Mein Tagebuch 
Sonnabend: Die Nacht war anstrengend. Alle ca 70 Wohnmobile hatten Türen, Fenster und Dachluken auf, vermutlich wie wir auch nichts an, keine Decke und bloß nicht bewegen. Und ich dachte, hier wäre es etwas kühler, vielleicht ein bisschen Wind. Nix da.
Nun sitze ich gerade im Schatten des Womos und ein etwas heißer Wind geht. Kein Gedanke, den kurzen Weg zur Strandbar zu gehen, obwohl ich da jetzt gerne wäre mit einem Kaltgetränk. Mein Kreislauf läuft nicht rund.
Die Viecher genießen das Klima, grrrr
Peter hat tatsächlich Hausarbeit gemacht, Abwasch, aufräumen, saugen. Er scheint den Brutkasten besser abzukönnen als ich. Danke mein Lieber.
Ich bin out of Order ... und mein WLan-Netz auch leider. Keine Ahnung warum, hatte immer freies Netz hier. Nun hänge ich an Peters Hotspot, den er monatlich teuer bezahlt. Aber es rettet mich erst einmal.
In zwei Stunden soll Unwetter losbrechen. Noch einmal schnell lüften und dann abwarten. Mittags: Die Sonne verschwindet gerade, noch schnell Eis ins Glas und mit irgendwas aufgießen
Freitag: Nicht wundern, heute werde ich wenig Zeit haben. 11:00 los, ein "paar" Dinge einkaufen und dann Stellplatz suchen.
Soviel zu ein "paar Dingen". Peter und ich können einfach nicht gemeinsam einkaufen, ich stehe ewig im Weg, bin weg zwischen den Regalen oder gebe Kommentare ab, die er nicht hören mag.
Falls du meine Homepage morgens liest, bekommst du manchmal halb angefangene Texte. Ich kann nur online arbeiten, und wenn ich zwischendurch mal speichere, um die Texte nicht zu verlieren, erscheint das sofort für dich. Das heißt dann: Ich bin noch nicht fertig ...
Donnerstag: Morgens sind die Rehe im Garten. Eine Ricke mit Zwillingen und die Schwarze mit dem Kitz, das hier im Garten geboren wurde. Niedlich. Sie fressen kleine Äpfel und nutzen den Kübel mit Wasser. Von der Milchzapfsäule werden sie gerade entwöhnt, da sind die Ricken konsequent.
Heute habe ich nur Indoorpläne. Bloß nicht wieder raus wie gestern. War total geschafft von der Hitze im Auto. Die Klimaanlage wirkt bei Kurzstrecken kaum und dann immer wieder ein-und aussteigen, rein in den kühlen Supermarkt und wieder raus in die brütende Hitze. Ich schwitze wenig, kriege eher Rotlauf und Atemprobleme. Alte Leute sollten wirklich zu Hause bleiben.

In meiner Wohnung lag ein Schreiben, dass die Wasserleitungen in allen Wohnungen durchgespült werden müssen wegen Bakterien. Upps, gut dass ich dort war, um den Termin nächste Woche nicht zu verpassen. Ich hatte gehofft, meine Nachbarin würde mir das per WhatsApp mitteilen, zumal auch Aushänge im Treppenhaus hängen, aber das hatte sie nicht auf dem Schirm, obwohl ich schon mehrfach gefragt hatte, ich wusste ja von der anstehenden Aktion. Ich muss da nun doch öfter mal hin ...
Der Plan heute ist, aufräumen, Gästezimmer wieder klar machen, Wäsche waschen und fürs Womo packen, damit wir morgen früh los können. Schade, meinen Malkram kann ich nicht mitnehmen. Die Farben halten die Temperatur nicht aus und der Kühlschrank ist sowieso voll. Aber ich habe ein Alternativprogramm. Ich folge auf Facebook einem Sprachkurs niederländisch. Ich kann Plattdeutsch ganz gut verstehen, aber selbst nicht sprechen. Trotzdem kommt mir ganz viel bekannt vor, macht Spaß. Und auch meinen Englischkurs bei Babbel habe ich immer dabei. Ich lerne das nie! Dann noch ein Buch laden und ich bin gut ausgerüstet.

Peter wird mit dem Ansetzen des Joh-Weines beschäftigt sein.
Abends freue ich mich auf das WM-Spiel ....
Gestern Abend gab es kalte Küche mit Krabbensalat usw:

Mittwoch: Ich stehe immer etwas später auf als Peter, heute schon 7Uhr noch was. Kein Peter da. Nanu? Dann fällt mir ein, dass er wohl im Garten ist, Johannisbeeren pflücken. War gestern viel zu warm, darum nutzt er die Morgenfrische. Bestätigt wird meine Vermutung bei einem Blick aufs Handy, "Bin im Garten". Gestern hat er die Deminons gesäubert, um neuen Johannisbeerwein anzusetzen.
Inzwischen nach über drei Jahren bin auch naturverbundener, als ich es je war. 70 Jahre Stadtkind gewesen.
Das war mehr die Zeit meines Sohnes, aber ich habe das Kinderprogramm mitgeguckt.
Ich wundere mich manchmal selbst, wie schnell ich das Stadtkind abgelegt habe. Nun fehlt nur noch die Auflösung der Wohnung. Im Juni wollte ich gaaanz viel tun, aber die Hitzewelle hat mich total ausgebremst. Immerhin habe ich neue Umzugskartons.
Schnell noch kochen vorm Fußballspiel. Sauerkraut und für Peter auf Wunsch Gummiwurst dazu
Dienstag: Es ist nett von den Medien, dass sie alte Leute warnen, bei der Hitze rauszugehen. Kommt mir sehr entgegen. Leider ließ es sich gestern nicht ganz vermeiden, Rezept holen, Apotheke, falsche Lieferung wieder abgeben, aber auf das Packen in meiner Wohnung habe ich verzichtet. Anschließend ist es voll schön gewesen, gestern den Nachmittag auf der Terrasse im Schatten zu verbringen
Und abends zum Fußball serviert: Tomaten frisch aus dem Ofen mit Falafel, und Käse gefüllt, dazu Reis ... und gefüllte Weinblätter verstecken sich auch noch darunter.
Peters Haus steht auf einem ehemaligen Maisfeld. So hat er das Grundstück damals erworben.
Montag, irgendwie müsste mal Schluss sein mit den faulen Tagen, aber die Hitze ist eine gute Ausrede. Ich habe am Wochenende kleine Geschenke für meine Enkeltochter zum Geburtstag von ihrem Wuschzettel bestellt. Das hat lange gedauert, weil ich mich bei Firmen neu registrieren musste und die nicht auf mein gespeichertes Paypal zurückgegriffen haben. Dauernd alles neu eingeben und dann gerade nicht verfügbar. Mal Konto-Login, mal die Ware. Ätzend. Bald kommt die Zeit, wo ich nur noch zum Geldautomaten latschen muss, dabei habe ich früher immer sooo gerne Geschenke gekauft ...
Meine Stühle habe ich doch noch nicht bei eBay eingestellt, falls wir diese Woche noch wegfahren. Ist doof, wenn dann Leute abholen wollen, lieber erst am nächsten Wochenende ...

Peter, du bist nicht gemeint, wir haben ja Last Order
Gerade den Weser Kurier gelesen und bin erstaunt, dass ich im Verdener Teil namentlich erwähnt wurde.
Bei der Seniorenmesse hat mich eine junge Frau interviewt. Ich hatte nicht mitbekommen, dass es für die Zeitung ist, ich dachte an Messeumfrage. Sie fragte, warum ich dort bin und was mein Interesse an dem Thema geweckt hat. Ich erzählte kurz von den Messen Leben&Tod, meiner Bekanntschaft mit Abschied-Bestattung, Gedenkbrettern und Sargbau. An letzteres schließt sich mein Text an ...
Das Kochen habe ich heute übernommen. So mag ich Pilze am liebsten. Die Soße ist leichter, als sie aussieht.
Idefix kam zum Knabbern in der Küche vorbei

Sonntag. Ruhetag. Es ist wieder warm und ich will nicht raus ... obwohl im Park in Verden ist heute Musik. Ich stöbere bei Facebook rum und finde einen netten Text zu meinen Steinen. Findet den Fähler, Worterkennung hat zugeschlagen, aber ich habe mich trotzdem sehr gefreut. Es motiviert mich, gleich wieder am Maltisch zu sitzen.
Unsere Wildnis blüht, Schmetterlinge und Wildbienen sind unterwegs, und Hörni, die Hornisse kommt wieder zu Besuch, gerne im Wohnzimmer. Wir machen dann kurz Durchzug. Sie folgt dem Luftstrom nach draußen. Klappt auch bei Bienen und Hummeln, nur Brummer sind zu doof.
Was für ein Fußballspiel gestern. Zuerst langweilig, dann zwei Tore nicht anerkannt wegen vorheriger Fouls. Erst in der 68. Minute hat's dann geklappt und wurde interessant. Und dann der unerwartete Sieg in der Nachspielzeit. Peter ist genau in der 90sten Minute auf dem Sofa aus einem Tiefschlaf aufgewacht, gab noch zwei ..drei Kommentare ab und wunderte sich, dass das Spiel vorbei ist, haha.
Ich hatte mit meiner Freundin auf Langeoog gewettet, 2:1 für Elfenbeinküste. Ich habe zwar die Mannschaften vertauscht, aber sie war mit ihrem Tipp 4:1 für Germany weit weg von der Realität.
Wie schön du geschmückt hast, Inge. Wäre gerne da gewesen ...

