner Nachbarin und ihrem Freund, die meine Wohnung betreut. Nach Kaffee und Kuchen haben die beiden eine große Tüte Bärlauch gepflückt, wir haben einen Garten- und Hausrundgang gemacht. Schade, wir spielen sonst gerne Karten zusammen, aber mit Männern klappt das nicht.
Abends haben wir uns auf den Tatort gefreut, Teil zwei des Abschieds vom Münchener Team Leitmayer und Bartic.
In ein paar Stunden ist Ostern schon wieder vorbei
Scheint alles geklappt zu haben ...
Montag: Die Sonne scheint, was ich nicht erwartet habe. Dann muss ich wohl doch mal Staub wischen, wir bekommen heute Besuch zum Kaffee.
Gestern haben wir die Aperol-Saison auf unserer Terrasse eröffnet. So schön draußen.
Mein Osterbraten war vegan ..., Peter hat Rotkohl und Klöße dazu gemacht

Sonntag. Ich wünsche euch allen schöne Ostertage.
Passend zu Ostern sind zwei Küken bei den Wanderfalken geschlüpft, denen man unter Lebensraum Burg live ins Nest gucken kann. Niedlich, diese kleinen Flauschbällchen. Ab und zu fliegt die Mutter weg und kommt mit einer Taube wieder, die nicht schnell genug war. Sturzflug 350kmh!! Das ist dann weniger niedlich.
Eine kurze Ostergeschichte aus dem Internet.
Meine Mutter ruft aus meiner Heimatstadt Freiburg an. „Feiert ihr eigentlich Ostern?“, fragt sie. „Weil ihr gar nicht in der Kirche seid, unsere Enkel nicht getauft sind und ihr alle deswegen in die Hölle kommt.“ „Mama! Wir feiern diese Feste, weil sie schöne Traditionen sind."„Er hat ja auch am Tag der Arbeit frei, obwohl er nicht arbeitet“, ruft mein Vater von hinten. „Und wo versteckt ihr dann die Ostereier, ohne Garten?“, fragt meine Mutter. „In der Wohnung“, sage ich. „Ist total praktisch. Letztes Mal hat euer Enkel beim Eiersuchen noch meinen Impfpass und 50 D-Mark gefunden." „Aber wie kommt der Osterhase in die Wohnung?“, fragt meine Mutter „Was erzählt ihr da für Lügengeschichten?“ „Mama, es geht um einen Hasen, der Schokoeier bringt. Da finde ich eine weitere Lüge nicht schlimm. Außerdem erzählen wir ja ständig Lügen: Der Weihnachtsmann kommt durch den Schornstein. Der Papa musste gestern länger arbeiten und ist deswegen heute morgen krank, dabei war ich nur in der Kneipe und habe 17 Bier getrunken. Mir habt ihr früher bestimmt auch Lügengeschichten erzählt.“
„Dein Meerschweinchen ist damals ins Klo gefallen und ertrunken", sagt meine Mutter.
„Waaaas? Ich dachte, es sei ans Meer umgezogen, weil es seine Familie vermisste!“, rufe ich den Tränen nahe.
Aber meine Mutter hat schon aufgelegt.
Sonnabend: Ich fahre zu meiner Wohnung, will ein bisschen weiter räumen, aber ich bleibe bei meiner Nachbarin hängen. Sie hat Besuch von ihrem Freund, den ich auch schon kenne. Es ist gemütlich und gibt Pralinen.
Ich erwähne, dass Peter und ich in einer Woche Richtung Ostdeutschland mit dem Womo starten wollen. Da beide aus Thüringen bzw. Leipzig kommen, gibt es viele interessante Tipps. Da hätte ich mitschreiben sollen. Irgendwann wird es Zeit, wieder nach Hause zu fahren und mich fürs Osterfeuer umzuziehen.
Auf dem Weg dorthin sehen wir schon den dicken Qualm. Das Wetter ist schön, es sind viele Leute da, ca 30 Kinder sind mitgekommen, wuseln in der Menge herum, hier hat niemand Angst, dass jemand verloren geht. Die meisten Kurzen spielen Fußball auf der großen Wiese, wenn sie nicht gerade eine Poppkorntüte in der Hand haben. Das Feuer wird von einigen Feuerwehrleuten gut.bewacht.

