Aktuelles
 
  Mein Tagebuch   

 
Mittwoch: Ich war mehrere Stunden in meiner Wohnung, um einige Schubladen leerzuräumen. Viel alte Post, viele Erinnerungen.

 


Meine Teddys sind schon mal grob sortiert nach muss mit  und geht weg.

 



 


Heute Nachmittag gehe ich zum Qigong und da steht das Verschenkregal im Eingangsbereich des Ökozentrums. Das werde ich befüllen mit Dingen, die für andere noch brauchbar sind.
Im Laufe des Tages werde ich meine Sachen für eine kurze Womo-Tour nach Cuxhaven packen. Morgen früh geht es los, erst Fisch kaufen und dann auf die "Platte". So heißt das große Areal im Hafenbereich Nähe der Alten Liebe. Das Wetter wird nicht gut, aber frostfrei. Hauptsache, wir sind aus der Schusslinie, wenn die Nachbarn aus dem Krankenhaus zurück kommen Freitag. Die sind jetzt schon unzufrieden, dass die Pflegebetten nicht so stehen, wie gewünscht. Aber es ist einfach kein Platz. Und Essen auf Rädern "mögen wir nicht". Sie haben noch nicht einmal probiert und kochen können sie auch nicht. Der Mann etwas ...sie gar nicht.

Peters frisch gebackenes Brot mit Mayo-Creme bestrichen, Röstzwiebeln, Gurken, (Schinken), Tomaten und Käse überbacken.


Dienstag: Heute Morgen macht Peter mich auf einen längeren Artikel bei T-Online aufmerksam. Es geht um eine neue Generation von künstlicher Intelligenz. Was wir alle noch nicht so ganz in vollem Ausmaß begreifen können, droht uns schon zu überholen, 100e Berufe überflüssig zu machen, z. b. alles was mit Recherche zu tun hat in Forschung, Medizin, Rechtsprechung, Beratung usw. Die Industrialisierung ging ja relativ langsam voran, die digitale Welt schneller, aber was jetzt kommt, rast uns davon - mit allen Vor- und Nachteilen.
Nun ist der Schnee weg. Im Garten sind breite Spuren vom Moos scharren der Rehe zu sehen und nun buddelt ein Maulwurf einen Haufen nach dem anderen. Und das, wo niemand auf die Schneeglöckchen und Krokusse trampeln soll. Der spielt mit seinem Leben ...da versteht Peter überhaupt keinen Spaß.

 

Wir hatten einen schönen Nachmittag gestern mit unseren neuen Bekannten. Ich hatte Steuselkuchen mit Kirschen gebacken und bekam ein Lob von dem Mann. Ich wusste nicht, dass er Konditormeister ist und bis 2008 das legendäre Café Engelhardt in Verden betrieben hat. Das macht das Kompliment besonders wertvoll. Dabei kann ich nur ein einziges Rezept, das gelingt. Nur die Obstsorten variieren.

Abends Nasigoreng


Montag: Ich werde endlich mit ein paar Umzugskartons in meine Wohnung fahren, nachdem der Plan schon 3x verschoben wurde, Glatteis, eingeschneit,  keine Kartons, Besuch ... Aber heute gibt es keine Ausrede mehr.
Nachmittags erwarten wir Besuch von Leuten, die sich auch um unsere kranken Nachbarn einmal gekümmert haben, als Peter gestreikt hat. Taschen packen. Sie kamen kurz bei uns vorbei und wir beschlossen, den Kontakt aufrecht zu halten. Nette Leute. In unserem Alter werden Freunde eher weniger ...verabschieden sich nach und nach.
Heute bleibt mein Malatelier geschlossen, aber ich habe am Wochenende fleißig gemalt. Schade, dass ich die Fotos immer auf eine unscharfe Größe bringen muss, damit sie den Rahmen nicht sprengen. Ich müsste die ganze HP platt machen und neu installieren, da ist im Laufe der Jahre vieles professioneller geworden.  Traue mich aber gerade nicht.




Für mein Asiagericht "Chop Sue" (vegan) habe ich ein großes Kompliment bekommen. "Schmeckt mindestens so gut wie im Chinarestaurant". Es macht Spaß, für Peter zu kochen, weil ich ihn immer noch überraschen kann.



Peter hat Brot mit Sauerteig gebacken, lecker.




Sonntag

Gestern Mittag habe ich gerade einen Kuchen aus dem Ofen gezogen, als überraschend Besuch kam. So gingen die ersten Stücke gleich warm vom Blech weg.

Es waren Angehörige von unseren Nachbarn. Sie haben uns erzählt, was alles für deren Rückkehr aus dem Krankenhaus veranlasst wurde. Eine Verwandte kommt für die ersten Tage, bis Pflegedienst, Notrufknopf und Essen auf Rädern abgerufen werden können. Vorbereitet ist alles. Wir haben erfahren, dass der Sohn schon vor Wochen eine Einkaufsmöglichkeit mit Lieferservice bei Rewe eingerichtet hat. Die Frau telefoniert täglich mit ihrem Sohn, hätte ihm ihre Wünsche mitteilen können, aber sie hat lieber Peter geschickt. Grrrr.
Nachmittags hatte ich dann keine Lust mehr, zu meiner Wohnung zu fahren. Peter ist noch los, um Umzugskartons zu besorgen. So langsam muss mal vom Kleinzeug wegkommen.
Ich habe mich aufs Kochen gefreut. Es gab veg. Steak mit Pilzen. Ich liebe die organisierte Vorbereitung und Peter wundert sich immer, wie schnell das Essen dadurch fertig ist


Erst einmal alles aus dem Vorratskeller holen, was ich brauche


Soße anrühren ( keine Fertigsoße, selbst erfunden), Gemüse waschen und schnippeln...


Und fertig


Sonnabend: Tauwetter, mein Auto ist wieder zu erkennen. Das Rot schimmert durch den Schnee. Mein Plan heute: Lange Zeitung lesen, Kuchen backen, zu meiner Wohnung fahren Post gucken, mal die Nachbarin besuchen, kümmern um Geschenke für meine Enkeltochter zum Geburtstag und für zwei oder drei Malstunden bleibt sicher auch noch Zeit. Abends werde ich wieder etwas leckeres kochen.


Gestern gab es Kartoffelsuppe. Ich würze mit Majoran, Oregano, Estragon, Rosmarien und etwas Muskat. Ein Löffel Apfelmus (oder ein Stück Apfel) gibt einen kleinen Säurekick.
Wenn die Suppe fertig ist, halte ich ganz kurz den Pürierstab rein, damit es etwas sämig wird, aber nur wenige Sekunden an einer Stelle.

 


Zum Nachtisch: Blaubeeren mit Joghurt


Guckst du auch gerne bei anderen Leute an der Kasse vor dir, was die so aufs Laufband legen? Ich bin da stets neugierig und rate, wie leben die Menschen, sind sie arm oder reich, krank oder gesund, dünn oder dick, allein oder Familie ...
Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten mit Ernährung als Medizin. Kaum etwas hat solche Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und die Gesundheit. Der Ernährungsdoc Mathias Riedl im Klinikum HH schätzt, dass 80% aller Krankheiten auf Ernährungsfehler zurückzuführen sind. Die Erkenntnis ist aber nicht neu, ich habe in den 80iger Jahren schon die Bücher von dem alten Dr. Bruker gelesen, der noch weiter ging ( fast alle Krankheiten). Allerdings hat man heute, fast 50 Jahre später, viel mehr Beweise, kann alles genau kontrollieren über Blutwerte usw. Das größte Problem sind hochverarbeitete Lebensmittel, Zusätze, haltbar machen, Transportwege ...
Als ich unseren Einkauf auspacke finde ich, dass wir uns Mühe gegeben haben ...

 

Freitag: Mein erster Einkauf seit zwei Wochen, so lange war ich nicht draußen. Ich schrieb ja schon, dass ich viel öfter kochen möchte, aber ich brauche natürlich die Zutaten und manche Idee kommt erst zwischen Regalen und Kühltruhe.