Es wird Sommer...

Sonnabend:
Gegen Mittag wollen wir gerade los, als Besuch kommt. Ein Freund von Peter kommt bei einer Radtour vorbei und wir sitzen eine Weile im Garten. Aber es ist heiß. Puhhh. Erich fährt frisch getränkt weiter und wir machen uns auf den Weg nach Kirchlinteln. Es gibt einige Stände draußen, u. A. "Abschied-Bestattung". Wir kennen uns und schnacken. Unter einer Linde finden wir ein lauschiges Plätzchen für ein Bier und Kaffee, bevor die Vorträge im Vortragsraum beginnen. Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Hospizbewegung und Erbrecht. Alles nicht unbekannt, aber interessant, irgendwelche Fragen sind immer offen. Der Lintler Krug scheint auch eine gute Adresse zum Essen gehen zu sein. Kleine, aber feine Karte und humane Preise. Sehr nette Bedienung, toller "Biergarten".
Auf dem Rückweg über Feldwege bitte ich, mal eben bei den großen Kuhherden anzuhalten. Die Kühe sind an mir interessiert und bieten schöne Fotomotive.

Aufgrund der Hitze bin ich schweinemüde, als wir nach Hause kommen. Eigentlich will ich mich nur umziehen - und schon bin ich eingeschlafen. Dafür bin ich abends wieder fit und warte aufs Fußballspiel. Nun schläft Peter auf dem Sofa, aber noch ist Zeit, gerade ist das Spiel Niederlande- Schweden vorbei ...
Freitag: Noch lässt es sich gut aushalten mit Morgenkaffee draußen unterm Weinblätterdach
Aber ich denke, mehr als ein kleiner Einkauf wird heute nicht passieren...

Ich habe keine Lust zu kochen , alles zu warm. Peter pflückt ein paar Weinblätter zum Füllen. Lecker ...

Hamster Idefix ist unser Maskottchen auf Womo-Reisen. War mein erstes Geschenk von Peter in Bad Kösen. Den werde ich jetzt öfter mal fotografieren, so niedlich ...
Donnerstag: Schon morgens weiß ich, dass es mir heute draußen zu warm und zu schwül ist. Tut mir nicht gut, dabei hatte ich den Plan, in meiner Wohnung weiter zu räumen. Gestern habe ich meine Bärenstube und Laden im Regal ausgeräumt. Diese hundert kleinen Teile, kein Tässchen größer als ein Fingernagel. Ob ich das mal irgendwo wieder aufbauen kann?
Dann habe ich meine Küchenstühle fotografiert für eBay Kleinanzeigen. Mal schauen, ob die jemand haben will.
Ich habe mein Eselsbuch zu Ende gelesen (siehe weiter unten), echt eine Empfehlung für Menschen, die gerne wandern, Berge lieben und alles mal aus einer anderen Perspektive erleben wollen - langsam und mit kleinen Aufregungen, wenn der Esel mal wieder eine Brücke oder Unterführung verweigert.
Zwar habe ich meine Steuererklärung abgegeben, aber unfreiwillig vom Handy aus, weil ich nur dort die App laden konnte. Alles viel zu klein und so genau weiß ich nicht, was ich da getan habe. Immer nur auf weiter gedrückt und senden. Habe ja nicht viel zu melden. Die neu zugeschickte Kennung habe ich dann gleich versaut bei dem Installationsversuch auf dem PC. Ging alles mit Zertifizierung, Verifizierung, Kennwort, Passwort, Anmeldung bei Google usw. Aber dann konnte ich zum Schluss die Exe-Datei nicht finden. Pech. Und die Codes, die online zugesendet werden, sind immer nur fünf Minuten gültig.
Abends die schnelle Küche: 3Minuten-Spaghetti, Bärlauchpesto, ein Rest Tomatensoße, etwas Käse, kurz Mikrowelle und Räucherlachs drauf. Im Restaurant wäre das sicher teuer.
Mittwoch: Wir sind echte Penner heute. Meine alte Kaminuhr schlägt 9x und ich kriege einen Schreck.
Immerhin ist der Kaffee schon fertig, war programmiert. Bis wir Zeitungen gelesen haben, Handy gecheckt ist und das neueste von Facebook angeguckt wurde, ist der Vormittag fast herum. Ich bin nicht sicher, ob das verlorene Lebenszeit oder gewonnene Freiheit ist. Vermutlich von jedem etwas. Der sonnige Ausblick in den Garten ist unbezahlbar, das Reh bringt nun ihr Kitz mit, dass vor ein paar Wochen hier unterm Baum geboren wurde. Schon ganz schön groß. Unser Nachbar hat mit Peters Trecker die Wiese gemäht. Nun haben wir einen Golfrasen und die Kirschen sind weg. So wird das Rehkitz alkoholfrei bleiben und die Äpfel sind dran.
Peters Fuß heilt so langsam vor sich hin und wir können schon mal wieder an kürzere Womo-Touren denken. Wetter soll schön werden und FeddSiel ist nicht weit. Wäre mal ein Anfang.
In meinem Malkoffer hatte sich noch eine halbe Tüte Spaghetti versteckt zwischen den langen Malpinseln. Gerade kommt Peter in mein Atelier und fragt, was wir heute heute essen. Ich halte meine Tüte hoch - und dann Fischfilet dazu.

Dienstag: Ich bestelle ein Rezept bei meiner Hausärztin. Sie will nicht, ruft an, ich soll mal wieder vorbeikommen. Ich war doch gerade erst dort vor einem Jahr....Termin nun aber erst in vier Wochen!
Beim Morgenkaffee kommen zwei weitere Anrufe kurz hintereinander.
Verschiedene Nummern, aber bei beiden die Überschrift: Achtung, dieses könnte ein Betrugsanruf sein. Das ist ja mal genial. Gar nicht erst annehmen den Anruf. Sonst weiß ich das immer erst, wenn ich die Nummer kopiert und gegoogelt habe. Jetzt liefern Telekom und Co. das bereits vor Abfrage mit. Das ist mal ein netter KI- Service. An manchen Geräten muss das unter Einstellungen erlaubt werden. ID-Identifizierung oder so.
Montag: Wieder einmal Arztbesuch und Peter ist froh, dass sein alter Dorfarzt, der ihn seit 40 Jahren kennt, die Urlaubsvertretung in seiner abgegebenen Praxis übernommen hat. Mit der neuen Ärztin passt die Chemie nicht. Inzwischen kann Peter wieder selbst fahren mit seinem "Fußmumps".
Es war schön gestern, eine Führung durch das Seniorenheim zu bekommen. Alles sehr modern und hell, voll verglaster Blick in den Allerpark und auf den Schiffsanleger.
Ich habe die Stadtführung nicht mitgemacht und war einige Zeit alleine in der Wohnung, konnte mal etwas mit meinen Möbeln planen. Ich habe erkannt, dass ich mich von noch mehr Dingen als gedacht trennen muss, wenn es auf 52qm noch leicht und locker wirken soll. Vor allem werde ich - falls nötig - dort eher eine Wohnung im Altbau bekommen, preiswerter, gerade noch bezahlbar, aber eine Pflegestufe würde helfen.
Ich wollte die FußballWM verweigern, aber daraus ist bisher nichts geworden, bin einfach zu neugierig
Sonntag - Flohmarkt in Scharnhorst durchs ganze Dorf, vor der eigenen Haustür. Eigentlich hätte ich auch viel anzubieten, aber den Kram aus meiner Wohnung hier her zu schleppen und dann wieder ggf. zurück ist nervig. Das Wetter spielt nicht richtig mit, Peter ist out of Order und am frühen Nachmittag gehe ich zum Lesekreis. Das erste Mal nicht in Bremen, sondern in Verden. Gerd ist umgezogen ins Johannisheim. Tolle kleine Wohnung im "Servicewohnen". Bin gespannt auf die Führung durch die Einrichtung. Falls Peters Fuß es zulässt, fährt er mich die kurze Strecke und ich kann endlich mal ein Glas Sekt trinken. Literarisch haben wir mit diesem Buch wohl Norwegen abgeschlossen.

