Mein Tagebuch 
Montag: Habe einen Waschtag beschlossen, Sachen aus dem Womo, Matten, Decken usw. Wir wollen zum Wochenende wiedér auf Tour, da soll alles frisch sein.
Manchmal sehen Peter und ich uns wenig am Tag, laufen nur mal aneinander vorbei. Peter ist viel draußen und ich oft oben im Arbeitszimmer. Aber unser Ritual ist, uns am späten Nachmittag auf der Terrasse zu einem Dämmerschoppen mit etwas Käse einzufinden, bevor das Abendessen vorbereitet wird. Gesprächszeit.

Damit steigt meine Chance auf einen Fernsehabend nach meinem Geschmack, weil Peter dann gerne ein Nickerchen vorm TV macht, haha. Er guckt nicht gerne Filme, wird erst zu den Spätnachrichten wieder munter. Abends mögen wir beide außer Wasser nichts trinken, macht zu schnell müde.
Bei Facebook habe ich heute einen Bären entdeckt, der oben in der Dachstube sitzt. Oha, da gab es gar nicht viele von und meiner ist auch noch unbespielt, also neuwertig. Ich habe ihn ca. Seit 20 Jahren.

Leider hat die Firma "wirkaufenviel" mehr oder weniger abgesagt. Nur schicken oder bringen, aber Witten ist nicht gleich um die Ecke. Wir könnten evtl auf dem Weg in die Eifel einen Zwischenstopp einlegen, da wollten wir sowieso demnächst hin.
Sonntag: Morgens decke ich den Frühstückstisch im Schatten des Weinlaubes. Bis zum Eintreffen von Peters Tochter Sabine sitze ich mit Abdeckmaterial und Fliegenklatsche am Tisch, um Salate usw. vor dicken Brummern zu sichern. Wo kommen die so plötzlich alle her?? Aber als wir alle am Tisch sitzen, verschwinden die weitgehend.
Wir sitzen geschlagene sieben Stunden draußen. Ab und zu verkrümele ich mich mal ins kühlere Haus, mir macht die Hitze zu schaffen und Vater und Tochter haben vielleicht auch eigene Themen.

Das Lamm serviert Peter dann lieber drinnen. Seine Tochter liebt das, er kennt ihren Geschmack. Als Sabine mit kleinem Carepaket ausgestattet wieder nach Hause fährt, bin ich ziemlich aufgebraucht vom Tag und falle aufs Sofa. Neun Stunden angeregte Kommunikation bin ich nicht mehr gewöhnt ....
Wenn wir das Dorf zum Einkaufen verlassen, fahren wir durch einen Feldweg. Rechts und links glückliche Kühe (bis sie abgemurkst werden) mit ihren inzwischen schon recht großen Kälbern.

Sonnabend: Zehn Jahre Open Stage in Verden. Mitten in der Stadt auf einem Podest ist die kleine Bühne aufgebaut. Die KünstlerInnen bewerben sich für die Auftritte. Die Kulturbeauftrage sorgt für Stühle, Sonne- oder Regenschirme und Moderation. Heute treten drei Gruppen auf. Wir hören Queen, Brian Adams u.v.a. Peter lädt mich zu einem kleinen Frühstück beim Bäcker gleich daneben ein. Für ihn ist es zu laut im Bereich der Bühne.

Wir sehen Gerd auf der anderen Seite des Platzes vorbeischlendern. Ich rufe an, aber er hat in 10 Minuten einen Termin im Johannisheim zum Wandern.
Ein Einkauf ist noch fällig. Wir bekommen morgen Vormittag Besuch von Peters Tochter aus Hude. Sie wünscht sich ein Brunch. Das kriegen wir hin.
Gestern brachte Peters andere Tochter, die nebenan wohnt, einen kleinen Laib Käse aus Holland mit aus dem Urlaub - als Dankeschön fürs Katzen füttern.
Freitag: Heute ist nichts besonderes geplant. Ich muss nach einer Woche mal wieder nach meiner Wohnung schauen.

Es war schön gestern mit Bastian und Familie. Jetzt kommt die Zeit, wo sich die Kinder stark verändern auf dem Weg zu Jugendlichen.
Wir konnten draußen Kaffee, Saft, Tee und Kuchen genießen, klönen und gleich mal eines der Geschenke für Flora auspacken. Ein Gesellschaftsspiel, das sie sich schon öfter aus der Bibliothek geliehen hat.