Vegane Hähnchenstreifen in Tomaten- Sahne Soße. Die Ersatzprodukte sind inzwischen so gut geworden, dass sie auch von Fleischessern ab und zu mitgegessen werden können.

Geht doch, hat nur leider Jahrzehnte gedauert

Gestern war der "andere" Sohn unserer kranken Nachbarn mit seinem Ehemann aus Bochum bei uns. Sehr nette Männer und wie sich herausstellte, haben sie sehr wohl viel für ihre Eltern organisiert. Aber die richten sich nicht danach, ignorieren, sagen ab, verbieten Änderungen usw. Vor allem spielen sie uns alle gegeneinander aus. Irgendwie perfide.
Nun sind die beiden Alten auf ihrem Abstellgleis gegen den Poller geknallt, wie Peter es ausdrückt. Ob sein Freund das Krankenhaus noch einmal verlassen kann, ist fraglich - Rückfall, und die Frau alleine zu Hause geht gar nicht. Also brauchen wir uns da kaum noch Gedanken machen.


Donnerstag: Wieder alles frisch weiß draußen. Gestern hatten wir "Wildbesuch". Die Rehe und Hirsche finden zur Zeit auch nichts mehr und haben Teile der Wiese frei gebuddelt, um an das Moos darunter zu kommen. Sah wüst aus, aber nun ist alles wieder sauber schneebedeckt. Hoffentlich kommen nicht auch noch die Wildschweine ...

Die Tiere sind hier dankbar fürs Futter, vor allem für die Äpfel. Peter sucht immer die raus, die nicht weiter aufbewahrt werden können. Die Vögel fressen am liebsten die braune Matsche, süß und weich. Aber die Amseln sind frech, die gehen inzwischen alleine in den Schuppen und bedienen sich auch an den guten Lageräpfeln. Diese Vögel auf dem Bild sind alle täglich am Futterhaus, außer Spatzen. Seit gestern haben wir auch Tauben hier, die mit dem weißen Halsring. Muss ich nicht haben, aber die haben auch Hunger. Wegen der gierigen Eichhörnchen muss Peter mehrfach am Tag füttern.



Nein, ich war nicht beim Qigong. Gerade hatte Peter mein Auto in Arbeit, frei fegen, enteisen, als in der WhatsApp-Gruppe die Meldung kam: fällt aus. Die meisten Mädels hatten abgesagt, waren froh, dass sie von der Arbeit unfallfrei nach Hause gerutscht sind.

Manchmal fühle ich mich wie zu Coronazeiten, fast nur zu Hause,  nur vermummt nach draußen, kein Besuch, niemand ist unterwegs, der nicht muss, Einkäufe verschiebe ich auf später und nochmal auf später...

Endlich mal wieder Knipp (vegan) mit viel Zwiebeln und Apfelmus. Für Peter habe ich Knipp vom Schlachter zubereitet und mal probiert. Ich habe kaum einen Unterschied geschmeckt. Meins war krosser und weniger "tranig".

 

Übrigens wundere ich mich, dass immer noch täglich ca 25 Menschen auf meine Homepage schauen, obwohl hier so richtig gar nichts mehr los ist zur Zeit. Das Intereesse freut mich natürlich ...

Mittwoch: Nun habe ich schon fast zwei Wochen nicht mehr nach meiner Wohnung geguckt, Auto eingefroren, Straßen glatt ...

 

Mal schauen, ob ich es wenigstens zum Qigong schaffe, sonst roste ich noch ganz ein.

 


Stört es dich manchmal auch, wenn du hörst, dass z. B. ein Fußballer für zwei Mio abgekauft wird? Oder ein Lottogewinner über anderthalb Mio bekommt, oder Musk jeden Tag Millionen ausgeben könnte, ohne je pleite zu gehen? Dazu ein guter Artikel heute im WK




Gestern durfte ich wieder kochen, habe mich mühsam durchgesetzt. Irgendwie traut Peter es mir immer noch nicht zu, ist aber jedes Mal voll des Lobes. Es gab Schwarzwurzeln mit Kapern, Hollandaise und veg. Bällchen

 

Dienstag: Immer der gleiche Blick morgens in die weiße Landschaft, wenn ich die Vorhänge aufziehe und nun auch noch der eiskalte Wind. Brrrrrr. Ich denke oft an Obdachlose, das muss zur Zeit furchtbar sein. Hier mal eine gute Idee ...

 

Das Wohnmobil springt nicht an, Diesel "eingefroren". Macht nichts, wir müssen erst weg, wenn die Nachbarn in ihre Pflegebetten steigen, die wir gestern stromversorgt, gerichtet und bezogen haben in deren Haus. Das Chaos wollen wir nicht erleben. Zwei Pflegebetten in der ohnehin vollen Stube, 20 halbvergammelte Kübelpflanzen,  zwei Rollatoren, ein Rollstuhl, ein WC-Stuhl. War echt schwierig, Parkplätze und Durchgänge zu schaffen. Vermutlich kriegen wir einen auf den Deckel, weil wir alles durcheinander gebracht haben. Aber damit können wir leben. Mal schauen, ob der Sohn am Wochenende die alten Teppiche entsorgt, über die man nicht rollen kann - gegen den Willen der Eltern. Da würde Peter helfen ...Anhänger, Bauhof.
 


Gestern war noch Flammkuchen da zum Abendessen.  Vorweg gab es einen Salat aus Möhren, Sellerie und Apfel, mit etwas Zitrone, Öl und gerösteten Nüssen und Sonnenblumenkernen
 

... und das letzte Bier aus der Verdener Brauerei, die jetzt schließt. Dieses war aber auch das einzige Bier, das ich mochte ...


 
Montag und es geht weiter mit Winter. In diesem Jahr hat sich die durchgehende Anmeldung und Heizen des Wohnmobils nicht richtig gelohnt. Im Dezember hat es ständig gegossen und nun ist es kalt. Vor allem sind die Fahrbahnen zu eng, wenn rechts und links der geschobene Schneerand liegt und die Fahrzeuge zur Mitte ausweichen. Hier mal die " gefüelten" Temperaturen, haha

 
 

Heute Morgen habe ich die "Telemarie" in einer Werbung entdeckt und mal genauer angeschaut. Ich hatte mich schon gefragt, was die alten Menschen in Dänemark machen, wenn die Kommunikation per Post wegfällt. Ich kenne hier auch viele Menschen, die längst den Anschluss an die Technik verloren haben, weil sie es nicht für nötig hielten, keine Lust hatten, sich zu bemühen. "Brauchen wir alles nicht". Und nun können sie kein Ticket aus dem Automaten ziehen oder auf das Handy laden, kein IPad nutzen zum Lesen oder vorlesen lassen der Tageszeitung, keine Bücher lesen, weil zu klein gedruckt, keine Arzttermine über Doclip buchen, keinen Mailkontakt mit Behörden aufnehmen, kein Onlinebanking, keine Einkäufe .... usw. Wir merken jetzt gerade bei den Nachbarn, wie schwierig die Organisation ist, wenn diese Hilfsmittel nicht zur Verfügung stehen, nur ein uralter Computer. Solange man laufen und fahren kann ist alles gut. Aber nun? Bin gespannt, wie die das mit Einkaufen regeln wenn sie zurück sind aus dem Krankenhaus ... und die Rechnungen stapeln sich bereits seit Wochen.

Okay, alles kann das Teil auch nicht, aber wenigstens nichts mit Passwörtern, Anmeldungen, und Aufladung passiert von alleine auf dem Ständer
 

Ich habe mir gestern Flammkuchen gewünscht. Lecker, das Blech hätte allerdings für mehrere Personen gereicht ...mit den Mengen hat Peter es nicht so, hat immer für die ganze  Familie gekocht.