Nachtrag zu gestern. Ich war mit kochen dran. Pilze Asia, süß sauer, vegan. Schnelle Nummer. Pilze und Zwiebeln gut anbraten, Lauch, Paprika und Ananas rein, Sweetchili- Soße dazu und noch einmal kurz aufkochen. Fertig. War besser als vegan im Chinarestaurant. Dazu Basmatireis.
Sonnabend: Wir sind ein bisschen gegroundet. Peter muss seinen Fuß hoch legen und kühlen. Es ist also momentan etwas langweilig bei uns, nichts für meine Homepage, keine Aktivitäten. Aber uns tut das beiden gut. Ich werde endlich meinen Malplatz wieder einrichten und während der Wartezeiten bei Ärzten und Krankenhäusern komme ich mal dazu, ein Buch zu lesen, das nicht dem Pflichtprogramm des Lesekreises unterliegt. Das habe ich nämlich schon fertig für morgen zum Treffen.
Ich wollte immer lieber einen Esel als einen Hund.
Andererseits vermisse ich immer noch Meerschweinchen, aber auch der Traum ist vorbei. Jetzt hätte ich zwar viel Platz und einen großen Garten, aber erstens stehen Reisen mit dem Womo an erster Stelle und zweitens werden die Tiere acht Jahre alt, dann bin ich über achtzig, falls ich noch lebe ...Also kein Esel, kein Hund, kein Schwein ...bin zu alt.
Freitag:
Wir haben wieder einen Arzttermin bei Peters Hausärztin. Sie hat angerufen, weil sie in Urlaub geht und Peter vorher noch einmal begucken will. Das Bein wird dick verbunden und wir fahren mit einigen Ermahnungen, Heparinspritzen und Medikamenten aus der Apotheke wieder nach Hause.
Inzwischen hat Peter sich daran gewöhnt, Beifahrer bei einer Frau zu sein, haha. Jedenfalls stehen ihm keine Schweißperlen mehr auf der Stirn.
Es ist noch etwas Suppe da, dazu einfach belegtes Butterbrot. Peter hat wieder Brot gebacken
Abends wieder Fußball. Ich wette um eine Flasche Jever mit Inge auf Langeoog. Wir verlieren beide..
Gestern Abend bin ich beim Eröffnungsspiel der WM hängen geblieben. Peter ist früh schlafen gegangen. Draußen stand ein Reh und schaute rein. So dicht kommt das selten ans Haus, vor allem nicht, wenn Licht und Fernseher an sind und ich mich hinter den großen Fenstern bewege. Später hat sich das Reh mitten auf den Rasen gelegt, bis ich es wegen der Dunkelheit nicht mehr sehen konnte. Ich vermute, es war berauscht von den vielen Kirschen, die es bei uns im Garten gefressen hat. Fallobst, alkoholische Gärung.

Donnerstag: Peter hat Zahnarzttermin früh morgens. Ich fahre. Hatte sich im Urlaub einen Schneidezahn abgebrochen. Zu der Inselzahnärztin gehen nur Touristen und ganz mutige Insulaner. Nee, lieber warten, tut nicht weh, sieht nur blöd aus. Er hat Glück, gerade ist der Mensch vom Labor da, macht gleich Abdrücke und abends können wir wieder hin und ein Provisorium abholen. Toller Service. Ich lästere: Von Zahn bis Zeh tut alles weh. Peter wirft gerade mit einem Kissen ....Dass er außer Betrieb ist, fällt ihm sehr schwer, er wollte so viel tun diese Woche, vor allem im Garten.
Abends kocht Peter leckere Erbsensuppe, für ihn klassisch mit Bockwurst.
Mittwoch: Arzttermin. Peters Bein ist angeschwollen, der Zeh noch stark entzündet und die Ärztin ist total verunsichert, rät ins Krankenhaus zur stationären Behandlung zu fahren wegen der Thrombose. Wir fahren eben zu Hause vorbei, packen ein Köfferchen und weiter zum Krankenhaus nach Verden.

Die Notaufnahme ist etwas merkwürdig organisiert. Erst Anmeldung, bevor man auf die Station kann. Es gibt rechts und links Räume für eine Erstuntersuchung. Soweit sinnvoll. Aber ein etwas ungeduldiger alter Mann mit seiner Frau wird direkt in der Anmeldung untersucht. Upps, da kann man reingucken durch die Glaswände und er muss sich ausziehen. Dadurch ist die Anmeldung gesperrt und es warten mehr Leute. Einer ist vom Kirschbaum gefallen, blutet an der Hand. Ich überlege nach 15 Minuten, ob ich mein Erste-Hilfe-Set aus dem Auto hole. Der Mann zeigt mir seine Hand, in der ein Stück Ast steckt. Da kann kein Verband drauf. Eine andere Frau wartet seit 5 Stunden mit einem gebrochenen Handgelenk auf die einzige Chirurgin im Haus. Peter kann sich zwar zügig anmelden, kommt auch dran, aber dann müssen Laborergebnisse abgewartet werden. Nach ca drei Stunden sind auch wir soweit. Peter kommt raus und darf nach Hause. Juhu. Die junge Ärztin hat sofort Peters eigene Diagnose bestätigt: Gicht. Kein Zweifel. Ist nicht der erste Schub, zu viel Bier und Fisch auf Langeoog. Sonst passiert das eher bei Sprotten und großen Mengen Granat (Purine!).
Wer den Schaden hat ...
Ä
aber dafür andere Einschränkungen. Man kann nicht alles haben ...
Peter ist sehr zufrieden mit der klaren Diagnose. Es ist spät, als wir nach Hause kommen. Es ist noch Lammgulasch von gestern da, ich koche Spaghetti dazu. Lamm esse ich ab und zu mit. Peter kennt den Schäfer, Tier tot, aber wenigstens kein Qualfleisch. Gilt auch bei Wild.

Dienstag. Peter muss sein Bein hoch legen und ich bleibe erst einmal einfach im Bett, Decke über den Kopf, dem Wetter draußen zuhören. Fühle mich erholungsbedürftig, aber irgendwann wird es doch langweilig und es riecht nach Kaffee. Inzwischen scheint die Sonne auch wieder und ich mache ein paar Fotos im Garten. Wie schön grün das alles in den drei Wochen geworden ist.
Montag: Der Tag lief ganz anders als vorhergesehen. Peter musste mit seinem entzündeten Zeh zum Arzt. Salbe, Verband und Überweisung zur ambulanten Untersuchung auf Thrombose im Krankenhaus Rotenburg. Da war ich schon lange nicht mehr, aber Parkhausfahren schaffe ich immer noch mit schlafwandlerischer Sicherheit. Die Untersuchungen haben lange gedauert, weil auch noch eine Blutanalyse im Labor ausgewertet werden musste. So richtig gefunden wurde zwar nichts, aber es gibt ein bisschen Heparin und hinterher zu Hause Spaghetti, fertig in 15 Minuten