Peter trifft viele Bekannte, vermisst aber auch viele, die es nicht mehr schaffen. Auch ein Teil seiner Stieffamilie aus HH ist da. Die hat er lange nicht gesehen und freut sich. Ich sitze mit Freunden von Peter am Biertisch und erfahre, dass bei den Familien P. Und S. Karfreitag der Abflusskanal Richtung Straße kaputt war, dass Frau M. morgens ihre neue Putzfrau aus Polen vom Flixbus abgeholt hat, dass der Rettungswagen gestern um 5 Uhr bei soundso stand, weil die Frau in der Dusche gestürzt und verkeilt war ... so ist das Dorf. Es gibt Becks, Pommes, Bratwurst für Peter. Ich kriege eine Zigarette geschenkt, Peter guckt gerade nicht. Bei Anbruch der Dunkelheit gehen wir nach Hause.
Meine 40 Jahre alte Clivie blüht wieder

Karlfreitag: Ich finde immer noch lustige Texte in Facebook zum 1. April, z. B. von Langeoog:
Neuregelung bei Eheschließungen
Das Standesamt Langeoog weist auf eine aktuelle gesetzliche Änderung bei Eheschließungen hin: Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes gilt ab 01.04.2026 für alle Paare, die sich über ein Online-Dating-Portal kennengelernt haben, nun auch ein 14-tägiges Widerrufsrecht ohne Angabe von Gründen nach dem Fernabsatzgesetz (FernAbsG).
In der Praxis heißt dies nun, dass die Ehepartner ein zweiwöchiges Rückgaberecht in Anspruch nehmen können. Bürgermeister Onno Brüling - seit Kurzem auch neuer Standesbeamter auf der Insel fürs Leben - weist daraufhin, dass diese Regelung nicht für Paare gilt, die sich offline z. B. in einer der einschlägig bekannten gastronomischen Einrichtungen der Insel oder vor dem 31. März 2026 kennengelernt haben.
Das Standesamt Langeoog bittet wegen erhöhten Arbeitsaufkommens von Nachfragen in dieser Angelegenheit Abstand zu nehmen. (Haha)
Während ich gestern in meiner Wohnung ein paar Umzugskisten gepackt habe, war Peter in der Werkstatt und hat mein Lieblingsprojekt bearbeitet: Das Telefon nur für Selbstgespräche. Das hängt nun im Hauseingang an der Wand.


Ich hatte das irgendwo mal gesehen und fand das sooo lustig. Dann kam das Angebot vom Fernmeldemuseum Leer, alte Apparate zu kaufen. Unser Kollege hatte etwas Mühe, einen Wandapparat zubekommen, die gab es nicht häufig. Ich wollte unbedingt einen mit Wählscheibe ...
Vielen Dank Peter, das passt so gut zu uns alten Telekomikern...
Donnerstag: Nee, gestern war alles erstunken und erlogen, aber schön wär's gewesen ... Statt dessen haben wir ein bisschen rumgebastelt, es kamen zwei Mädchen, die ein Osterei gegen etwas anderes tauschen wollten. Sie sind mit vier bemalten Baumscheiben wieder abgezogen, etwas anderes fiel mir gerade nicht ein. Die fertigen Steine waren wieder einmal zu speziell für Langeoog. Auf Wichteln zu Ostern war ich nicht eingestellt.
Ich organisieren zur Zeit mein Kollegentreffen im Grollander Krug nächste Woche. Erst einmal sichergestellt, dass meine Raumreservierung steht. Nun muss ich mit einem blöden Verteiler die Leute einladen. Ich kann zwar ganz gut mit Mails umgehen, habe aber null Erfahrung mit Verteilern, nutze immer wieder ein Antwortding, wobei ich Änderungen nicht gut reinbekomme. Altersblond.
Peter hat DEN perefekten Fischteller serviert, Kabeljaufilet, Stinte, Ofengemüse ...Es gab Nachschlag ...
Vorgestern war ich dran: Bärlauchspaghetti mit Räucherlachs und Kopfsalat
Mittwoch, 1. April ...April.. Endlich habe ich mal etwas spannenderes zu berichten. Bei unserem Einkauf Sonnabend bei Edeka fand ich bei den frischen Kräutern ein Tütchen mit Bärlauch: 15 Gramm €1,49. Und wir haben den ganzen Garten voll.