Sonntag: Keine besonderen Erwartungen an den Tag. So langsam will ich den Winter nicht mehr in dieser Form, auch wenn malen viel Spaß macht. Peter hat nachmittags einen Vereinstermin, und vielleicht schaffen wir es noch, bei unseren Pflegefällen die Betten zu beziehen. Eilt allerdings nicht, die sind jetzt erst einmal in der Geriatrie ... wir hatten Bedenken, dass die zwischen Krankenhaus und Reha noch einmal kurz nach Hause geschickt werden.
Gestern habe ich einen ganz lieben, drei Seiten langen Brief von meiner Cousine bekommen. Wow, was für eine Schrift mit Füller auf edlem Papier.

 

Ich glaube, den letzten so langen Brief habe ich von ihrer Mutter, also meiner Tante bekommen - vor zwanzig Jahren. Wir haben uns monatlich geschrieben, viele Jahre. In den Zusammenhang verfolge ich gerade das Thema, ob Kinder noch mit Hand schreiben lernen sollen. Für mich: na klar!

 



Sicher hast du in der Presse gelesen, dass in Dänemark die Beförderung der Briefpost eingestellt wurde ab  Neujahr. Briefkästen sind abgebaut. Die sind viel weiter als wir mit Digitalisierung. Für seltene Behördenpost gibt es noch eine Zustellung.

 

Sonnabend: Gerade meint Peter beim Frühstück, dass es doch zu ungemütlich ist, um mit dem Womo wegzufahren. Okay, seine Entscheidung, das Wetter wird sich nicht ändern in den nächsten Tagen. Also weiter Homeoffice. Dabei hatte ich mich schon so gut vorbereitet auf gemütliche Malstunden im Womo mit Blick aufs Meer. Statt Steine nehme ich gerne Holzstäbchen mit. Da male ich vor, was mit Lackfarben bearbeitet wird und muss dann nur noch " Buntstifte" mitnehmen. Am Tisch ist ja wenig Platz. Zwar kann ich die nicht so einfach auswildern wie Steine, aber dafür in Büsche und Bäume hängen, wenn ich wieder auf Langeoog bin.

 
 

Statt geplanter Spaghetti gab es gestern einen Pott Grünkohl. Peter hatte großen Appetit darauf und ist durch den Schnee gepflügt, um Zutaten zu kaufen. Kaum wieder zu Hause: Der Senf ist alle. Das geht gar nicht, Also noch einmal los.
Ich habe in der Küche eine Wandtafel hängen und schreibe sofort auf, wenn etwas zur Neige geht oder ich für ein Rezept etwas brauche, das ich sonst sicher vergesse. Hat sich sehr bewährt in den letzten Jahrzehnten. Aber Peter ist noch nicht daran gewöhnt, die zu nutzen.

Rate mal, was das ist. Ich bin nicht drauf gekommen, wusste nicht einmal, dass man das braucht ... Morgen schreibe ich es drüber

Ps: Es ist ein Erdbeerstrunkentferner. Wer braucht denn sowas? Da reicht doch ein Daumennagel...


Freitag: Der Winterschlaf geht weiter, es schneit, das Auto ist wieder eingefroren und ich auch. Jedenfalls meine Aktivitäten außer Haus. Ich habe einfach keine Lust zum Einkaufen, Geld holen, nach meiner Wohnung schauen usw. Ich sitze alles aus. Am liebsten auf dem Sofa mit Blick auf unseren Tannenbaum. Die Ausgabe hat sich mal richtig gelohnt. Drei Wochen stand er geschmückt in der Stube und nun ein paar Meter weiter neben dem Vogelhaus. Da ist echt Betrieb drin, die Vögel lieben das sichere Versteck so dicht beim Futter. Manchmal sind zugleich 15 Stück da. Wir haben schon gesehen, wie ein Falke sich eine Amsel vor unserer Balkontür gegriffen hat. Die war nicht schnell genug im Baum ...

 
 

Donnerstag: Meine Rituale beim Frühstück sind Kaffee trinken, Zeitung lesen und Facebook gucken. Es macht immer wieder Spaß, in FB die Kommentare unter den Beiträgen zu lesen, die "KI" selbst zusammengesucht hat. Z. B. habe ich heute einen Beitrag zu veganem Leder gelesen. KI hatte dazu folgende Erklärung ( Auszug):

Ich bin keine Gegnerin von künstlicher Intelligenz, aber manchmal erschrocken, wie wenig die Infos stimmen, die ich beurteilen kann, welche Fehler bei Übersetzungen gemacht werden. Das kenne wir ja schon von Gebrauchsanleitungen. KI hat mir schon öfter geholfen, indem Informationsquellen genannt werden. Das nützt dann was.

Mediterraner Gemüseauflauf mit Schafskäse



Mittwoch: Wie geplant starten wir nach dem Frühstück, es geht nur ein paar Häuser weiter. Wir räumen Tische, Bücherstapel, Sofas und Sessel so gut es geht zur Seite, damit das zweite Pflegebett Platz hat. Hat alles gut geklappt, pünktliche Lieferung.
Ich fühle mich nicht wohl dabei, bei anderen Leuten im Schlafzimmer ungefragt Bettwäsche zusammenzusuchen. Aber die Betten unten müssen bezogen werden, bevor die beiden zurück sind. Sie werden die Treppe nicht mehr schaffen. Nun dreht alles erst einmal in unserer Waschmaschine und Trockner seine Runden. Immerhin hat sich der andere Sohn heute bei uns gemeldet, er kommt in acht Tagen. Das passt gut, wir wollen noch ein paar Tage nach Cuxhaven fahren nächste Woche und bis dahin sind wir zurück.
Und nun geht es zum Qigong. Wie lieb von Peter, dass er mein Auto abgefegt und enteist hat. War fertig, als ich machen wollte.

 

Ein deftiger Gemüseeintopf passt gut in die Jahreszeit.


Dienstag. Früh kam ein Anruf aus dem Krankenhaus von Peters Pflegefall. Das Krankenbett wird heute geliefert. Nachfrage bei Bandagen-Müller, wann komm ihr? Erst einmal hin und Schneefegen. Aber das hatte schon ein netter Nachbar erledigt. Toll! Da fühlt man sich nicht so ganz alleine. Bett kam, es war kaum Platz zum Aufbau. Nachmittags stellte sich heraus, dass ein zweites Pflegebett bestellt war. Hatte der Lieferladen nicht auf dem Schirm, dass die zusammengehören, obwohl die Rezepte gemeinsam eingereicht wurden. Da musste Peter hinterher telefonieren. Morgen wird das andere Bett geliefert. Wir müssen vorher hin und irgendwie Platz schaffen.
Mit dem Sohn des Hauses hatten wir gestern noch Kontakt, er hat aber nichts gesagt. Auch nicht, dass er morgen früh in die USA fliegt und sowieso nichts mehr macht. Auch die Rechnungen hat er alle liegenlassen. Wenn er nicht Anwalt wäre, würde ich sagen: einfach doof.
Jedenfalls haben Peter und ich beschlossen, uns weiter zu kümmern, wenigstens Matratzen vorbereiten, Bettwäsche suchen, waschen, beziehen. Wir kriegen es beide nicht mit ruhigem Gewissen fertig, wie geplant, alles ruhen zu lassen. Wir haben einfach mit dem Ausstieg des Sohnes nicht gerechnet. Mal schauen, ob der zweite Sohn und sein Lebensgefährte sich kümmern.


 



Montag: Gestern hatten wir Besuch von Bekannten unserer pflegebedürftigen Nachbarn, die heute in die Geriatrie müssen. Die stehen sich nicht nahe, lediglich ein Vereinskamerad von früher aus einem Nachbardorf, sollten aber im Haus Sachen packen für die Reha. Peter sollte denen Zugang gewähren. Hat er auch gemacht. Den beiden war das ziemlich unangenehm. Die Frage bleibt, warum der Sohn das Packen nicht gemacht hat,  als er vorgestern wegen der Post hier war? Die beiden Alten mochten Peter nicht mehr fragen. Sie haben bemerkt, dass er total enttäuscht ist, dass alle Warnungen und Vorschläge in den Wind geschlagen wurden, beide nicht ehrlich waren, nicht zu sich selbst, nicht zu Peter. Seit Jahren, und nun wird es besonders tragisch.