Sonntag: Als wir planmäßig um 10 Uhr zum Frühstück erscheinen, ist die Hausfrau noch im Schlafanzug, haha. Ist aber ja auch nur noch Familie da, Margot und Carsten kommen auch aus ihrem Womo gekrabbelt, Margot übernimmt das Eierkochen, weil Heike nur hart kann. Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir alle wieder nach Hause. Die einen müssen Katzen füttern, wir bekommen nachmittags Besuch zum Kaffee und Kuchen..
So komme ich erst abends dazu, mein Geburtstagsgeschenk von meiner Schwester und meinem Schwager auszupacken. Oh, was für eine schöne Wundertüte mit Cocktailrezepten und allen Zutaten. Super Idee, vielen Dank ihr Lieben. Das werde ich alles richtig gerne ausprobieren.
Seit ich Donnerstag das schöne Lagerfeuer auf Langeoog zum Abschied hatte, Freitag um 6Uhr aufstehen musste wg Rückreise, Sonnabend die nächste Party, nach Rückkehr Sonntag gleich Besuch, bin ich nur noch ins Bett gefallen und fast vorm Zudecken eingeschlafen. Jetlag.
Sonnabend Nachtrag. Noch haben nicht alle Sachen aus den Koffern ihren Platz wiedergefunden. Dauernd ist was weg. Ich ziehe mich um für die Gartenparty nachmittags bei meiner Cousine in Bremen. Die lange Hose mit weiten Beinen, die aussieht wie ein langer Rock, weiße Bluse, roter Strohhut. Soweit der Plan. Dann kriege ich die Hose nicht mehr zu, zu fett geworden. Mist, muss umdisponieren und nun bleibt auch der Hut zu Hause, was ich allerdings später in der prallen Sonne bereue.
Ich hatte befürchtet, dass wir mit dem Wohnmobil nicht durch die enge Zufahrt kommen, hat aber dann doch gerade gepasst. Das Wenden beim Schild "keine Wendemöglichkeit" hat Peter gut gemeistert.
Die Stimmung ist schon gut, als wir ankommen. Wir sind zwölf Leute, um Wolfgangs Geburtstag und den Hochzeitstag der beiden zu feiern. Der Sekt fließt in Stömen, es gibt viel zu erzählen. Die Kinder meiner Cousine sind inzwischen erwachsen, habe sie als Kinder zuletzt gesehen ...
Mit dem Wetter haben wir total Glück, eigentlich war Regen vorhergesagt. Der kommt dann auch, aber erst nach 19Uhr, als es Zeit zum Abendessen ist. Gibt leckeres Chili con Carne. Gegen 23Uhr begeben wir uns nach einem richtig schönen Tag zur Nachruhe.
Danke Carsten für das schöne Foto von Peter ...
Sonnabend. Wer Freitag noch meine Homepage liest wundert sich vielleicht. Aber ich habe heute keine Zeit. Die Koffer sind noch nicht ganz ausgepackt, da richtet Peter schon das Wohnmobil ein. Wir sind nachmittags in Bremen bei meiner Cousine und Cousin zum Geburtstag und Hochzeitstag eingeladen, mit Übernachtung. Schwester und Schwager kommen auch mit Womo. Wird bestimmt lustig. Wir haben uns alle länger nicht gesehen.
Blumen für Inge zum Abschied - in dem Kräuterpott, den sie uns jedes Jahr leiht.

Freitag: Der Wecker klingelt um sechs Uhr. Anderthalb Stunden später werden die Koffer abgeholt und bis zum Festland transportiert.
Peter zieht die Betten ab, räumt und wischt den Kühlschrank aus, ich sammle die Handtücher und Matten ein, ab in den Wäschekorb und kümmere mich ums Bad. Altglas, Müll ... gibt viel zu tun. Nun kommt alles in meinen großen Rucksack, was noch übrig ist bzw. vergessen wurde im Koffer. Wie immer eine abenteuerliche Mischung. Da liegen nebeneinander: meine elektrische Zahnbürste, Kabeltasche, Schminktasche, Deo, ein Apfel, eine Mütze, zwei Becher Joghurt, Schreibmappe, Becher Heringssalat, Dose Mais, Hausschuhe, Duschhaube, eine Flasche Sojasoße, Sonnenbrille, Parfüm, vier hartgekochte Eier....usw. Gibt es bei euch auch so einen Restebüdel oder nur bei mir? Grübel ....
Um 09:15 fährt die Bahn zum Hafen. Wir steigen aufs Schiff um. Inge fährt heute zum Einkauf aufs Festland und hat uns einen Platz freigehalten. Peter holt drei x Bockwurst, meine erste seit weit über zehn Jahren. Es ist Niedrigwasser, die Fähre ist langsam. Als wir 50 Minuten später ankommen schaffen wir es gerade noch, unser Gepäck aus dem Container zu ziehen, als es anfängt zu gießen. Ich stehe mit dem Gepäck zwar wartend unter einem Dach, aber nicht ganz geschützt. Peter braucht lange, um das Auto von dem Großparkplatz zu holen. Wenn man bei Ankunft sagt, man ist nur drei Tage auf der Insel, bekommt man einen Parkplatz vorne, bei drei Wochen gaaanz hinten. Soll man lügen? Ich habe mal gesagt: Mindestens drei Tage ... hat geklappt. Die weiteren 14 Tage habe ich verschwiegen. Parkreihe B.
Nach einer Stunde können wir laden und los. Gute Fahrt, kleiner Stau und Wolkenbrüche vor Verden, wir fahren mit 50kmh auf der Autobahn - mehr traut sich kaum einer, wir sehen nix.
Es war eine schöne Zeit, aber es auch schön, wieder zu Hause zu sein.
Habe leider keine Zeit zum Auspacken, muss Fußball gucken, Frauenteam Deutschland- Norwegen.
Donnerstag: Morgens wasche ich das Geschirr in der FeWo einmal komplett ab, das mache ich immer trotz gebuchter Endreinigung. Mittags zum Kiosk, ein letztes Matjesbrötchen, das ich mir die zwei Wochen verkniffen habe. Wir sitzen mit wechselnden netten Leuten zusammen, An- und Abreisend.
Wieder im Quartier erst einmal Küchenschlacht im TV gucken und dann mit Koffer packen beginnen. Meine Güte, wie wir uns ausgebreitet haben, alle Schränke und Schubladen belegt, aber beim Ankommen weiß ich aus Erfahrung genau, wo alles hin muss und wo ich es jetzt wiederfinde. Die Steine sind alle verteilt

und der Platz im Gepäck kann für Lebensmittel verwendet werden, die übrig sind. Heute brauchen wir nicht kochen, wir bekommen wieder Leckerlis von Inge. Wir sind gemeinsam mit ihrer Tochter und deren Verlobten ein paar Häuser weiter bei der Inselpastorin und ihrem Mann eingeladen zum Lagerfeuer. Das Wetter spielt nichts ganz mit, aber es regnet sich erst nach 22Uhr richtig ein. Wir haben sofort viele gemeinsame Themen, vor allem Peter und Marko, beides Ökos, die Rezepte von Gierschtorten und Kellergärung austauschen. Es macht Mühe, das Feuer in der riesigen Schale am Brennen zu halten, gelingt aber, und es ist schön warm.
Danke für die schöne Zeit, Inge, Steffi, Mo, Janette und Marko. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.



Wir sind bei Freundin Inge abends zu ein "paar" Schnittchen eingeladen, haha. Sehr lecker, hätte aber für sechs Leute gereicht.

Die Dohlen am Kiosk warten nicht mehr auf Krümel, die nähern sich unerlaubt den Fischbrötchen auf dem Tisch, rupfen an Servietten und werfen Hindernisse vom Tisch. Vertreiben durch klatschen? Kannste vergessen ....Peter hat sich zu oft breitschlagen lassen etwas abzugeben, und nun hat er lästige Freunde. Die Dohlen können übrigens gut Gesichter erkennen und sich merken.

Langsam müssen Reste verbraucht werden. Peter kocht Ratatouille und dazu Tzaziki. Ich bekomme als Vorspeise eine heiße Kartoffel mit Salz und Butter an meinen Maltisch gebracht ...hmmmmm.

Montag: Wir freuen uns auf den Abend mit dem Shantychor die "Flinthörners". Bei denen ist eine Ära zu Ende gegangen. Die Frau aus Esens (Puppa), die den Chor seit 1986 aufgebaut und geleitet hat, ist von Bord gegangen - aus Altersgründen. Die ständige Überfahrt und das Gewicht ihres großen Akkordeons fiel ihr sichtbar schwer. Nun hat eine junge Insulanerin übernommen, spielt allerdings Klavier, was nicht so ganz gut passt. Aber immerhin, es geht weiter. Seit 1987 habe ich kein Saisonprogramm verpasst. Und nun singt sogar ein Freund von uns mit und hat uns Plätze in der ersten Reihe reserviert. Klasse!! Tolle Stimmung. Danke Mo.


Wir sind anschließend Backstage in den Kneipenkeller eingeladen, wo der Erfolg des Abends von dem Chor begossen wird. Aber ist schon spät, die Crew wegen Personalmangel erschöpft und so vertagen wir uns aufs nächstes Jahr.
Wir lassen uns Zeit auf dem Heimweg, es ist eine warme Sommernacht ...