Die Idee: Wochenmarkt. Peter hat einen Freund dort, den wir immer begrüßen, wenn wir dort sind. Er verkauft seinen Honig, manchmal auch Eier und Kartoffeln in braunen Tüten. Angerufen und gefragt. Ja, solange es unverarbeitetes Pflückgemüse ist, ist es erlaubt. Nur anbauen kann er keinen Tisch, er hat 1,20m fest gebucht. Aber nach hinten sind zwei Meter Platz. Macht nichts, das kriegen wir hin.
Wir haben schon abends angefangen, den Bärlauch zu schneiden und morgens früh weitergemacht, bis der Rücken sich nicht mehr bücken wollte.
Rücksitzbank umgeklappt, zehn volle flache Stapelkisten, zwei Klappstühle und die Sackkarre rein und los. Ich hatte noch ein Schild gedruckt. Aber wie anbringen? Am Straßenrand stand ein Dreibein mit dem Hinweis „Wildunfall“. Brems. Ob das da steht oder peng, es fährt eh niemand langsamer. Geguckt, dass keiner guckt und rein ins Auto
Am Marktstand sollten wir erst um 8.00 Uhr sein, weil dann der Marktleiter durch ist. Wir haben alles auf der Sackkarre gestapelt. Ich hatte meine Briefwaage mit und vor Ort schon mal ein paar dicke Sträußchen gebunden, die ich mit auf den Tisch legen konnte. 50g = 2 Euro. Fairer Preis.
Gegenüber beim Bäcker habe ich Kaffee und Hörnchen für uns geholt. Als ich rauskam, sah ich drei Dinge: Leute am Stand, Peter der das Schild abmontierte und einen Mann, der mit unserer vollen Sackkarre losschob. Upps. Der Koch eines Gourmet-Restaurants in der City kaufte frische Ware auf dem Markt, und nach kurzer Rücksprache mit seinem Chef hat allen Bärlauch aufgekauft. Peter und ich sind dann mit dem Auto hingefahren und haben Kisten und Karre wieder abgeholt. Für die 7kg Bärlauch bekamen wir 300€. Das hat sich gelohnt.
Auf dem Rückweg haben wir brav das geliehene Schild wieder aufgestellt und waren um 10 Uhr schon wieder zuhause.
PS: Nachmittags rief der der Koch noch einmal an. Morgen kommen drei Azubis und pflücken selbst. Sie sollen eine Projektwoche „Bärlauch“ mit eigenen Kreationen machen. Super Idee. Geld wird dann überwiesen.
Dienstag: Bärlauch pflücken und Markt. Siehe morgen, heute keine Zeit...Berichte morgen.
Montag und der Tag geht ohne besondere Ereignisse vorüber. Nachmittags kommt Peters Tochter mit Freund, um seinen Einzug nebenan im Haus zu besprechen. Sie bringen uns leckere Dessers in Gläsern mit. Tolle Idee, Kuchen, Creme und mit Ostereiern drauf.
Sonntag: Wir stehen spät auf und frühstücken lange. Peter steht schon wieder am Herd, Rührei mit Bacon.
Unsere Gäste haben einen großen Rucksack für Bärlauch mitgebracht und sind eine Weile mit Pflücken beschäftigt.
Mittags wird Rudi müde und nach ein paar Runden Esel legt er sich ein bisschen aufs Ohr. Peter geht in seine Sofaecke und ruht. Der Zug, mit dem sie fahren wollten, hat Schienenersatz Verkehr und es wird umdisponiert auf 16:15 Uhr.
Ich überrede Birgit, mit mir Rummy(kub) zu spielen. Sie kennt das nicht, ist erst zögerlich, versteht es aber sofort und gewinnt die erste Runde gleich.
Wer das Kartenspiel Rommee kennt, ist sofort im Vorteil. Man nimmt zu Anfang 14 verdeckte Steine und sortiert sie auf sein Brett. Es gibt zwei Möglichkeiten, auszulegen. Entweder drei oder vier mit der gleichen Zahl, aber in verschiedenen Farben. Oder eine Zahlenreihe derselben Farbe, zum Beispiel 5-6-7-8 in rot. Das spannende ist nun, dass man bei den Mitspielerinnen oder sich selbst wildern kann, Steine austauschen, neu zusammenstellen. Einzige Bedingung ist, es bleiben immer mindestens drei Steine zusammen, ob einfarbige Reihe oder bunte gleiche Zahlen.