Übrigens - hier im Dorf liest niemand meine Homepage ...aber es wissen sowieso alle, was da los ist nach mehreren Rettungswagen, Polizei- und Feuerwehreinsatz und die unmittelbaren Nachbarn, sind auch schon mal eingesprungen, wenn wir nicht zu Hause waren.


Schöner Ausblick heute Morgen 



Ich muss endlich mal ein bisschen mit unserem Pizzamaker üben, den wir schon lange stehen haben. Der ist eigentlich für das Womo gedacht gewesen, aber noch nie mitgekommen. Ich habe gequetschte Kartoffeln, Gemüse und Käse versucht. Hat ganz gut geschmeckt, nun muss ich mal weitere Ideen gucken.


 




 

Sonntag: Als ich gestern noch zögerlich los wollte nach Bremen fing es plötzlich an zu schneien. Absagen, wieder raus aus den Sonntagsklamotten, Jogginganzug an, gemütlich machen, Steine malen


 


Zwischendurch kam die Nachricht, dass das alte Paar aus der Nachbarschaft erst einmal zur Reha kommt. Da sind wir eine große Sorge los. Natürlich hatten wir Angst, dass die aus dem Khs entlassen werden und niemand hilft zu Hause...


 


Sonnabend: Heute Nachmittag ist Lesekreis in Bremen. Der Termin ist schon einmal wegen Wetter verschoben worden. Wir sind ja alle schon älter und ich habe den weitesten Weg. Ehrlich gesagt traue ich mich nicht richtig, bei Schnee und Glätte Auto zu fahren, wenn es nicht unbedingt sein muss. Vor eigenen Fehlern habe ich weniger Angst, als vor denen anderer, die weniger Respekt vor den unberechenbaren Fahrbahnverhältnissen haben. Es soll mittags schneien, das geht ja noch, aber wenn ich abends bei überfrierender Nässe zurück muss ...


 


Freitag: windig und kalt. Ich verzichte auf eine Fahrt mit Peter in die City, zumal der Verkehr freitags ätzend ist. Andererseits habe ich langsam ein Winterschlafgefühl, komme kaum noch weg vom Dorf, außer mit dem Womo. Gar nicht vorstellbar für mich, wie man als alter Mensch ohne Hobby oder angenehme Aufgaben zufrieden leben kann. Der Fernseher läuft bei uns jedenfalls tagsüber nicht.


Freitags ist Spaghettitag, heute vegan


Donnerstag: Wir verschlafen und kommen schwer in die Gänge. Allerdings genieße ich es auch, den Tag "sinnlos" an mir vorbeirauschen zu lassen zwischen malen, lesen kochen, klönen und Fernsehen.
Ich habe ein Foto von Peter gefunden. So sah er aus, als wir uns im Büro kennenlernten vor über 40 Jahren.



Die Geschichte zu dem Bild ist lustig. Zu einem Ausflug über Land sollte jede/r ein Haustier mitbringen. Manche hatte eine Spinne, ein Stofftier, einen Käfer ... nur Peter hatte nichts. Kurz vorm Ziel kam die Truppe an einem Bauernhof vorbei. Peter kannte den Bauern, ließ sich zurückfallen und lieh sich ein Pferd, mit dem er dann zur Preisverleihung für den originellsten Einfall gerade noch rechtzeitig auf dem Hof eines Gasthofes erschien. Natürlich hat er gewonnen und das Pferd sofort zurückgebracht ....


Von meiner Cousine und Cousin bekam ich ein Foto vom Menü einer Flusskreuzfahrt. Sieht schön aus, ist aber etwa die Menge, die bei mir manchmal auf dem Teller zurückbleibt. Ich gehöre mehr in die Kategorie Gourmand...

Bei uns gab es panierte Selleriescheiben mit Qittenschmand


 


Mittwoch: Eine neue Idee für ein Steinmotiv hat mich Stunden beschäftigt. Fast hätte ich mich zu spät fertig gemacht für Qigong. Ich habe wieder ein paar Dinge für das Verschenkregal im Ökozentrum mitgenommen. Der kleine Verkehrsteppich für Kinder war sofort weg, die Puzzles lauern noch.


Mein Smartphone meint, ich sollte dringend mal wieder spazieren gehen ...hat den Schrittzähler ausgewertet ...


Dienstag: Ich fahre in meine Wohnung und hole weitere Aktenordner. Die abzuheftenden Papiere fliegen zwischen zwei Wohnungen und mehreren Ablagekörben herum und ich verliere langsam die Übersicht. Nun ist alles an einem Ort. Mit meiner Nachbarin klöne ich ein Stündchen. Wir fahren beide nicht gerne im Dunkeln Auto, deshalb fallen unsere Karten- und Kaffeestündchen bei uns im Winter aus.

Morgens gucke ich gerne, was es Neues bei Facebook gibt. In letzter Zeit bekomme ich Infos zu veganen Lebensmitteln, zu den einzelnen Produkten, Konsistenz, Geschmack, Bezugsquellen.


Mein Frühstück gerade: Peter hat Brot gebacken ...


Das gefällt mir und ich habe mich in dem Forum angemeldet. So sind die Infos nicht mehr zufällig und eine echte Entscheidungshilfe. Und nein. Ich bin keine Veganerin, nicht mal mehr wirklich Vegetarierin, aber ich kann beides. Über die Ersatzprodukte kann man natürlich streiten, aber wie die meisten Menschen in diesem Forum vermeiden wir Fleisch und Wurst nicht, weil es uns nicht schmeckt, sondern aus ökologischen und Tierwohlgründen. Ich will nicht missionieren, sondern nur begründen.


 




Montag. Anruf aus dem Krankenhaus. Peter lässt sich alles berichten und verrät nicht, wie gut wir informiert sind. Er soll nun nach den vielen Kübelpflanzen schauen und gießen.

Der Briefkasten läuft über, eine Tür ist offen, Licht ist an. Alles noch Spuren des Großeinsatzes. Die direkten Nachbarn melden sich aus dem Urlaub zurück, haben von dem Drama gehört. Nun sind wir alle gespannt, wie es weitergeht.


 

 


Der Patient selbst redet vom Verkauf seines Motorbootes, das die nächsten Monate sicher im Trockendock liegt. Das hat also Monate Zeit. Interessanter wäre, wie das Leben im Haus weitergehen kann - wann und ob!

Nachmittags kommt Freund Ernst zum Kaffee und Haare schneiden. Er bringt eine Flasche Ouzo mit. Die kommt genau richtig zu Tzaziki und Kartoffelauflauf abends.


 




Sonntag: Vormittags brechen wir unsere Zelte in Lüneburg ab und fahren über Land langsam nach Hause. Wir räumen das Womo aus, verteilen alle Klamotten zwischen Garderobe und Waschmaschine, Bad und Kühlschrank.
Gegen Abend kommt der Feuerwehrhauptmann und berichtet von dem Einsatz bei den Nachbarn. Nun liegen die beiden alten Leute im Doppelzimmer im Krankenhaus, haben zu ihren Leiden auch noch Corona bekommen, woher auch immer. Der Hund ist mit einem Rettungstragetuch (vier Männer) der Feuerwehr ins Tierheim eingeliefert worden.


Schnelle Spinatnudeln mit Lachs. Ich habe immer gerne ein kleines Päckchen Spinat in der Tiefkühlung. Die sind nur so klein wie ein Kräuterpäckchen und liegen auch dort zum Verkauf. Reicht für eine Soße, Pizza oder Risotto.


So sieht es aus, wenn ein Wohnmobil abgeschleppt wird. Wir haben es wegen des gelben Blinklichtes zufällig wahrgenommen. Peter hat nämlich gerne alle Fenster zugezogen, daher sehe ich von meiner Umgebung kaum etwas an den Stellplätzen. Ob das Teil defekt ist oder einfach unbezahlt schon länger hier steht, wissen wir nicht. Spannend war die Verladung schon - und langwierig!