Sonntag lass ich mal aus, weil außer dem Üblichen nichts los war.... schönes Wetter, nette Kontakte, Steine malen und verstecken, mit kochen bin ich dran, Spaghetti mit Tomatensoße und Gemüse

Sonnabend: Bisher war das Wetter super. Der Wolkenbruch mit Gewitter ist Bestform und führt zum Ausfall der Satelitenantenne. Aber nicht lange. Nur das Internet ist einen Tag später noch nicht wieder da. Ich muss mich an Peters Hotspot hängen.
Ich habe einen TV- Tag beschlossen. Ich habe früher immer sooo gerne "Zuhause im Glück" geguckt. Da helfen zwei Architektinnen und acht bis zehn HandwerkerInnen einer Familie, die einen Umbau nicht geschafft hat, jahrelang wegen Erkrankung oder Tod von Angehörigen auf einer Baustelle gelebt haben, oft ohne Heizung, primitives Bad, defekte Küche oder Rohbauzimmer. Immer mit Kindern. Die Familie wird dann ausgewählt. Meistens bewerben sich Angehörige dafür. Und dann folgen zwei Monate Vorbereitung, bis es dann acht Tage lang an die Arbeit geht, bis die Familie aus einem Hotel zurückkommen kann. Ich liebe es, wie viele Ideen da umgesetzt werden, wie schön und geschmackvoll das alles wird.

Aber ich weiß natürlich, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Letztlich wurde die Serie abgesetzt. Es gab Baupfusch und vor allem waren die Steuernachzahlungen für den Mehrwert des Gebäudes oft nicht zu stemmen für die ärmeren Familien, teils 42.000€.
Heute bin ich dran mit der Zubereitung. Heißt ja schließlich Hausfrauensoße. Peter muss nur die Kartoffeln braten...

Freitag: Wir machen uns mit der bunten Bahn auf dem Weg zum Hafen. Dort läuft gerade die "Großherzogin Elisabeth" oder auch kurz "Lizzi" ein. Abenteuerlich, wie die nach der Einfahrt ganz langsam auf der Stelle dreht, um später vorwärts wieder rauszufahren. Leider konnte sie keine Segel setzen ...das Foto musste ich klauen.

Der kleine Seenotrettungskreuzer hilft, den Dreimaster an den Kai zu drücken. Kurz darauf ist der Teufel los, Menschen von allen Seiten, Karawanen von Leuten mit Fahrrad, Kind und Kegel. Schlange stehen ist angesagt, das Schiff wird nämlich nach zwei Stunden schon wieder auslaufen mit dem Ziel Emden - Matjestage. Katja singt an Bord Jazz, leider hatten die Flinthörners keine Zeit. Shanties wäre natürlich auch passend gewesen. Die sind hier sehr abweichend von normalen Chören, mehr so Richtung Santiano. Wir kommen heute auf dem Rückweg etwas spät zum Bahnhofskiosk und bleiben nicht lange.
Zwei der Dohlen erkennen Peter inzwischen und fressen aus der Hand

Neben uns lässt sich so eine wuselige Familie mit Kindern nieder, die gleich drei Tische belegt. Peter bekommt Probleme mit seinen Hörgeräten bei dem Gekreische. Wir ärgern uns ein bisschen, dass andere Leute deshalb keinen Platz mehr finden. Die Leute sind schmerzfrei, was Benehmen angeht. Lieber nach Hause und schön kochen.

Hier in der Homepage sind leider ein paar Tage verloren gegangen. Keine Ahnung, warum - und das trotz Speicherung. Aber das werde ich jetzt nicht wieder aufwärmen.

Das Dorf ist nach Pfingsten wieder übersichtlicher geworden. Wir trauen uns wieder ...


Peter geht mal eben einkaufen, ein Päckchen Hollandaise....

Dafür gibt es abends lecker Essen, Falafelpfanne. Übrigens gibt es meistens Gerichte aus der Pfanne. Unsere Urlaubsküche hat nur zwei Platten.

Diesen Stein hat eine Frau aus Verden gerade auf Langeoog gefunden und die konnte meine Signatur zuordnen. Lustig. Stand ja gar nix von "Allersteine.de" drauf. Nur GCK.

Mein Arbeitsplatz zur Zeit ist der Küchentisch in dem Einraumappartment. Abends muss ich frei räumen.

bis dahin sollte ich ca 10 neue Steine geschafft haben

Labskaus mit Matjes, Spiegelei von Inselhühnern..

Pfingsten: Die Insel läuft voll. Es werden Zusatzfähren eingesetzt, die Züge drehen gleich wieder ab, um weitere hunderte Leute vom Hafen zum Dorf zu bringen. Wir schauen vom Bahnhofskiosk aus zu, geschützt im Strandkorb, wie die Menschenmassen sich Richtung Wasserturm bewegen. Koffer werden geschleppt, Bollerwagen, Kinderwagen - und so zieht die Karawane weiter.
Ich habe gerade ein Foto gefunden, wie ich 2012 hier angereist bin, noch an der bunten Bahn: Zuerst habe ich mit allem Gepäck bei Ankunft auf einer Bank am Bahnhof gesessen und gewartet, bis Horst die Fahrräder und Koffer vom Container geholt hat. Dann wurde aufgeladen: meine Kühltasche vorne ins Körbchen. Beide Satteltaschen mit Schuhen und Regenzeug auf den Gepäckträger, darauf der Käfig mit den Meerschweinchen, meinen dicken Rucksack auf den Rücken geschnallt, Laptop über die linke Schulter. Es fehlt der Strohhut, den musste Horst halten wegen Wind. Hätte noch alberner ausgesehen. So sind wir zum Quartier geschoben. Horst hat sein Rad ebenfalls geschoben und auch noch zwei Koffer gezogen. Abenteuerlich!


Sonnabend: Hier ist nichts eilig, Kaffee und Zeitung im Bett. Ich könnte richtig ausschlafen, wenn die blöde Taube draußen nicht mit 1000x ruckedikuuu, ruckedikuuu .... nerven würde. Laut!! Grmpf ...

Als die Taube endlich den Schnabel hält, geht ein höllischer Rasenmäher los. Peter behauptet, der Hubschrauber landet gerade nebenan.
Gestern durfte ich kochen, Restevewertung aber trotzdem lecker, Spaghettisalat mit warmen Lachsstückchen, Peters Senfmayo und mein Bärlauchpesto

Freitag: Heute ist am Bahnhofskiosk Rushour. Die Pfingstgäste rollen an, dazu eine neue Woche Ärztetagung, Kinderkur hat Bettenwechsel und die Ehemaligen der Inselschule treffen sich hier, reisen aus ganz Deutschland an. Das alles zu dem üblichen Gästewechsel. Bei dem schönen Wetter gibt es auch hunderte Tagesgäste. An diesen Feiertagen bleiben wir meistens im Quartierbereich, zu voll überall, aber wir haben nachmittags immerhin einen Platz im Eiscafé bekommen. Wir sind gerade viel zu warm angezogen ....
Eigentlich wollten wir nur eben Klopapier kaufen - und nehmen auch eine Flasche Wein mit. Die killen wir auf unserer Terrasse. Gut das es abends nur Reste von gestern gibt.

Donnerstag: und schon morgens soooo viele liebe Glückwünsche auf allen Kanälen. Ganz lieben Dank. Gleich werde ich statt Kaffee einen Piccolo am Kiosk bestellen ....

Mittags am Kiosk bekomme ich einen Piccolo statt Kaffee.

Und dann kommt Hündin Peppi mit einem Päckchen in der Schauze "Geh zu Gabriele, gib in die Hand" Peppi versteht und liefert ab (wir kennen uns seit zehn Jahren) Dann kommen Inge, Steffi und Mo zum Gratulieren, alle mit einem kleinen Geschenk bewaffnet. Eine Frau die Steine gefunden hat, hat eine Topfblume abgegeben. Wie lieb ist das denn von so vielen netten Menschen Geschenke und Glückwünsche zu bekommen .... Ich freu mich sehr und wir bleiben lange sitzen. Auch die anderen Gäste bekommen das mit und wünschen Glück.

Den Rest des Tages kommen wir gar nicht weg von unserer FeWo, nur ein kleiner Gang zum Steine auswildern. Die Zeit bis zum Abendessen verbringe ich mit Telefonieren, Glückwünsche auf allen Kanälen entgegennehmen ... kaum zu glauben, wie viele GratulantInnen an mich gedacht haben. Ich hatte geplant, nachmittags Waldmeistertorte zu essen, aber als ich hörte, dass Peter für mich Spaghetti mit Garnelen eingeplant hat, habe ich einen Rückzieher gemacht. Nichts geht über Spaghetti, ins Restaurant gehen schon gar nicht.