Wie auf dem Bild oben links sieht es nachher ausgelegt aus. Vorher herrscht auf dem eingenen Brettchen etwas Chaos, bis man die richtigen Ideen für mögliche Kombinationen hat. Bei jedem Zug kann man sich entscheiden, ob man einen neuen Stein aus dem Beutel zieht, oder von den vorhandenen einen oder mehrere benutzen kann. Ziel ist es, alle Steine loszuwerden. Falls jemand interessiert ist: nehmt lieber größere
Ich empfinde das Spiel als geistiges Fitnesstraining. Man muss kombinieren, nachdenken, Züge vorausplanen.
Sonnabend: Der Zug mit Freundin und Freund aus Ostfriesland kommt tatsächlich pünktlich. Herzliche Begrüßung und Freude übers Wiedersehen. Wir fahren nach Hause, trinken einen Kaffee und mittags gibt es Krabbenbrot mit Spiegelei.
Wie immer gibt es viel zu erzählen. Peter hat später in der Küche zu tun, hat eine Lammkeule im Ofen, die langsam vor sich hingaren muss. Tzaziki und Krautsalat ist schon fertig.
Wir spielen ein paar Runden SkipBo bis serviert wird. Das Essen ist voll lecker ...vielen Dank für die Mühe, Peter.
Der Abend wird gar nicht so lang. Wie immer bin ich viel zu früh müde. Ohne die Zigarette zur Aufmunterung zwischendurch halte ich kaum einen Krimi durch, ohne auf dem Sofa einzuschlafen oder den Anschluss zu verlieren. Nun hoffe ich, dass das nach der Zeitumstellung besser wird. Bisher sind wir gegen sieben Uhr aufgestanden, heute erst nach acht Uhr. Das lässt hoffen, dass ich auch abends eine Stunde länger fit bin. Echt blöd, dass ich kein Mittagsschläfchen machen kann wie Peter oder meine Schwester. Denen geht es besser damit. Ich hänge höchstens gelangweilt rum mit Augen zu ... bis ich dann doch ein Buch in die Hand nehme oder malen gehe ....
Freitag: Wir bereiten uns auf unseren Wochenendbesuch vor. Peter sorgt dafür, dass Freund Rudi nicht vegetarisch essen muss, ich hole schon mal Getränke und Spiele. Mehr wird heute nicht los sein ....
Donnerstag, da mag man ja keinen Hund vor die Tür jagen ...
Ich beschäftige mich lieber mit aufräumen und Wäsche. Nachdem wir den Kleiderschrank weggegeben haben, hängt alles auf Rollgarderoben. Eine ist gestern zusammengebrochen. Nächste Woche werde ich meine Schränke umzugsfertig machen und dann mal schauen, wann die Spedition Zeit hat.
Mittwoch. Nachts um drei geht es hier rund mit Wetter. Hagel prasselt immer mal wieder aufs Dach. Die Sturm wird so heftig, dass ich mal nachfrage, ob ein Womo umfallen kann. Es wackelt, rüttelt, heult, klopft. Es gehört schon was dazu, bis 3,5t in Bewegung kommen. Immerhin werde ich nicht seekrank, aber es gibt nur kürzere Schlafsequenzen. Nach dem Kaffee beschließen wir die Heimfahrt, sobald der Sturm etwas nachlässt.
Wieder zu Hause kann ich mich nicht mehr zum Qigong aufraffen. Wir räumen das Womo aus. Peter leert gerade den Kühlschrank, als ich wieder rausgehe und ein interessiertes Eichhörnchen sehe, das sich am Tritt hochangelt. Es ergreift zwar sofort die Flucht, bleibt aber in drei mit Höhe mit Blick in den Wagen in der Weinwand sitzen.
Ich habe bei einem Sommerlager schon einmal erlebt, wie sich Eichhörnchen in den Zelten der Jugendlichen bedient haben, die ihre Türreißverschlüsse offen gelassen haben Chaos! Keine Kekse mehr, keine Äpfel. Verpackungsmüll. Nur die Nutellagläser und Ravioli waren noch brauchbar. Dabei waren wir gewarnt worden.
Peter kocht: leckere Fischpfanne mit Kartoffelsalat
Tschüß FeddSiel. Die Lesezeichen gibt es beim nächsten Mal, die fliegen heute weg wenn ich die an Bäume hänge.