Sonnabend: Gut, dass wir gestern unseren Stadtbummel gemacht haben. Heute ist es nicht so schön, kalt, windig.

Mittags gehen wir zum Salzmuseum und nehmen uns viel Zeit. Um 14:30 Uhr haben wir einen Vortrag gebucht  "Salz und Gesundheit". Interessant. Peter ist ein bisschen enttäuscht, dass nicht vor Pökelsalz gewarnt wird, also das fiese Zeug, dass die Wurst schön rot macht. Ich frage vergeblich nach Schüßlersalzen. Aber immerhin wird darauf hingewiesen, dass ein Mangel an Natrium alzheimerähnliche Symtome hat und häufig bei alten Menschen auftritt und zu Fehldiagnosen führen kann.  Das ist auch bei unserem Dorfnachbarn der Fall gewesen, er hat schon Folgeschäden, vor allem an den Nieren. Das kann sogar tödlich enden, wenn der Mangel nicht zufällig im Blutbild erkannt wird. Der Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Blutdruck hat sich nicht wirklich bestätigt, hängt aber noch in vielen Köpfen fest. Ohne Salz kann niemand leben ...Tränen, Schweiß, Magensäure usw.


 




Und nun zum gemütlichen Teil 




Oft ist auf meiner HP vom vorherigen Tag noch etwas nachzutragen. Abends Telefon. Peter soll im Dorf nach der alten Nachbarin schauen, die seit Stunden nicht erreichbar ist. Aber wir sind weit weg. Der Sohn ruft deshalb von HH aus die Polizei an.

Die kommt dann gleich großem Aufgebot, bringt RTW, Notarzt und Feuerwehr mit. Peters Tochter ist leicht in Panik, als die Blaulicht-Kolonne vor unserem Haus anhält, in der Hoffnung, einen Schlüssel zu bekommen. Ein Feuerwehrmann kennt Peter gut und es lässt sich über " Fernsteuerung" regeln, dass der Schlüssel verfügbar ist. Peters Tochter hat Zugang. So braucht die Tür nicht aufgebrochen werden. Die Frau ist tatsächlich gestürzt und kommt alleine nicht wieder hoch ...


Was für eine gute Idee in Lüneburg, also Mädels ...


Freitag: Wir haben umgesetzt nach Lüneburg, netter Stellplatz mit Strom. Mittags machen wir uns auf den Weg zur Altstadt, ist nicht weit. Die Sonne scheint, es ist recht warm. Wir können sogar draußen sitzen und Glühwein trinken. Die Altstadt ist wirklich schön, hanseatischer Baustil, aber viele Gebäude sind schief durch den Salzabbau, da sackt was nach. Wir schaffen 4km. Klingt nicht viel, aber Peter hat einen verknaxten Fuß und ich muss erst wieder lange Strecken üben. Ohne rauchen geht es deutlich besser, ist aber ausbaufähig.


 




In dem Lakritsladen möchte ich mich mal mit Margot und Tamara durchprobieren...


und hätte ich von dem Scandic- Laden (auch online) eher gewusst, hätte ich Peter doch im Männerhort abgegeben ...



Im Womo darf Peters Wurst neben meinem Veggiezeug in der Pfanne liegen, hier kann ich nicht pingelig sein. Eine Pfanne, zwei Gabeln.



 

 


Es war schön gestern im Soltauer Thermomix. So fühle ich mich. Erst die Pelle ab, also Klamotten aus. Dann abspülen, rein ins warme, sprudelnde Salzwasser. Nach ca. einer halben Stunde weiter zum Dampfgaren mit Salzaufgüssen, Abschrecken im Eiswasser und ab ins Gratinierwerk (Gradierwerk, unser running gag, ich hatte das zu Anfang falsch verstanden)


 


Du warst noch nie in einer Therme? Ich auch erst vor drei Jahren. Wir nehmen den Sole-Bereich mit Dampfsauna. Das Salzwasser trägt sehr gut, Schwimmen ist nicht anstrengend. Man kann überall noch gerade stehen. Es gibt viele Strudelquellen im Becken für alle Körperstellen Druckmassage oder einfach nur Wirlpool in kleineren Rundbecken. Wir machen drei Durchgänge mit einer Liegepause im "Gradierwerk". Die salzige Luft wird dort von einem künstlichen Wasserfall verteilt. Ein Schwimmbad mit Spaßfaktor gibt es auch. Mit einem Chip am Armband kann man sich überall einloggen, vom Spind bis Café und Ausgang. An der Kasse wird ausgelesen, wieviel zu berechnen ist. Gewöhnungsbedürftig. Wir haben Solebad und Dampfsauna ein paar Stunden genutzt und dafür 18€ pP bezahlt.


Den Text gestern habe ich vor Abfahrt geschrieben. Ich räumte gerade die letzten Sachen ins Womo, als Rettungswagen und Notarzt mit tatütata durchs Dorf fuhren. Unschwer zu erraten, wo  die anhalten. Der Pflegedienst kam auch, um den Patienten startklar für den Krankentransport zu machen. Ab ins Herzzentrum. Wir haben ganz schnell zugesehen, dass wir weg kommen. Schließlich hat der Mann die Kurzzeitpflege verweigert, das konnte nicht gut gehen. Kaum in Soltau klingelte auch schon das Handy und der Sohn des Hauses rief an, um uns in Kenntnis zu setzen von den neuesten Entwicklungen. Die zurückgebliebene Frau rief abends an und heute Morgen auch mit der Frage: "Wann kommen Sie endlich wieder?"  Wohl erst Sonntag....Es geht sicher um den Hund ....

Donnerstag: Wir machen uns startklar, wollen um 10 Uhr mit dem Womo vom Hof rollen. Kein Glatteis mehr, auf geht es nach Soltau in die Therme ins Salzwasser. Wir können direkt auf dem Parkplatz dort parken, leider ohne Stromsäule, aber einen Tag geht das. Die Heizung läuft auf Diesel. Ob wir morgen noch weiter fahren, wissen wir nicht.


 


Zuhause fühlt Peter sich gerade nicht so wohl mit dem Gefühl, immer auf Abruf bereitzustehen. Zum Thema NEIN sagen, habe ich für mich eine Denkhilfe. Zwei Kategorien. Ein Kollege kommt und bittet mich dringend, zwei Stunden von seiner Schicht zu übernehmen. Er muss für den heutigen Geburtstag seiner Frau noch eben ein Geschenk vom Juwelier holen, sonst hängt der Haussegen schief. Nö mein Lieber, du wusstest 364 Tage, dass deine Frau Geburtstag hat. Für deine Organisationsfehler bin ich nicht verantwortlich.
Anderer Fall: Meine Kollegin bekommt einen Anruf vom Kindergarten, Kind abholen, ist von der Schaukel gefallen und soll zur Ärztin. Na klar helfe ich in dem Fall und bleibe für sie länger.

Immer wenn ich unsicher bin bei Hilfsleistungen, gucke ich, zu welchen der beiden Fälle das passt. Die Nachbarn haben sich alle Fettnäpfchen selbst aufgestellt, in denen sie nun ausglitschen, alle Ratschläge und Warnungen in den Wind geschlagen.


 




Nach meinem Qigong gab es Fischpfanne mit Gemüse aus dem Ofen. Das gibt es öfter, aber immer anders ...




Mittwoch: Wir beginnen den Tag mit der Lüge unseren Dorfnachbarn gegenüber, dass wir mit dem Womo unterwegs sind. Trotzdem klingelt um 9 das Telefon: "Sind Sie noch da? Der Hund ist zwischen Wand und Sofa gefallen und kann nicht wieder raus." Peter hin, einmal kurz am Tragegestell gezogen und das Tier war wieder frei. Wollte aber gerne in die Nische zurück.
Gestern Abend war " Herrchen" wieder vom Sofa gefallen, viel größer und schwerer als Peter, aber er hat ihn mit dem Rettungsgriff wieder hoch bekommen. Es geht jetzt wirklich zu weit. Wir reden seit zwei Jahren, dass gefühlte 50 Kübelpflanzen im Haus zu viel sind, die Zimmer zu voll für Rollator, ein Treppenlift gebraucht wird. Und wieso trägt die fast blinde Frau keine Brille und fuchtelt mit ungeeigneter Lupe herum? Auch die Kinder reden schon lange, tun aber nichts, weil die Eltern beratungsresistent sind. Heute war der Medizinische Dienst dort, vom Krankenhaus bestellt. Wir können nichts mehr tun, außer zu helfen, die Karre noch weiter in den Dreck zu fahren. Das wollen wir nicht.