Mittwoch: Wir sitzen mittags am Kiosk und die Dohle schaut Peter beim Essen des Fischbrötchens zu, wartet auf ihren Einsatz.

Heute ist mein Termin bei der Inselfriseurin. Sehr angenehmer Salon und die nimmt sich nur Zeit für mich. Klar, es dauert immer lange mit neuen Strähnen bei langen Haaren und etwas schneiden ist auch angesagt. Aber ich bin wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Peter holt mich ab und zahlt, mein Geburtstagsgeschenk. Dreistellig. Da kann er dann morgen eine Schleife reinbinden, haha.

Abends kocht Peter lecker Fisch..

Dienstag: Wir lassen es langsam angehen. Wir holen mein Steinpäckchen ab, das ich voraus geschickt habe und beginnen mit der Verteilung. Werbung über Facebook werde ich morgen erst machen. Mittags treffe ich mich mit einer Frau, die schon lange Fan meiner Steine ist. Sie ist zufällig auch gerade hier und wir verbringen einen netten Mittag am Kiosk
Peter hat Kartoffelsalat von zu Hause mitgebracht, den Rest Eier gekocht und vegane Frikadellen gekauft. Sehr lecker, hab mich gewundert. Aber ein Blick auf die Packung zeigte, dass es doch "echte" waren. Ich werde es überleben.


Montag: Endlich wieder auf der Insel. Es ist alles sehr vertraut hier, herzliche Begrüßung am Bahnhofskiosk, Pepper legte sich gleich auf Peters Füße und döste vor sich hin. Unser Quartier war schon frei, die Koffer bereits geliefert und sogar reingeschleppt.
Aber irgendwie habe ich später schlapp gemacht. Meine COPD ist manchmal unberechenbar. Auf halbem Weg zum Großeinkauf - wir sind ja Selbstversorger - habe ich lieber eine Bank besetzt und gewartet, bis Peter wiederkam. Ob das jetzt nur der Anstrengung der letzten beide Tage geschuldet ist oder ein Schub, wird sich zeigen. Ganz ungünstiger Zeitpunkt.

Nun ist hier kurze Pause. Das Wochenende vergeht mit Reste verbrauchen, Koffer packen und das Haus für die Nachbarbetreuung vorbereiten, also wenigstens aufräumen.
Freitag: Meine "Mussmit-Liste" ist ausgedruckt. Die haben ich vor 25 Jahren schon angelegt. Natürlich ändern sich da mal Artikel, aber es ist mir schon wichtig, dass ich nichts vergesse. Da stehen dann auch so Sachen wie Briefmarken, Umschläge, Sparschäler, Batterien, Tesafilm, Tupperdose, Zettelblock, Hausschuhe usw. drauf. Eine Ferienwohnung ist eben etwas anderes als ein Hotel oder Fahrt mit dem Wohnmobil. Komisch, ich fahre seit Jahrzehnten nach Langeoog und bin immer wieder etwas aufgeregt. Vermutlich, weil ich mich dort "weg vom Kontinent" fühle.
In meiner Wohnung muss ich nach Post schauen und mich bei meiner Nachbarin abmelden für drei Wochen.
Guck mal, die Wanderfalken bereiten sich auf ihren ersten Alleinflug vor ...

Gestern habe ich den Tag mit Büroarbeit verbracht. Es gibt noch einiges schriftlich zu erledigen.
Wenn es Spargel gibt, wird das Kochwasser aufbewahrt. Mit Spargelabschnitten, Schmand Kurkuma, Estragon und einer kleinen Kartoffel für die Bindung gibt es dann Suppe daraus, alles sämig püriert und ein paar schöne Spargelstückchen als Einlage, Petersilie, Muskat.
Dazu Röstbrotscheiben mit Philadelphia und Bärlauchpesto. Peter hat Brot gebacken und das ganze Haus duftet danach ...



Donnerstag und nein, Peter hat keine Lust, mit dem Bollerwagen durch Wind und Regen zu ziehen. Da machen wir es uns lieber gemütlich.
Ich habe meine alte digitale Spiegelreflexkamera wieder betriebsbereit gemacht. Ewig nicht benutzt, aber der Akku lädt noch. Ich möchte nämlich die Ricke mit ihrem Kitz im Garten fotografieren, da reicht das Handy nicht, ich muss dichter ran. Vielleicht bringt es mein 200er Objektiv? Gestern Abend hat das Kitz so lustige Bocksprünge auf der Wiese gemacht, ist jetzt zwei Tage alt ...

Wir beobachten online die Wanderfalken, die jetzt flügge sind und kurz davor, sich von der Burg zu stürzen. Sie werden dann unten in den Anlagen weiter gefüttert, bis sie selbst jagen können.

Mittwoch: Weiter geht es mit Urlaubsvorbereitungen. Komisch, ich kann gut improvisieren, aber genau im Urlaub möchte ich alles perfekt. Dazu gehört ein scharfes Küchenmesser genauso wie meine Malsachen. Möglichst keine unnötigen Kompromisse.
Ich habe ca einhundert Steine grundiert und die Rückseiten schon mal signiert und lackiert. Dazu 30 Lesezeichen zu Ende gemalt. Nun kann mein Malkoffer schon mal gepackt werden.
Peters Tochter im Haus nebenan erwartete eine Ikea- Lieferung und hatte gebeten, die entgegenzunehmen. Zettel mit Telefonnummer an die Tür geklebt. Ich bekam den Auftrag weitergereicht, weil Peter zum Zahnarzt musste. Als er zurückkam, sah er Ikea vor der Tür stehen. Statt ihn anzurufen hatten sie seine Tochter bei der Arbeit angerufen, deren Nummer auf der Rechnung stand. Den Zettel an der Tür konnten sie nicht lesen. Peter hat aufgeschlossen, die begannen mit ausladen, als Peters Tochter im Eiltempo um die Ecke kam. Und wie gut, dieses Missverständnis: Statt des bestellten Schrankes wurde eine ganze Küche ausgeladen!!

Die Transporteure tun mir echt leid, wie unvorbereitet die auf die Kunden losgelassen werden. Das muss frustrierend sein, wenn man arbeiten möchte, alles richtig machen will, aber keine Einweisung, keine Hilfe.
Dieser Bärchenseite folge ich auf Facebook. So niedlich...

Endlich wieder Spaghetti. Ich habe Giersch aus dem Garten mit Zwiebeln und Knobi angebraten und wie Spinat gekocht. Etwas länger vielleicht. Meine Gemüsebolognese war schon fertig im Vorratsglas.


Dienstag: Morgens schickt unsere Nachbarin ein Foto von einem gerade geborenen Rehkitz, das von der Mutter trocken geleckt wird. Direkt vor ihrer Terrasse geboren. Wie süß. Zuerst können wir es seitlich vom Haus nicht sehen, aber nun laufen Mutter und Kind schon durch den Garten. Schade, meine Kamera mit großem Objektiv ist nicht geladen, Akku schwächelt, sonst hätte es schönere Fotos gegeben

Montag: Wir räumen auf, Peter die Werkstatt, ich das Haus - ein bisschen wenigstens. So langsam gehen die Gedanken Richtung Langeoog. Ich habe schon mal Gewürze in kleine Döschen abgefüllt, Steine gewaschen, die ich grundieren und mitnehmen will, Stifte nachgekauft, Koffer aus meiner Wohnung geholt.
Ein Rest Ostseesteine von meinen lieben Sammlern in Warnemünde ...

Nachmittags haben wir zwei Stunden auf der Terrasse gesessen und Pläne für nach unserer Rückkehr gemacht. Ich werde doch wohl mehr Möbel weggeben, aber auch mehr hierher mitnehmen, sodass eine Einlagerung vielleicht gar nicht oder wenig nötig ist.
Spargelzeit: Hier mit veganem Schnitzel.


Wir sind schon vormittags los, bekommen sofort den letzten Parkplatz hinter dem Clubheim. Peter hat Angst, dass die Bratwurst wieder alle ist, wenn wir zu spät mittags kommen. Haha. Er kauft sich gleich zwei und beschwert sich, dass es keine Thüringer sind. Meine Bank vorm Clubheim habe ich vier Stunden nicht verlassen, gute Aussicht auf das Programm, Sitzplatz in der ersten Reihe, wo alle vorbei müssen. Ich habe endlich mal wieder viele Bekannte getroffen. Als ich eine Gruppe Kinder herumtoben sehe, denke ich an unsere Flugplatzkinder von früher. Nun läuft Markus mit seinem Sohn an mir vorbei, Tobis sitzt bei mir, Martin mit zwei Kindern an der Hand, Peter Petrat mit Enkelkind. Es fehlte Bastian mit seinen Töchtern und Melli war auch nicht da. Schade.
Die Antonov und Stearman sind im Dauereinsatz mit Rundflügen, auch die kleineren Vereinsmaschinen und Segelflugzeuge. Es gibt Gewinnspiele, Glücksrad, Rätsel und Beratung. Abends soll es noch Ballonstarts geben, aber mir wird es zu heiß in der Sonne. Ein schöner Tag ...