Wir haben alle zusammen gespielt. Man muss immer möglichst als erste den Zauberspruch Inkantinum rufen, wenn man sozusagen Bingo hat. Ich konnte mir das Wort nicht merken und habe immer falsch gebrüllt: Inkontinum, Inhaltinum, Infantilum ... Aber immerhin habe ich nicht verloren.
Wenn ich koche, suche ich gerne etwas aus, wo ich die Beilagen trennen kann. Für Peter gebratene Gummiwurst zu Sauerkraut und Pü.


Donnerstag: Heute freue ich mich auf meine Familie, die ihren Besuch nachmittags angekündigt hat. Ich habe sie viele Wochen nicht gesehen, eigentlich nur einmal kurz zwischen Tür und Angel im letzten halben Jahr. Die Ferien sind so gut wie zu Ende. Ich habe immer noch Floras Geburtstagsgeschenke hier liegen, die bekommt sie heute.
Früher war ich alle vier Wochen in Bremen bei meinem Lesekreisfreund Gerd und der Gruppe eingeladen. Das habe ich oft mit einem kleinen Abstecher zu den Kindern verbunden, beides in der Vahr. Aber das fällt nun weg, seit Gerd in Verden wohnt.
Allerdings ist es nun für die Bremerinnen unseres Lesekreises zu weit und zu umständlich. Die Gruppe wird so nicht mehr fortbestehen. Vielleicht gründet Gerd einen neuen Lesezirkel oder setzt seine Idee mit einem Bibelkreis um. Er wohnt jetzt in einer kleinen Wohnung direkt am Allerpark, die zum Johannisheim und damit zur Kirche gehört.

Mittwoch: Nachmittags wird im Verdener Luftfahrtverein die neue Segelflughalle nach drei Jahren Bauzeit eingeweiht. Eingeladen sind Menschen aus der Politik, also Landrat, Bürgermeister usw, aus Sport und Wirtschaft und beteiligten Firmen. Auch die Nachbarn, die Streifen ihrer Grundstücke zur Verfügung gestellt haben, damit das Projekt verwirklicht werden konnte.
Freund Ernst hat mich abgeholt, der Flugplatz ist ja in der Nähe. Die Halle ist schon vorbereitet, Tische aufgebaut und gedeckt. Ich erkenne die Tischdecken wieder, die ich vor 20 Jahren mal bei Woolworth billig gekauft hatte, die blauen Vasen, die ich im Sozialkaufhaus erstanden hatte, Stuhlkissen ...So habe ich wenigstens ein paar Spuren hinterlassen, wenn ich schon den Kontakt in den letzten Jahren verloren habe. Aber ein paar Leute habe ich wiedererkannt und manchmal habe ich mich auch erschrocken bei Vereinskameraden, die ich viele Jahre nicht gesehen habe .... In dem Lebensalter zwischen 70 und 80 passiert sooo viel. Ursula und ich haben nebeneinander gesessen und geraten: Wer ist das? Kennen müssten wir ihn ....