Dienstag: Tauwetter. Ich habe nachts dauernd Geräusche gehört. Das Holz arbeitet im Haus, die Heizung sagt mal was, vom Dach rutscht Schnee. Geisterhaus, haha. Immerhin war kein Anruf auf dem IPhone.

Gestern Abend hat Peter mit einem Gnadenhof für Hunde und einer Tagesstätte für Vierbeiner telefoniert, um den Hund gegebenenfalls unterbringen zu können. Hat wegen Überfüllung nicht geklappt, aber die wollen sich mit um eine Lösung bemühen. Peter hat noch ein paar Beziehungen aus der Zeit seiner Schafherde mit Hütehunden, aber das ist lange her.


Ich habe für heute und morgen ein letztes Mal "Essen auf Rädern" geliefert. Gibt Steckrübeneintopf vegetarisch.



Endlich fordern auch Tierärzte, etwas gegen die Anbindehaltung von Rindviechern zu tun. Das Tierwohllabel ist der reine Hohn. So ein Blödsinn sollte niemand draufschreiben dürfen. Peter und ich haben da sehr unterschiedliche Einstellungen. Er hat ja mal nebenberuflich einen Hof mit Vieh betreut, geschlachtet und gewurstet. Nur hat er immer die Tiere vor Augen, die hier auf dem Dorf auf saftigen Wiesen stehen. 98% der Rinder geht es schlechter.


 

Haltungsform 2 sollte es gar nicht mehr geben..Daneben " Tierwohl" zu kleben, ist Verarschung der Verbraucher. Und dann auch noch ProPlanet...


Gabis Lieferando: Minestrone


Ich habe inzwischen meine Pötte und Pfannen in den Haushalt hier integriert. Meine WOLL-Töpfe funktionieren auch bei Gas richtig gut. Ja, das Kochgeschirr ist schwer, aber ich bin seit vielen Jahren begeistert davon. Sehr gut regulierbar und es brennt nichts an. Also verbrennen kann der Inhalt schon, aber das etwas kleben bleibt, ist schon selten. Und man darf mit Metall darin herumfuchteln, da die Beschichtung durchgängig ist und nicht nur auf der Oberfläche. Dadurch kann auch nichts abplatzen.Vor allem kann ich die Pfannen auch in den Backofen stellen, weil die Griffe mit einem Klick abnehmbar sind. Ab und zu gucke ich noch einmal beim Verkaufskanal QVC die WOLL-Vorführung, was es Neues gibt. War immer ein Lieblingsprogramm bei Horst und mir, die Kochbeispiele. Aber aktuell brauche ich nichts mehr ...


 


Montag: Unsere Befürchtungen sind eingetreten. Peters Freund ist vom Krankenhaus mit dem Taxi nach Hause gebracht worden, liegt nun auf dem schmalen Sofa und kann nix. Peter war dort, " Danke, aber wir schaffen das alles".

Erster Notruf nun nach anderthalb Stunden."Können Sie kommen?" Ich hatte vorsorglich Pflegeequipment gebunkert, ich ahnte, was kommt, gleich mitgegeben. Nur den Rollstuhl hole ich jetzt bei dem Glatteis und der Dunkelheit nicht mehr aus meiner Wohnung. Kurzzeitpflege wäre der einzig vernünftige Weg gewesen. Es fällt so schwer, nun nachts das Telefon abzuschalten, aber alle unsere Empfehlungen werden schon länger in den Wind geschlagen. Alle! Und warum sollen wir es jetzt ausbaden? Peter und ich haben beide langjährige Pflegeerfahrung, wir wissen bis ins letzte Detail, was da jetzt zu tun wäre, sind aber machtlos. Für alles, was ab jetzt dort passiert, wollen wir nicht verantwortlich sein.

Kaum zu Hause, zweiter Notruf, Peter ist wieder los, konnte auch das Problem lösen. ....


Wandspiegelung


Sonntag: Seit Silvester ist Peter nun jeden Tag zwei- bis dreimal bei den Nachbarn, um zu helfen. Schnee fegen, Gewächshäuser, Vögel füttern, Essen bringen, Hund raustragen. Letzeres wird immer schwerer. Trag mal 40 kg eine vereiste Treppe runter. Streuen geht nicht wegen der Pfoten.


 


Der Mann liegt immer noch im Krankenhaus; vielleicht kommt er Montag nach Hause. Und dann?? Es ist gerade das beherrschende Thema bei uns. Wie weit geht Hilfsbereitschaft, wenn man selbst über 80 ist und die Kraft für sich selbst braucht? Angehörige sich nicht kümmern? Dazu kommt, Freundschaft ist ein sehr dehnbarer Begriff. Sie kann intensiv und absolut vertraulich sein, oder wie hier, eher eine lockere Anglergemeinschaft mit nachbarschaftlichen Treffen ab und zu. Wir haben ja auch gar keine Kompetenzen, nötige Dinge zum Haus, Pflegestufen, Reinigung, Essen auf Rädern, Einkäufe, Fahrdienste usw zu regeln.
Werden wir auch einmal so weltfremd und selbstüberschätzend im Alter?


 


Sicher habt ihr auch gelacht, als die Schafherde kürzlich bei Penny "einkaufen" war. Lustig, was sich andere Firmen dazu ausgedacht haben ...


 




 


Sonnabend: Der Lesekreis für morgen ist abgesagt. Wir sind fast alle zwischen 70 und 80, da mag keine mehr gerne bei Glatteis unterwegs sein. 

Peter hat sein Auto aufgetaut, damit wir Wasserkisten holen können und ein paar frische Sachen bei Rewe. In meiner Wohnung reguliere ich die Heizkörper, damit nicht versehentlich etwas einfriert. Die Straßen sind hier nicht geräumt, nur in der City direkt. Alle fahren 30kmh. Passt.
Für die kranke Nachbarin bereite ich die Zucchini zu, die sie Peter gestern mitgegeben hat (als Bratlinge mit Haferflocken, Ei, Käse und Gewürzen). Peter muss jetzt auch noch bei denen Schnee fegen, damit der Hund nicht ausglitscht, wenn er ihn rausträgt und auf den Rasen schiebt.


 


Für uns gab es gestern Spagheddiiii


 


Freitag: Was für ein Schneesturm und Peter muss morgens raus zu den Nachbarn. Zu Fuß, die Autos sind eingeschneit. Selbst der Hund will schnell wieder reingetragen werden, ist irritiert wegen des Schnees. Kennt er nicht, hat kein Langzeitgedächtnis.
Wir lassen alle Pläne für heute fallen, Baumarkt, meine Wohnung, Einkauf .... bei dem Wetter ist gerade nichts so wichtig. Ich habe in einem dicken Winter Auto fahren gelernt, im Steintor in Bremen, mit geschobenen Schneewänden an den engen Straßen, Glatteis, oft Dunkelheit ....brrrrrr. Aber ich habe Respekt vor der Witterung bekommen.
Gerade denke ich darüber nach, ob ich Sonntag lieber mit dem Zug nach Bremen zum Lesekreis fahre. Es wäre allerdings noch ein Fußmarsch dadurch und zum Bahnhof hier muss ich sowieso fahren. Gerade liest Peter mir aus der Zeitung vor, dass der Zugverkehr hier vorübergehend eingestellt ist ...Schulen geschlossen, Wetterwarnung fürs Wochenende ...