Abends die schnelle Nummer, überbackenes Baguette und Pudding mit Klötenköm

Sonnabend: Ich wühle wieder einmal kurz in meiner Wohnung, schließe Kartons, werde bei meiner Nachbarin eingeladen und darf abends zu Hause kochen. Sonst nichts los.
Möhrensuppe mit Kürbiskernöl, Bruschetta und Salat

Manchmal bekomme ich einen "Gruß aus der Küche" zum Probieren und manchmal ein Blumensträußchen aus dem Garten

Freitag: Nach vielen Wochen bin ich mal wieder in der City. Markttag und Friseure abgrasen, Roßmann, und den ersten Eiskaffee im Portofino mit Peter genießen.

Ich freue mich immer wieder, in einer übersichtlichen Kreisstadt zu leben. So schön bei Sonne. Es wurden inzwischen kleine Bäume gepflanzt und neue Bänke aufgestellt.
Nachmittags bringe ich meine 7kg Langeoogsteine zur Post und Peter mäht stundenlang den Rasen, um wieder ein bisschen Licht in die Wildnis zu bringen.


Donnerstag: Ich will mich endlich bei meiner Friseurin anmelden nach fast zwei Jahren Haare wachsen lassen. Und nun hat der Laden dicht und ich weiß nicht, wo sie nun arbeitet. Ich stöbere im Intenet auf der Suche nach einer Alternative, Frage dann aber doch lieber eine gute Bekannte, die hier schon lange wohnt. Mist, so kurz vorm Urlaub ...
Der Tag schleppt sich so faul dahin. Ich schaue mittags wieder Küchenschlacht im ZDF. 14:15 Uhr ( manchmal später in der Mediathek). Montags kommen sechs KandidatInnen, kochen ihr Lieblingsgericht, werden von einem Stenekoch/Köchin bewertet und einer fliegt raus - bis Freitag zum Finale die beiden besten übrig bleiben. Das haben Horst und ich fast nie verpasst, immer aufgezeichnet. Die Grundlagen zum Kochen habe ich in der Haushaltungsschule gelernt, aber Ideen und anrichten bei dieser Sendung. Ich habe oft Rezepte in mein eigenes Kochbuch geschrieben und ausprobiert. Schade, Peter kocht zwar gerne, mag aber nur improvisieren.
Manchmal schaffen wir es, gemeinsam zu kochen: vegane Frikadelle mit Zwiebelsoße und Knödeln, dazu gemischter Löwenzahnsalat


Er guckt sowieso im Gegensatz zu mir kaum fernsehen. Gelegentlich einen Krimi, aber sonst nur nebenher, weil auf seinem Laptop Weltnachrichten laufen, bis ihm das Sandmännchen erscheint und er schon mal ein bisschen vorschläft.

Die Wanderfalkenküken bekommen ihr Federkleid ...und schauen schon mal über die Kante
Die Wildnis im Garten wird dichter

Mittwoch: Endlich habe ich meine Einkommensteuer fertig erklärt. ELSTER war perfekt, außer, dass ich es nur auf dem Handy hatte. Alles zu klein, aber ich hatte eh nix auszufüllen glaube ich, Finanzamt weiß alles, nur auf senden drücken. Für Bearbeitung am Laptop muss öfter mal alles neu beantragt werden, weil ich damit keinen QR- Code abscannen kann, die Zertifizierungsdatei sich gelöscht hat, und damit ist kein Login möglich. Alle Jahre wieder ...
Ich verpacke Steine für Langeoog, die ich vorausschicken will. Es sind bisher 7kg. Dazu noch 40 Muscheln, aber die wiegen ja nix.


Was für ein süßes Teddybild, ich glaube, ich muss auch KI lernen ...

Dienstag: In meiner Wohnung will ich den Mülleimer zur Abfuhr morgen voll manchen. Aber es sind überwiegend volle Diakästen und viele CDs, Plastik. Peter will alles lieber zum Bauhof bringen und so bleibt meine Tonne leer. Mehr schaffe ich heute nicht, bin irgendwie lufttechnisch nicht gut drauf heute, liegt vielleicht an der Luftfeuchtigkeit oder ich habe einfach so einen schlechten Tag.
in einer Regenpause gehe ich in den Garten um Giersch zu pflücken. Der wird verarbeitet wie Spinat. Hier eine Tarte, dazu Sauercreme

und ich passe nicht mehr in meinen Mantel, Knöpfe gehen nicht zu ... aber die T-Shirts sitzen noch

Montag: Nach einer Woche Wohnmobil freue ich mich auf eine lange und heiße Dusche. Wir duschen zwar im Womo auch, aber das ist mehr ein zarter Sprühnebel. Haare waschen geht bei meiner Mähne damit nicht, da geht das Shampoo nicht raus.
Ich erledige einige Dinge im Büro, Rechnungen, abheften, bestellen. Fast fertig geworden und dann doch lieber mit Peter lange auf der Terrasse gesessen, bis es Zeit für Abendessen wurde.
Ich wollte schon lange mal Kartoffeln füllen und in einer Muffinform überbacken. Hat gut geklappt, ich hätte nur mehr einfetten müssen, damit die leichter rausgehen. Oder die Schale dran lassen. Das müsste auch als Gästesnack gut ankommen. Peter hat dazu Stinte "satt" gebraten.



Sonntag: Wir brechen relativ früh auf Richtung Heimat. Der Wetterbericht klingt komisch, und wir werden erst abends wissen, dass uns das nicht betrifft. Nach einer Woche haben wir einiges auszupacken. Meinen Malkram hätte ich zu Hause lassen können, nix geschafft. Ist eher etwas für Regen.
Wir freuen uns, wie schön unterwegs alles grünt und blüht, so ein Unterschied zu unserer Anreise letzten Sonntag. Der Mai ist ein toller Monat!
Besonders schön, wenn auch noch etwas spärlich: die Rapsfelder.

Peter erzählt von Opferraps und ich google:

Abends darf ich kochen ... im Womo macht Peter das alleine. Spaghetti mit Bärlauch und Gemüsebolo

Sonnabend: Es ist richtig Sommer an der See. Die Stimmung auf dem Platz ist gut. Alle Kutter stehen im Hafen, also keine Krabben heute. Macht nichts, wir haben noch genug. Ich habe Kontakt zu einer Frau, die eine meiner Muscheln in FeddSiel gefunden hat und fragt in Facebook, ob ich die Steinfee von Langeoog bin. Ich bin auf beiden Seiten des Wattenmeeres berühmt, haha.
Nachmittags steht plötzlich Besuch vor der Tür, die netten Leute von gestern aus der Kneipe. Wir haben nur zwei Stühle und improvisieren: Eine leere Fischkiste mit Sofakissen, Peter auf dem Trittbrett. Wir haben nur noch einen Aperitiv, der wird mit Eiswürfeln und MinWasser serviert, aber das tut der guten Stimmung keinen Abbruch. Wir tauschen die Telefonnummern und das ist eher selten im Womoland. Wir sind es gewohnt, uns nie wieder zu sehen, wenn wir Tschüß und gute Fahrt sagen.
Freitag: Mittags gehen wir zum Hafen, Frühschoppen - und der zieht sich bis 15:00 Uhr. Ups. Der sonst verschlafene Ort ist vollgelaufen mit Touristen aus Bussen, Schiffen, Parkplatz und unzählige Fahrräder sind unterwegs. Wir wollen nach dem zweiten Bier fast schon los, als sich ein nettes Ehepaar an unseren Tisch setzt. Wir kommen ins Gespräch und da sie auch alte Womofahrer sind, werden Ziele in ganz Europa besprochen. Ich kann wenig mitreden, bekomme aber zwei Zigaretten geschenkt... und noch ein Bier ... unnocheins. Zurück im Womo schlafe ich zwei Stunden statt in der Sonne zu sitzen.

Die Idee für alle alten Mädels, die es auch nicht mehr auf den Besen schaffen: Ohrringe

Donnerstag: Der Womoplatz wird voll, das Wetter super und wir haben noch zwei Tage verlängert. Wir gehen im Hafen spazieren, trinken Bier in der Strandbar, sitzen vorm Womo, ich lese oder male, Peter kauft ein und kocht lecker Fisch. Klar hat man bei dem Wetter viel leichter Kontakt zu Nachbarn, alle sitzen draußen ...