Es war eine schöne Veranstaltung mit kurzen, netten Reden, viel Dank und Lob. Bei Durchschneiden des Bandes funktionierte die Schere des Vorsitzenden nicht, keine Chance. Haha. Aber gut, dass es nicht die vom Landrat war. Für Rundflüge standen drei Motorflugzeuge und ein Segelflugzeug bereit. Den ersten Start damit machte unsere vielleicht neue Bürgermeisterin. Leider Kavalierstart und Seilriss. Ist aber alles gut gegangen, wird ständig geübt, saubere Landung und Neustart. War zu warm für die Fliegerei, schlechte Bedingungen.
Dienstag. Wir haben einen Termin bei einem Anwalt und Notar. Es geht darum, mir ein Wohnrecht in Peters Haus zu sichern, falls er mal vom Dach fällt. Ich traue mich sonst nicht, meine Wohnung zu kündigen. Peters Kinder würden mich hier sofort rausschmeißen, da bin ich sicher.
Das meiste für den Umzug ist schon vorbereitet,
aber irgendwie hakt es an Restarbeiten ... Ich bin einfach zu langsam geworden ...Dazu kommt, dass der Laden, dem ich meine Bärensammlung verkaufen will, bis Mitte des Monats Urlaub hat, ebenso ist das Geschenkregal beim Ökozentrum erst nach den Ferien wieder zugänglich, die Caritas will meine Klamotten nicht, der Flohmarktmensch hat abgewunken ... und wegwerfen war noch nie mein Ding. So zieht sich alles wie Kaugummi und Peter ist total genervt, weil wir keine Schränke mehr hier haben, die hat er von heute auf morgen entsorgt vor Wochen, um Platz für mich zu machen.
Montag: Unser Kurzurlaub ist zu Ende und wir starten wieder Richtung Heimat. Erst einmal Tisch und Stühle einräumen, innen alles sichern und das Stromkabel wieder einsammeln. Die Stromversorgung ist abenteuerlich, aber zuverlässig, und im Gegensatz zu manchen anderen Plätzen ausreichend vorhanden.
Ab und zu fliegt mal eine Sicherung raus, wenn wieder ein dicker Brummer seine Klimaanlage anwirft und dann den E-Grill aufbaut, während seine Fahrradakkus geladen werden. Aber der Platzwart richtet das schnell wieder.
Wir fahren nach Nordenham, wollen mit der Fähre nach Bremerhaven übersetzen, aber nix da, Anleger kaputt, Betrieb eingestellt. Nun geht es ohne Schaufenster Fischereihafen alternativ durch den Wesertunnel.
Zum Ausräumen ist es zu heiß, als wir wieder vor der Haustür stehen. Das verschieben wir mal, sitzen mit einer Flasche Wein im Garten unter dem kühlen Laubdach. Zum Kochen heute keine Lust, gibt Budderbrot.

Sonnabend und Sonntag. Upps, nun bin ich aber im Rückstand mit dem Tagebuch. Wir hatten ein richtig schönes Wochenende beim Hafenfest. Viele bunte Buden, einige Stunden Hafenbar mit Hasseröder dunkel, netten Begegnungen und die Kutter zogen an uns vorbei. Die Musik von der Bühne und Durchsagen waren im kleinen Hafen überall zu hören - und sogar bis Mitternacht im Bett. Das Wetter spielte mit und die Stimmung war friedlich und fröhlich.
Der Stellplatz in Fedderwardersiel ist so voll wie nie. Fast die Hälfte der Womos kommen aus dem weiteren Umkreis. Vermutlich wegen der Spritpreise, der Hitze und der Waldbrände sind viele nicht in den Süden gefahren ...
Peter zieht es mindestens einmal täglich zum Fischladen und er kauft immer zu viel ...Aber lecker

Freitag: Mittags ziehen dunkle Wolken auf. Wir machen uns auf zum Frühschoppen zum "Ankerplatz". Alle Buden für das Hafenfest sind schon aufgebaut, das Kinderkarussell steht. Der Stellplatz und der Parkplatz sind rappelvoll, so auch viele Gäste rund ums Hafenbecken. Es ist bald Hochwasser und die Kutterregatta soll gleich nach der Eröffnung beginnen.
Den Blick zum Himmel gerichtet, ahnen wir Böses und machen uns auf den Rückweg. Pünktlich zur Eröffnung beginnt mit ein paar Donnerschlägen Starkregen. Wie schade, aber mit einer Stunde Verspätung kann es dann losgehen. Wir wollen morgen erst wieder hin, aber dann kommt ein Bekannter vorbei " Kommt mit, wir sitzen beim Bier am Hafen". Okay, aber es ist so windig und kalt, dass Maren mit den Zähnen klappert, hat keine Jacke an. Wir brechen ab, die beiden gehen zurück, Peter und ich sitzen noch etwas windgeschützt auf einer Bank und schauen dem bunten Treiben zu.
Wir machen es uns im Womo gemütlich mit Krabbenbrot, Spiegelei und Krimi. Bis in die Nacht höre ich im Bett die Oldis von einer richtig guten Coverband, die Bühne steht in der Nähe.
Hier kommt ein Nachtrag von gestern. Die Fahrt war anstrengend, weil es auch im Womo mit 32 Grad sehr warm war. Kurz vorm Ziel halten wir immer bei Edeka, um noch einmal einzukaufen. In FeddSiel gibts fast nichts. Die gekühlten Sachen leiden schon auf dem Parkplatz beim Transport ins etwas weiter stehende Womo.
Auf dem Stellplatz angekommen, finden wir unseren reservierten Platz nicht, auf dem eine Fischkiste mit Kennzeichen stehen sollte. Wir kurven durch die Gassen, nehmen erst einmal einen anderen, noch unbesetzten Platz und kontaktieren den Platzwart. Der kommt dann auch, nimmt die "falsche" Kiste weg und sagt, es sei jetzt unser Platz. Juhu. Hatte er wohl irgendwie verpennt. Nun können wir uns ausbreiten und einrichten. Es sind angenehme 24 Grad mit Wind.