 


Donnerstag: Endlich rüsten wir mal den Tannenbaum ab. Seit Tagen hatte niemand Lust, die Kisten vom Dachboden zu holen. Aber nun will ich endlich das neue Jahr vor Augen haben und nicht das alte ... Aber es lohnt schon, einen Baum aus einer Schonung zu holen, die extra dafür gepflanzt wird, also frisch geschlagen. Nun kann er noch bis zum Frühjahr für die Vögel draußen stehen.


 



Im Moment habe ich kaum etwas zu berichten. Ich male viel, sitze in meiner Leseecke, schaue den Vögeln und Rehen im Garten zu ...mein Auto steht völlig eingeschneit im Hof, guckt keine rote Farbe mehr durch. Ich bin zwar gestern mal gefahren, aber ungerne. Auf dem Parkplatz bei Netto war es so glatt, da hätte ich das Auto in die Parklücke schieben können. Aber dafür war ich selbst nicht standfest genug. Auch die Wege spiegelglatt und wellig, also mit Anlauf glitschen ging auch nicht, haha.


 


Matjes. Ich liebe die Hausfrauensoße aus Schmand, Zwiebeln, Äpfeln, sauren Gurken, Salz und Zucker.


Im Sommer mein Lieblingsplatz auf Langeoog: Der Kiosk am Bahnhof. Nun sieht es dort so aus. Tisch mit integrierter Bierkühlung. Auf Langeoog liegt recht selten so viel Schnee ...

 

 


Mittwoch: Endlich beginnt mein neuer Kurs Qigong wieder. Bin schon eingerostet, Knochen knacken. Upps, richtig teuer geworden. Wir nutzen einen Raum im Ökozentrum und die haben die Preise satt erhöht. Ohne Vorankündigung. Für unsere Übungsleiterin rechnet sich das langsam nicht mehr. Vor allem, dort wird weder geheizt trotz Raumbelegung, da muss jemand früher kommen und aufdrehen, noch wird der Boden richtig gereinigt. Wir haben immer dreckige Socken. Hoffentlich finden wir neue Räume ....Die Preiserhöhung trifft auch andere Kurse, Kinderballett, Bio-Restaurant, Volkshochschule.


Abends erwartete Peter mich mit einer Vorspeise, Flammkuchen und Salat. Wie lieb

 



Dienstag: Ich koche heute zur Versorgung einer alten Nachbarin im Dorf. Sie hat Peter Kohlrabi und Zucchini mitgegeben. Nun gibt es einen Pott mit Kartoffeln, Kohlrabi und Möhren. Einen kleinen Teil püriere ich, damit es nicht so trocken ist. Stück Butter rein, etwas Petersilie und fertig. Die Zucchini schneide ich in dicke Scheiben, paniere mit Ei und Pankow und brate sie ganz langsam, bis sie innen weich und außen knusprig sind. Die Frau ist begeistert. Kannte sie so nicht. Heute gibt es rote Linsensuppe.
Manchmal lege ich in meiner Malstube alles beiseite, nehme einen "unförmigen" Stein und lasse meiner Fantasie freien Lauf. Gerne lasse ich dabei mal ein Stück vom Stein unbemalt stehen, so als Felsen oder Watt. Die Motive unten links kann ich für mich selbst unter "Kleinkunst" laufen lassen, sind Einzelstücke, völlig ungeplant. Damit bin ich zufrieden.




Heute zeigt die Waage das erste Mal seit Jahren 60,2kg. Da wollte ich nie wieder drüber!! Wehret den Anfängen. Ich habe ja meine ganze Garderobe damals von 44/46 umgestellt auf 38. Das muss jetzt bleiben. Nicht noch einmal so eine Investition.



Oder die leckeren Kekse, danke Klaudia




Gestern Abend einmal vegan...

einmal mit Wurst


Montag

Na ja, gemalt habe ich auch. Ich arbeite wieder einmal an mehreren Projekten gleichzeitig, weil ich dauernd neue Ideen habe. Dazwischen sind immer Trocknungszeiten eingebaut. Die Stäbchen werden beidseitig bemalt ... Ich war fleißig. Ich kann Stunden in meinem Atelier zubringen. Ich muss endlich mal zum Baumarkt, grüne Farbe ist aus, die brauche ich am meisten für Wiesen, Blumen und Dünen.


 


Mein Cousin aus Naumburg hat angerufen und gefragt, ob ich für ihn Pferde auf Steine malen kann. Oh Schreck, das letzte Mal, als ich Pferde am Strand von Langeoog gemalt habe, meinten Leute, ich solle das blaue H-Schild für Hundestrand mitmalen, damit es klarer wird. Jedenfalls hat niemand ein Pferd erkannt und ich habe den Tieren Halsbänder, Stöckchen und Leinen gemalt.

 


Sonntag: Kaum aufgestanden gegen Mittag merke ich schon, das wird nix heute. Ich schaue vom Sofa aus dem regen Teiben der Vögel auf der Terrasse zu. Fettfutter, Nüsse, Äpfel .. da ist was los. Der verschneite Garten sieht wunderschön aus, aber Spazierengehen ist nicht so mein Ding, auch wenn der Schrittzähler im Handy mich dazu mehrfach auffordert. Nee, in der Stube aufm Sofa mit Kamin an ist es gemütlicher. Peter sucht dicke Socken, das Auto ist eingefroren und er muss nun zu Fuß gehen, um den Hund des Freundes rauszutragen. Der wird wohl noch bis Mitte der Woche im Krankenhaus bleiben müssen.


 


Na ja, ist nicht weit und er trifft nette Nachbarn beim Schneefegen. Das müssen wir übrigens nicht, der Fußweg ist auf der anderen Straßenseite.
 


Die Frau des Freundes kann nicht kochen, und jetzt, wo sie fast blind ist, ist alles noch schwieriger. Die "Gemüsekiste" ist erst einmal abbestellt und wir schauen mal, was wir aus den gehorteten Zucchini machen können. Leider kann sie mit der Mikrowelle nicht umgehen, hat immer ihr Mann gemacht.


Sonnabend. Ich habe einen Malanfall, nehme mir einen Satz Holzstäbchen vor, aus denen ich Lesezeichen machen will. Die kann ich dann auf Langeoog in die Bäume hängen. Mal was anderes. Die lassen sich echt richtig gut bemalen und vor allem: Die kann ich auf Fahrten mit dem Womo mitnehmen. Kein Wasserglas, keine Pinsel, nur ein paar Stifte. Steine wiegen ein paar kg, die  gleiche Menge Holzstäbchen nicht einmal 100g. Natürlich bleibt die Steinmalerei vorrangig das Hobby, aber eine Alternative für alle Gelegenheiten zu haben   ist auch schön.


Abends wieder einmal Labskaus ... Peter hat so viele Heringe zu Matjes verarbeitet.


Freitag:   Nachts schaue ich in den Garten, als ich sowieso mal wach bin. Alles tief verschneit und dazu der helle Mond. Mystisch, Rauhnächte eben. Es sah abends schon schön  aus, als es anfing zu schneien.




Es ist gerade nicht das Wetter, mit dem Womo unterwegs zu sein. Wir hatten alles auf Anfang Januar verschoben. Dazu kommt, dass der Nachbar nach seinem Sturz immer noch im Krankenhaus ist, seine körperbehinderte, fast blinde Frau und der behinderte Hund alleine zu Hause. Ich habe schon mal Suppe mitgegeben, heute gibt's Gemüseeintopf und Peter trägt den Hund zweimal am Tag raus in den Garten.


 


Selbst wenn "Herrchen" entlassen wird, ist fraglich, ob der das wieder schafft. Das Paar ( über 80) lebt nur für Haus und Hund, etwas anderes spielt keine Rolle mehr. Die beiden Söhne rühren sich nicht wirklich. Einer hat Silvester angerufen, ob Peter "mal eben" gucken gehen kann. Das war's. Nicht schon wieder. Im Jahr 2024 hat Peter sich von Februar bis November um einen alleinstehenden Freund gekümmert , bis zu dessen Tod. Ihr erinnert euch. In der Zeit konnten wir kaum etwas planen.