Der Leuchtturm Roter Sand zieht wohl bald nach Fedderwardersiel um
Besondere Attraktionen gibt es hier nicht. Flugschüler fliegen weiße Kreise in den Himmel, die Schafe blöken am Deich, eben kommt eine Transall im langsamen Tiefflug übers Wattenmeer und bei unserer Kneipe hält eine Stretchlimousine, 8m lang. Oma 80. Geb. mit Familie steigt aus auf einen Sekt in der Bar und später Treppe rauf zum Hotel. Lustiger Haufen.

Ich sitze auf einer Bank und höre die bekannte Stimme eines Kollegen von früher, mit dem ich vor zwei Wochen erst beim Treffen zusammengesessen habe. Er kommt mit Peter vom Lieferwagen, der Krabben geladen hat. Eigentlich war kein Verkauf, aber die beiden haben je 2 Kg bekommen. Peter geht zum Womo wg. Kühlung und Nils kommt an mir vorbei. Er ist total überrascht als ich ihn rufe. Sich in so einem einsamen Fischerdorf zu treffen, ist schon selten. Seine Frau hat Geburtstag, deshalb der Ausflug. Peter und Nils kennen sich von früher, aber die beiden alten Herren haben sich nicht erkannt am Fischwagen. Erst später, als sie noch einmal an der Strandbar vorbeikommen.
Von einer Lesekreisfreundin bekomme ich ab und zu selbst verfasste Geschichten, die ich gerne lese. Ich habe daher eine neue Seite eröffnet, damit ihr bei Interesse mitlesen könnt. Ganz unten "Monikas Geschichten"
Mittwoch: Gespannt setze ich gleich morgens mein Walwatching fort und siehe da, Timmy ist unterwegs. Gestern haben wir lange geguckt und gewartet, wie der Wal in sein Transportbecken kommt. Aber irgendwann wollten wir los bei dem schönen Wetter.

Auf den Gläsern steht: Männer wissen was gut ist. Heute will ich ein anderes Glas
Es war schon klar, dass genau in dieser Stunde etwas entscheidendes bei dem Wal passieren würde nach 30 Tagen. Das ist so wie beim Fußball gucken. Kaum gehe ich mal kurz zum Klo, fällt ein Tor.
Dienstag: Wir wachen davon auf, dass uns die Sonne an der Nase kitzelt. Es ist allerdings sehr windig, und warm anziehen ist angesagt, wenn wir gleich zum Kutterhafen gehen. Auf dem Stellplatz ist es noch übersichtlich, aber zum 1. Mai wird hier der Bär los sein. Die meisten Plätze sind ab da reserviert. Wir haben eh nur einen Kurzaufenthalt geplant.
Unsere mediterrane Fischpfanne aus der Womo-Küche war sooo lecker, das wiederholen wir heute noch einmal. Die Art Minestrone hatte ich zu Hause vorgekocht. Der frische Fisch musste nur etwas darin ziehen



Montag: Mittags soll es losgehen ans Wattenmeer. Ich werde oft gefragt, was dort los ist. Nix, aber das ist gerade das schöne ... Kutterhafen, eine Strandbar und drei Läden.

Ich frage mich manchmal allerdings, was Leute veranlasst, in dem Ferienpark Urlaub zu machen. Der besteht aus vielen Häuschen. Unser Stellplatz ist ganz oben rechts im Bild, hinter dem Parkplatz
Gestern war der letzte Lesekreis bei Gerd in Bremen. Die Stube ist nur noch provisorisch eingerichtet, ein Großteil schon umgezogen in die Seniorenwohnung in Verden. Wenn die für dort bestellten Möbel Mitte Mai geliefert werden, wird er endgültig umziehen. Nun sucht seine Freundin eine kleine Wohnung in Verden ... die ist noch berufstätig in Bremen, aber wenigstens in Bahnhofsnähe.
Nicht nur im Obstbarten, auch neben der Terrasse blüht es
,
Sonntag: Der Tag ist verplant. Vormittags mein persönliches Wellnessprogramm, wie immer sonntags. Und Peter muss auch unters Messer, Frisur und Bart stutzen. Wir wollen nämlich Morgen nach Fedderwardersiel mit dem Womo und dort ist alles etwas eingeschränkt. Bevor ich nachmittags zum Lesekreis nach Bremen fahre, sollte ich alles startklar haben, Klamotten, Malsachen usw.
Die Wanderfalken, deren Nest wir online angucken, werden immer größer und fangen schon an mit den Flügel zu schlagen...

Sonnabend: Gestern hat Peter sein Notebook "zerschossen". Er bekam immer die Meldung, dass er Mozilla Firefox als Browser installieren soll. Ich bin da sehr zufrieden mit, mach doch. Oh je, war erst einmal keine gute Idee. Plötzlich war die gesamte Oberfläche vom Fuchs mit div. Verknüpfungen besetzt und viele Seiten gingen nicht mehr auf. Gesucht, gesucht, Fehler nicht ermittelt. Kein zurück. Ich habe abends noch meinen Abministrator angefunkt und wir konnten mittags zu ihm kommen. Das Norton-Antivirenprogramm war Schuld. War durch die Änderung zur Höchstform aufgelaufen und hat Mauern gebaut, alles für nicht sicher erklärt. Mist.

Irgendwie ein Altherrenprogramm von früher, da hat es vielleicht mal Sinn gemacht. War schon ein "Streitpunkt" zwischen Horst und mir.
Nachdem der Fehler gefunden und das Programm deinstalliert war (selbst dagegen hat Norton sich noch mit letzter Kraft gewehrt), lief alles wieder und Peter war sehr froh. Ich auch, weil ich jemanden hatte, der helfen konnte.
Nachmittags kamen Freunde spontan mit dem Fahrrad vorbei. Wir haben eine Stunde zusammen im Garten in der Sonne gesessen, Peter hat eine Kanne Apfelwein aus dem Keller geholt und ich konnte zwei Zigaretten abstauben, beide Raucher. Habe ich sonst im Bekanntenkreis kaum noch. Sie pflückten noch einen Sack Bärlauch und fuhren dann wieder ab.
Ich war dran mit kochen: Kartoffelklöße mit gerösteten Nüssen und Kräutern, Rosenkohl ...
für Peter mit Lammfleisch ( war schon fertig)

und für mich mit veganen Frikadellen und extra Soße. Trotzdem alles in 30 Minuten fertig.


Freitag: Wir muddeln vor uns hin, Hausarbeit, Womo-Reparatur, das Wasser läuft mit neuer Pumpe. Kann also bald wieder losgehen. Allerdings erst Montag frühestens, habe Sonntag noch einen Termin in Bremen. Trotzdem werde ich alles schon mal startklar machen heute.
Das mit dem Wal wird eine unendliche Geschichte.

Das hat ein Tierarzt gesagt und eigentlich hat er recht. Aber der Wal konnte nun mal nicht einfach im Hafen liegenbleiben - und jetzt in der Hafeneinfahrt auch nicht. Der wird sich kaum freiwillig bewegen, weil offensichtlich sein Navi kaputt ist. Er weiß nicht wo er ist und wohin er soll.
Unser Besuch gestern war sehr angenehm, angeregte Unterhaltung und zack war Abend. Wie schnell manchmal ein paar Stunden bei guten Gesprächen herumgehen. Leider ist mein Pfirsichkuchen matschig geworden und ich musste schnell umdisponieren, aber ich hatte Vorräte.
Donnerstag: Morgens wieder Walwatching online, nix passiert, ist langsam langweilig. Beim Aufräumen hat Peter Fußballmünzen gefunden, war wohl mal zum Sammeln gedacht 1969. Mein Sohn ist zwar Werderfan, kann damit aber nichts anfangen. Kennst du jemanden, der Werderkram sammelt? Wegwerfen ist doof.

Vom heutigen Tag wird es nicht viel zu berichten geben. Wir erwarten Besuch zum Kaffee. Das heißt für uns, mal wieder aufräumen und saugen, haha. Wir sollten öfter einladen ...
Peter hat gestern Fenster geputzt, was hier immer ein ziemlicher Akt ist. Dann wurden die Ränder in der Wildnis gesäubert, damit es nicht ganz wild aussieht. Natürlich mit Schutzkleidung. An der Baumblüte können wir uns kaum sattsehen, sooo schön.