Peter geht zum Hafen, Fisch kaufen und kommt mit einer schweren Tüte wieder. Salate, Seelachse, und das Kilo Krabben war viel mehr, ging auf Geschäftsschluss zu. 500 g Granat hätten wir aus einem kg nicht rausgekriegt.

Wir treffen Bekannte vom letzten Mal, aber wir sind noch nicht kommunikationsbereit. Als wir später mit Peters leckerer Fischpfanne fertig sind, fängt es an zu regnen und damit ist der Anreisetag beendet.

Donnerstag: Die Rehe im Garten kommen immer näher ans Haus. Ich glaube, bald stehen sie auf der Terrasse und warten auf Frühstück.
Wir machen uns startklar für Fedderwardersiel. Das Womo steht fahrbereit vor der Tür, Kühlschrank läuft und tanken wird gleich ein Abenteuer, besser schweineteuer. Es wird eine heiße Fahrt.

Peter hat gestern ein Blech leckere Pizza Vegetaria gebacken. Zu viel, und darum hat er die Hälfte zu seiner Tochter rübergebracht. Von den Nachbarn zur anderen Seite bekamen wir einen halben Mamorkuchen mit viel Schokolade zum Mitnehmen. So ist das hier auf dem Dorf....
Mittwoch: Ich habe mit einem gekonnten Tastendruck mein Firefox auf dem PC erlegt. Nicht wiederzufinden. So ein Mist, da hängt so viel dran. Ich habe meinen Admin an der Strippe und schreie um Hilfe. Neu installieren. Geschafft - und nun sind alle gesammelten Links wie Banking und Amazon, Homepage und Zeitung weg. Die Passwörter auch. Einiges habe ich wieder hinbekommen, aber es wird Zeit für ein neues Laptop. Es wird nicht besser mit meinem technischen Verständnis. Peter ist etwas piekiert, dass ich ihn nicht um Hilfe gebeten habe, aber er arbeitet ganz anders als ich mit dem PC, fast nur Mails und neueste Nachrichten und bei mir hängen die Mailadressen an Thunderbird, ein Programm von Firefox. Wenn das auch weg wäre ... ohhh.
Da habe ich schon wieder falsch getippt...ich Trottel. Aber seine Standardeinstellung konnte er nicht finden ... Ich auch nicht.
Dienstag. Ich bin traurig. Mein Fliegerfreund Thomas ist gestern gestorben. Noch vor einem halben Jahr waren er und seine Frau bei uns zu Gast. Es war ein schöner Abend mit Übernachtung und ausgiebigem Frühstück. Dann sind die beiden auf ihren Motorrädern wieder abgerückt. Drei Tage später erfuhren wir von dem Ergebnis einer Untersuchung. Der Krebs war zurück. ....und damit war klar, dass er sich "im langen Endteil" befindet, um es mal fliegerisch auszudrücken.
Tschüß Thomas

Montag: Wir schauen morgens gespannt, was die Wildkamera auf der Terrasse nachts aufgenommen hat

Langsam wird es ein Rudel, das sich unter den Obstbäumen wohl fühlt.

Bei der Auflösung meiner Sammlung war heute Rocky dran, den ich vor ca 20 Jahren mal in Hamburg in der Wandelhalle am Bahnhof gekauft habe. Fell gebürstet, Augen poliert.

Dabei fiel mir ein Kärtchen in die Hände von seiner Herstellerin:

Was für ein Zufall, da fahren wir Mitte der Woche hin, weil am Wochenende Hafenfest ist.
Sonntag: Der Regen tut gut, man spürt hier auf dem Land förmlich das Aufatmen der Natur. Wir haben etwas länger geschlafen, gestern ist es spät geworden. Dabei bin ich vor Jahren selten vor Mitternacht im Bett gewesen. Jetzt klappe ich manchmal schon um 21 Uhr ab - und schlafe dann nicht durch.
wir schauen raus und freuen uns über den Bock, der der schwarzen Ricke nachläuft, quer durch den Garten. Das Kitz schaut etwas irritiert zu.
Wir hatten befürchtet, dass der Bock vor zwei Tagen abgeschossen wurde nachts, zwei Schüsse. Der Jäger hatte uns versprochen, das nicht zu tun, aber der ist gerade in Urlaub. Und nun ist der Bock doch wiedergekommen.
Unser Nachbar erzählte gestern, dass er ein Rehkitz aus dem Zaun befreit hat, als wir nicht zu Hause waren. Er hatte nachts das Bellen gehört und es richtig gedeutet, als seine Frau ihn wegen eines "Hundes" weckte.
Mein größeres Pflegeprogramm habe ich auf Dienstag verschoben. Wir wollen Mitte der Woche nach Fedderwardersiel fahren mit dem Womo und einige Tage dort bleiben. Ab Freitag ist Hafenfest und rechtzeitiges Erscheinen sichert die besten Plätze.
Sonnabend: Der Tag beginnt mit einem lauten Knall. Unser Buntspecht ist gegen die Terrassentür gedonnert. Tot. War so ein hübsche Vogel, den wir schon lange kennen. Dabei ist die Scheibe an der Stelle zur Hälfte von Wein beschattet.
Nachmittags lädt Peter spontan unsere Nachbarn ein. Er und Wadim kennen sich schon seit zwei Jahrzehnten, hatten aber kaum noch Kontakt, seit beide wieder eine Frau im Haus haben. Nathalie und Wadim kamen um 17 Uhr, brachten Wein und sehr leckere warme, herzhaft gefüllte, Hefeschnecken mit. Ein Rezept aus ihrer früheren Heimat Russland. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so viel Bier getrunken habe, aber es war ein so schöner Abend, fast Tropennacht, tolle Gespräche bis fast 23 Uhr. Peter wäre gerne noch länger draußen geblieben, aber ich war ziemlich müde. Was für ein schöner Tag ...
Freitag: Wir kommen spät in die Gänge und dann ist auch noch das Duschwasser kalt. Peter kann den Fehler in der Heizungsanlage beheben, aber es dauert nun etwas.
Ich packe meine Bären aus den Kisten und baue sie für ein Foto auf, sortiere die weniger wertvollen für den Flohmarkt aus.
Ich habe nun die Aufgabe, den Bären ihre gesammelten Papiere zuzuordnen aus einer Art Kartei. Gut, dass Bilder mit dabei sein. Die Kartei habe ich nach Namen sortiert, aber da habe ich längst die Übersicht verloren bei den meisten Teddys. Nächste Woche werde ich den Händler anrufen.
Eine weitere Möglichkeit wäre, im WerderCarree in Bremen ein Regal zu mieten bei einer Floh-Firma, die die Sachen dann für mich verkauft. Ist allerdings mit ziemlich viel Arbeit verbunden, jede Bär muss geschätzt und beschriftet werden mit Hilfe eine speziellen App.
Und endlich mal wieder Nudeln. Spaghetti waren aus, aber Tagliatelle noch da. Mit Zwiebeln, Knobi, Tomaten, Oliven, Schafskäse ....
Donnerstag: Wir genießen das schöne Wetter und sitzen auf der Terrasse. Ein kleiner Vogel kommt seit Tagen vorbei und zwitschert uns etwas vor. Google sagt, eine Gartengrasmücke. Sie ist aus Afrika angereist, um hier im Garten zu brüten. Plötzlich neben uns ein Schatten, ein Falke greift sich den Vogel, noch ein letzter verzweifelter Aufschrei - und wech, direkt vor unseren Augen. "Das ist Natur" sagt Peter. Mir tut das leid .... blöder Falke.

Mittwoch: Ich fahre in meine Wohnung und hole weitere Bären ab. Leider hat sich die Idee mit Flohmarkt zerschlagen, jedenfalls für die wertvolleren Bären. "Nix für Flohmarkt, nur Sammlerbörsen". Okay, neue Suche. Ich habe einen Aufkäufer für Sammlungen gefunden in Witten. Was für ein Zufall, gleich dort um die Ecke des Ladens haben wir mal gewohnt bis 1960. Hauptstraße/Ecke Ortheck. Meine Schule war ein Stück weiter und das Krankenhaus, in dem meine Schwester geboren wurde, ganz in der Nähe. Ich war vor vielen Jahren mal dort auf den Spuren meiner Kindheit, deshalb habe ich den Lageplan sofort erkannt. Vielleicht ist das ja mal ein gutes Zeichen. Aber erst einmal muss ich alles neu sortieren und eine grobe Übersicht liefern, was ich zu bieten habe. Flohmarktbären raus, Steiff rein ins Angebot.
Ich liebe Meerschweinchen, die kommen aber für mich nicht mehr in Frage. Bin zu alt. In Facebook folge ich Wasserschweinen, die sind groß wie ein Hund, gehören aber zur Gattung der Meerschweinchen. Es sind angeblich die friedlichsten Tiere überhaupt. Bin fasziniert. Peter weniger, ihn interessierte mehr die Meldung, dass die in Argentinien zu Wurst verarbeitet werden (Majoran und Oregano dazu?) und dafür sogar in Farmen gehalten werden. Och nee ...