Und nun geht das schon wieder los. Eigentlich müssten beide in Kurzzeitpflege, bis ganz viel organisiert ist, Haus entrümpeln, Bad und Schlafplätze nach unten oder Treppenlift, Pflegedienst, Essen auf Rädern. Für den alten Hund haben wir einen "Gnadenhundehof" empfohlen, vielleicht nehmen die auch vorübergehend auf. Aber da müssen nun die Söhne mit ihren Lebenspartnern
aktiv werden. Ein paar Tage überbrücken ist okay für uns.

 


Ein neues Jahr beginnt ...


Ich schlafe lange. Endlich gar nichts vor außer einem Neujahrstreffen der Dorfgemeinschaft. Aber bei dem Sturm und Regen bin ich noch unsicher, ob wir uns das antun wollen gegen Abend.

Mit meinem guten Vorsatz, nicht mehr zu rauchen, habe ich ja schon erfolgreich vor vier Wochen begonnen. Nur eine Zigarette Weihnachten geschnorrt. Leider passiert genau das, was ich befürchtet habe: Gewichtszunahme. Drei Kilo sind es schon. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das auch ohne Veränderung der Ernährungsgewohnheiten passiert. Rauchen beeinflusst stark den Stoffwechsel. Ich habe von 1981 bis 1991 nicht geraucht und 16kg zugenommen. Okay, die Schwangerschaft war auch dabei, aber trotzdem ...gar  nicht gut.


 

 


Peter muss jetzt alle paar Stunden mit dem Hund seines Freundes raus. Der wird mit einem Tragegestell die Treppe runter in den Garten getragen zum Pieseln. Wiegt 35 Kg. Gut, dass Peter jeden Tag Krafttraining mit seinem Feuerholzkorb macht! Zwar wird der Freund schnell wieder entlassen aus dem Krankenhaus, aber wie fit ist unklar. 84 Jahre alt.  Abwarten.


Silvester Nachtrag: Gestern war alles etwas anders als geplant. Wir warteten gerade auf unsere Nachbarin auf ein erstes Glas Sekt, als das Telefon klingelte. Der Nachbar, bei dem wir wöchentlich zum Kaffee einkehren, war die Terrassentreppe runtergefallen. Sein Sohn rief aus HH an, war sehr besorgt und wollte sicherstellen, dass auch wirklich ein Rettungswagen bestellt wird. Peter kam dann mit dem RTW zusammen am Haus an. Es war erst einmal nicht viel passiert, aber da der Grund für den Sturz Kreislaufversagen und ein taubes Bein war, haben die Sanis ihn mitgenommen. Nun sitzt seine schwerbehinderte Frau mit einem riesigen, komplizierten Hund alleine zu Hause.

Aber wir hatten trotzdem noch zwei gemütliche Stunden mit Michaela und Sekt, dann Heringssalat und Fernsehen. Natürlich Ekel Alfred mit seinem Silvesterpunsch. Mist, ich war wieder viel zu früh sehr müde, aber "Dinner for one" hat mich um 23:30 wieder aufgebaut und durchhalten lassen, um das neue Jahr zu begrüßen.


  


Anschließend war eine Schlagerparade mit den blödesten Liedern der 70er Jahre der Brüller, Schlaghosen, komische Verrenkungen, steifes Publikum in Schlips und Kragen ...haha. Und wir waren dabei damals...


Ich war nachts um 2 wirklich kaputt von gefühlt acht Feiertagen hintereinander ...




Ich wünsche euch allen ein


Mittwoch, der Count down läuft. Bei mir fängt der Tag schon um 05.53 Uhr an mit der Schrecksekunde: Muss der Mülleimer heute raus oder gibt es Verschiebungen? Ich habe die Müll-App des Landkreises geladen und werde eigentlich einen Abend vorher benachrichtigt. Aber da steht nix. Ich rüttele Peter trotzdem wach. Der zieht im Bademantel mit dem Mülleimer an die Straße und siehe da, Minuten später biegt der Müllwagen um die Ecke. Gerade noch geschafft.
Mittags bin ich noch kurz zum Einkaufen und fahre dann zu meiner Wohnung. Meine Nachbarin kommt gerade nach Hause, frohes neues Jahr, ein kleines Geschenk abgeben, mein Schwein einpacken, ein paar Luftschlangen und schnell wieder durch den fiesen Regen Richtung Heimat. Glückschwein Trudi saß Jahrzehnte Silvester auf dem Büfett als Deko zwischen Heringssalat, Kartoffelsalat und dem Pott mit heißen Würstchen. Sektbuddel im Arm. Hat Tradition.


 


Nach Rückkehr bereite ich den Heringssalat zu, das wäre gestern besser gewesen. Nachmittags kommt eine Frau von gegenüber auf ein Kaffeestündchen, abends ist Fernsehen und vielleicht kommen Peters Tochter und Freund zum Anstoßen, die wohnen nebenan. Irgendwie komme ich in diesem Jahr aus den Feiertagen gar nicht heraus, aber heute mache ich nichts mehr für Gäste ...


Ich hoffe auf Starkregen um Mitternacht ...


 
Dienstag: Unser Gast wartet höflich, bis wir das Küchenchaos von gestern beseitigt haben und das Frühstück fast fertig ist, bevor er erscheint. Peter bereitet Rührei mit Bacon zu, Lachs steht schon auf dem Tisch, ich kümmere mich um Brötchen und Kaffee. Gegen Mittag fährt Jürgen wieder nach Hause. Ich stelle etwas erschrocken fest, dass ja morgen schon Silvester ist. Ich habe keinen Sekt gekauft, keine Papierschlange und keinen Heringssalat gemacht. Andererseits sind wir so durch mit " feiern", dass es bei uns ruhig wird. Ich vermisse nichts. Nachmittags kommt noch eine Nachbarin auf ein Kaffeestündchen. Nur mein Glücksschwein Trudi sitzt noch in meiner Wohnung, das muss ich holen.

 

Montag: Nachmittags erscheint unser Freund Jürgen aus Zeven zum Kaffee. Er mag Apfelcrumble mit Sahne und Eis, unser "Standardkuchen". Wir haben einen gemütlichen Nachmittag und Abend. Peter hat schon lange das Lamm mit Schmorgemüse im Ofen, noch einmal ein Festessen, dazu einen leckeren Rotwein.

 



Jürgen macht es sich am Kamin gemütlich, während wir in der Küche und mit Tisch decken beschäftigt sind. Er hat uns einen klasse Whisky mitgebracht, der noch zu Peters Geburtstag ist. Unser Treffen hat seither nicht geklappt, aber nun endlich. Jürgen ist zwar mit dem Wohnmobil gekommen, nimmt aber unser Gästezimmer gerne an.
 

Sonntag:
So nach und nach können die Weihnachtssachen wieder verschwinden, Adventkranz und so weiter. Keine Wäsche waschen zwischen Weihnachten und Neujahr? Also ich habe die Gästebetten heute abgezogen und alles gewaschen. Morgen kommt der nächste Schlafgast. Dafür wäre es allerdings nicht nötig gewesen, weil wir noch ein Einzelzimmer dafür haben.
Nun beginnen die Rauhnächte. Das Wetter ist passend dafür, die Zweige im Garten alle ein bisschen vereist, Nebel, Kälte, Stille .... Diese Tage waren mal übrig bei der Umstellung des Kalenders auf gregorianische Zeitrechnung, der dann auch das Schaltjahr einbaute. Die Leute haben das damals als Tage zwischen den Jahren erlebt und dem besondere Bedeutung zugemessen, bevor sich der neue Kalender überall durchgesetzt hatte.

 


Die Schreibweise im WESER-KURIER hat mich irritiert. Ja, das Wort rau schrieb man früher mit h am Ende. Aber die Rauhnächte kommen eher von dem Begriff Rauch, räuchern, Geister vertreiben oder besänftigen ... oder? KI hat geholfen, beides richtig, weil es mehrere Deutungen gibt.


 
 

Aufgeräumt
 
  

 
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