Dienstag. Es ist ungemütlich draußen, aber wir erfahren im Internet, dass heute ein Kutter reinkommt. Peter macht sich alleine auf den Weg und stellt sich mit ca 150 Leuten an. Zwei Kilo Krabben bitte. Nun haben wir gut zu tun. Kaum ist Peter wieder da, zieht plötzlich Seenebel auf. Wir können kaum zur nächsten Reihe Womos gucken. Erst einmal einen Grog, Malsachen wegpacken und dann wird gepult.
Die Muschelschalen werden gründlich gereinigt, die scharfen Ränder geschliffen und dann wird grundiert. Manchmal zeichne ich vor. Hier ein Blättergerüst, wo nachher die Blumen drauf kommen. Oder Kreise ...
Montag: Wir haben gut geschlafen. Morgens fällt ein gebündelter Sonnenstrahl durch ein kleines Fenster und darin sehe ich alle Teilchen, die in der Luft schweben in Regenbogenfarben glitzern. Und nein, ich habe nichts genommen. Wenn ich ein bisschen Puste, erzeuge ich kleinste Sternschnuppen, also mit Schweif. Faszinierend, habe ich so noch nie gesehen. Nach ein paar Minuten ist der Zauber vorbei.
Wir lesen lange Zeitung, trinken Kaffee und marschieren los. 100m bis zum Ortskern. Peter steuert gleich die Fischbude an, einmal Brathering bitte.
Der einzige Laden am Hafen hat heute nur bis 12 Uhr geöffnet. Wir haben nur eine kleine Besorgung. Die Strandbar, die mehr eine Wattbar ist, wird gerade gefegt. Wir werden nett begrüßt und lassen uns auf einen Frühschoppen draußen nieder. Ein Kutter ist rausgefahren, trotzdem nix mit Granat. Schade. Wir fragen im Fischladen nach und bekommen eine etwas patzige Antwort: "Granat gab es hier im letzten Jahr erst im August". Glatt gelogen. Ich höre wie Peter Luft holt und trete ihn. Sag jetzt nichts. Er versteht und kauft Seelachsfilet.
Draußen lachen wir beide. Wir haben im April, Juni und Juli viele Kilo Krabben hier am Kutter gekauft und gepult. Auf dem Rückweg verteile ich meine bemalten Muschelschalen.
Später sitzen wir noch in der Sonne, hören dem Blöken der Schafe auf dem Deich zu. Während Peter das Abendessen zubereitet, male ich meine Lesezeichen weiter.
Sonntag: Obwohl wir gestern nicht wie geplant das Wohnmobil startklar gemacht haben, schaffen wir es, um 11 Uhr vom Hof zu rollen. Schon anderthalb Std später kommen wir in Fedderwardersiel an. Der Stellplatz ist gut besetzt, aber der eine oder andere Platz ist noch frei. Wir erzählen immer allen Leuten, dass hier außer ein paar Kuttern nichts los ist. Aber heute sind viele Tagesgäste im Hafen. Saisonbeginn für Kneipe und Fischbude. Ich habe etwa 60 Muschelschalen bemalt und lackiert, die sollen unter die Leute gebracht werden. Nun muss Peter wieder Miesmuscheln essen, brauche Nachschub.
Sonnabend: Wie gut, dass ich unser Abendessen schon mittags zubereitet habe.
Nudeln mit Bärlauch und Gemüse, Abends kommt noch Käse drüber
Es kommt überraschend Besuch. Ein mit Peter befreundetes Paar meldet sich kurzfristig zum Bärlauchpflücken an. Ich schaffe es gerade noch, Kaffee zu kochen und Kuchen aufzutauen. Es wird eine gemütliche Runde. Nach dem Kaffee bilden wir im Garten einen Stuhlkreis und killen die Buddel, die eigentlich Morgen mit auf Reisen soll. Aber wir haben einen kleinen Ersatz. Ich weiß nicht mehr, wer mir die beiden Fläschchen 50ml zu Weihnachten geschenkt hat. "Preußische Whiskydestillerie, 56,6 %Vol. Ohhhh..
Nudelauflauf überbacken.

Freitag: Meinen Plan, in meiner Wohnung Schränke leer zu räumen, verschiebe ich wieder einmal. Oft kann ich mir das nicht mehr leisten ...wird Zeit ...
Immerhin habe ich meine Bolognese-Vorräte wieder aufgestockt und damit gleich etwas zum Mitnehmen für unsere Womoküche. Die passt zu Gemüse, zu Fisch und natürlich zu Nudeln. Durch den klein gewürfelten Sellerie erhält die vegane Soße eine Struktur.