Na ja, irgendwie nichts für die Stube, und einen Pool brauchen sie auch
Ausblick aus dem Schlafzimmer durch den Wein auf den Apfelbaum, der schon wieder rappelvoll sitzt.

Dienstag: Vormittags fahren wir in meine Wohnung. Peter schleppt vier Kartons Teddybären raus, die zum Flohmarkt sollen. Natürlich behalte ich auch Bären, aber nur die, an denen ich wirklich hänge oder die ich selbst verkaufen will. Dann ist da noch ein Karton mit Gläsern, Karaffen, Puzzles usw. Ich habe noch mehr, aber dazu komme ich im Moment noch nicht. Wichtiger ist, dass Schränke für den Transport leer werden. Noch ist die Wohnung ja nicht gekündigt.
Gestern habe ich mich sehr gefreut, als Peter mit meinem Wunschtisch aus der Werkstatt kam. Das habe ich auf Langeoog abgeguckt. Der Bierkastentisch soll vorm Haus vor der Bank stehen. Ganz lieben Dank für Deine Mühe, Peter.
Peter hat Bohnen auf dem Markt gekauft, geputzt und viel eingefroren. Eine Portion hat es auf den Teller geschafft mit Kartöffelchen und veganen Cevapcici
Montag: Hast du das WM-Spiel gestern gesehen? Mühsam habe ich versucht, wachzubleiben, war aber sehr froh, als kurz vor Schluss doch noch eine Entscheidung fiel. Ich war neutral, bis die Argentinier so brutal wurden. Das ging über "Körpereinsatz" hinaus und stört mich beim Männerfußball sehr. Nun freue ich mich, dass Spanien gewonnen hat. Die Pokalübergabe durch Trump habe ich mir erspart.
Ich probiere mein neues Messgerät für Sauerstoffsättigung aus. Das kennst du vielleicht von deiner Ärztin? Es klappt prima, bis ich aus Versehen die Starttaste zu lange oder zweimal drücke. Jedenfalls verlaufe ich mich nun im Menü und kriege die Grundeinstellung nicht wieder hin. Die Gebrauchsanleitung verstehe ich nicht. Warum ich jetzt doch wieder die Werte ablesen kann, weiß ich nicht genau. Leider nun verkehrt herum. Ich bin manchmal sooo blond.

So-Nachmittags kommt ein Freund zum Schnacken vorbei und abends bereitet Peter Lasagne zu. Und schon ist das Wochenende wieder vorbei.
Sonntag: Gemütlich ausschlafen, während es draußen pladdert. Das höre ich gerne, solange ich ein Dach über dem Kopf habe. Beim Kaffee den im Garten tobenden Rehen zuschauen, im Internet gucken, was es Neues gibt ....und gleich werde ich fündig bei meinen Lieblingen, den "Bösen Möwen"
Ich werde mir heute mal Zeit nehmen für meine beiden Zimmer im Dachgeschoss. Ich schleppe da alles mögliche hoch, ohne wirklich Platz dafür zu haben. Wird dann abgelegt - irgendwo. Koffer haben keinen Platz gefunden, Geschenke liegen unverpackt, Steine unbearbeitet, Kataloge, Post. Gibt viel zu tun an allen Fronten. Ich faule Socke ....
Gestern gab es Köttbullar-Art vegan. Hatte leider nur Vrikadellen statt Bällchen, schmeckte trotzdem gut. Ich werde nie vergessen, wie ich als Schülerin in Stockholm am Familientisch gedünstetes Fischfilet mit Marmelade am ersten Tag serviert bekam. Das war genauso gewöhnungsbedürftig, wie die süßen Rosinenbrötchen mit salziger Butter und scharfen roten Wurstscheiben. Heute mag ich alles ...